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27.03.2020 | Autor/in: Dennis Koch

Legal Tech: Universität Passau bietet neuen Bachelor-Studiengang an

Die Universität Passau plant zum Wintersemester 2020/21 den Studiengang ‚Bachelor Legal Tech‘ einzuführen. Der neue Bachelor-Studiengang soll eine rechtswissenschaftliche Ausbildung mit Elementen der Wirtschaftsinformatik kombinieren. Das zuständige Landesministerium muss den Plänen der Universität noch zustimmen.

Der Studiengang besteht aus Pflichtfächern der juristischen Ausbildung und zentralen Inhalten eines Studiums der Wirtschaftsinformatik. Zu Beginn besuchen Studenten etwa Grundkurse zum Privat- und Staatsrecht sowie Kurse zu Mathematik und Wirtschaftsinformatik. Im zweiten Semester kommen Veranstaltungen zu Legal Tech hinzu, konkret etwa zu Themen wie Algorithmen und Recht oder Internet Computing. Das Studium soll Absolventen dafür qualifizieren, technische Anwendungen für alle juristischen Tätigkeitsfelder zu konzipieren und Projekte zu begleiten. Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester.

Die Einführung des neuen Studiengangs unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Legal Tech im Anwaltsmarkt. Ein Großteil der Kanzleien nutzt inzwischen Legal-Tech-Anwendungen und plant Investitionen dafür in ihr Jahresbudget ein. Immer mehr Großkanzleien suchen daher auch den Schulterschluss mit der Start-up-Szene, aus der viele Anbieter stammen. Angesichts der steigenden Relevanz von Legal Tech wird Personal mit Erfahrung in dem Bereich zusehends begehrter, was sich  auch im Recruiting der Kanzleien zeigt. Veranstaltungen wie Hackathons, zu dem sie talentierten Nachwuchs einladen, gehören mittlerweile schon fest zum Veranstaltungskalender einiger Kanzleien.

Um solche Erfahrungen schon während des Studiums zu sammeln, können aber auch direkte Einblicke bei einem Legal-Tech-Anbieter hilfreich sein. Zum Beispiel beim Legal-Tech-Unternehmen Bryter, das spezialisiert ist auf die Herstellung von Anwendungen zur Entscheidungsautomation. Im Angesicht der Corona-Pandemie hat sich das Unternehmen ein besonderes Format ausgedacht und bietet aktuell ein Remote-Legal-Tech-Praktikum an. Jurastudenten, die bereits die Zwischenprüfung bestanden haben, können vom Schreibtisch aus ein Praktikum absolvieren.

Auch in der Referendarausbildung werden Legal-Tech-Themen nach und nach integriert. Im November 2019 startete etwa das Landgericht Heidelberg ein Pilotprojekt mit dem Namen ‚Legal Tech für Referendare‘.