azur100
04.03.2021 | Autor/in: Markus Lembeck
Themen in diesem Artikel:

Kunz – Top-Arbeitgeber im Südwesten

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Die Kanzlei auf einen Blick

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 4 bis 6

Neueinstellungen weitere Juristen 2021 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 1 bis 2

Referendarplätze 2021: 5 Praktikumsplätze 2021: 4

Standorte in Deutschland: Koblenz, Mainz und Köln

Internationale Präsenz: Kunz pflegt ein informelles Netzwerk aus befreundeten ausländischen Korrespondenzkanzleien.

Anwälte in Deutschland: 11 Vollpartner, 3 Non-Equity-Partner, 22 Associates und 6 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 31 %

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 4

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: 450 Euro/Wochenarbeitstag (Nebentätigkeit)

Associates

1. Jahr: 52.000 bis 72.000 Euro plus Bonus bis 5.000 Euro

2. Jahr: 52.000 bis 80.000 Euro plus Bonus bis 5.000 Euro

3. Jahr: 58.000 bis 80.000 Euro plus individuellem Bonus

Weitere Juristen im 1. Jahr (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine Angaben

Über den Arbeitgeber

Mittelständisch durch und durch. Kunz gehört zu den regionalen Großkanzleien, die der traditionsreiche OLG-Standort Koblenz hervorgebracht hat. Mit knapp 50 Anwälten an den rheinischen Standorten Koblenz, Köln und Mainz ist die Sozietät nach einigen Zusammenschlüssen deutlich größer und fachlich diversifizierter als noch vor wenigen Jahren. Das Beratungsangebot bleibt dabei durch und durch mittelständisch, wobei es der Kanzlei über die Jahre gelungen ist, immer mehr überregionale Mandanten zu überzeugen, zum Beispiel unter den Volksbanken, im Einzelhandel oder im Logistiksektor.

Große Spanne bei Gehältern. Die Spannbreite der Mandate, die von einem prozessualen Alltagsgeschäft für Versicherer bis hin zu grenzüberschreitenden Transaktionen reicht, spiegelt sich auch in der Gehaltsstruktur wider. Je nach Examensnoten, Abschlüssen, Vorerfahrung und Rechtsgebiet kann das Einstiegsgehalt auf einer Skala zwischen 52.000 Euro und 72.000 Euro festgelegt werden – ein Vorteil nicht nur für topqualifizierte Juristen, sondern auch für Bewerber, die regional fest verwurzelt sind und trotz fehlender Prädikatsnoten in einer größeren Einheit arbeiten wollen. Auch solche Bewerber können bei Kunz einen Platz finden, etwa im eher standardisierten Prozessgeschäft. Dort hat die Kanzlei in den vergangenen Jahren auch Projektjuristen beschäftigt.

Neues Mentoring für Referendare. Praktikumsplätze sind bei Kunz eher selten, ein Referendariat ist hingegen an allen drei Standorten möglich. Zusätzlich zu einer offiziellen Referendarstation ist nach dem ersten ­Examen auch eine Nebentätigkeit gerne gesehen. Für die Betreuung hat Kunz jetzt ein Mentorenprogramm aufgelegt, in dem erfahrene Associ­ates oder Partner die Betreuung übernehmen. Außerdem hilft die Kanzlei bei der Prüfungsvorbereitung, indem Aktenvorträge geübt und die Examenssituation simuliert werden. Für Assoicates gibt es kein formalisiertes Weiterbildungsangebot, aber eine Kostenübernahme und Freistellungen für den Erwerb von Zusatzqualifikationen. Laut azur-Umfrage sind die Kunz-Anwälte mit diesem individuellen Zuschnitt zufrieden.

Flexible Karriere. Ganz individuell kann auch der Karriereweg bei Kunz verlaufen. „Jeder findet seinen Platz“, heißt es in der Kanzlei. Angesichts des unterschiedlichen Gehaltsniveaus überrascht es nicht, dass weder up or out noch eine praxisübergreifende Stunden- oder Umsatzvorgabe existiert. Zuletzt hat Kunz immerhin eine assoziierte Partnerschaft eingeführt für Anwälte ab drei Jahren Berufserfahrung. Damit verschafft sich die Kanzlei noch mehr Flexibilität auf dem Karriereweg, die allerdings ohnehin schon gelebt wird. Die Stimmung ist entsprechend gut, Associates ­loben das „familiäre Klima“ und die „hohe Eigenverantwortung“. Sie vergeben in der azur-Umfrage beinahe Bestnoten für die Work-Life-Balance und die Vereinbarkeit von Karriere und Familie, plausibel angesichts von laut azur-Umfrage durchschnittlich 45 Wochenarbeitsstunden. Wie so oft ist die Riege der Vollpartner fast ausschließlich männlich. Allerdings kann sich der Frauenanteil von insgesamt über 30 Prozent im regionalen Vergleich durchaus sehen lassen.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.