azur100
06.03.2020 | Autor/in: Melanie Müller
Themen in diesem Artikel:

KPMG Law – Top-Arbeitgeber im Osten

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: 20 bis 40

Neueinstellungen weitere Juristen 2020 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 2 bis 5

Referendarplätze 2020: 20    Praktikumsplätze 2020: 10

Standorte in Deutschland: Berlin, Leipzig, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt/M., Hamburg, Hannover, Köln, München, Nürnberg, Stuttgart u.a.

Internationale Präsenz: Außerhalb von Deutschland hat der Rechtsberatungsarm der Big-Four-Gesellschaft keine eigenen Standorte, kooperiert aber mit dem Kanzleinetzwerk aus dem Mutterkonzern.

Anwälte in Deutschland: 38 Vollpartner, 72 Non-Equity-Partner und 245 Associates

Frauenanteil Anwälte: 44,5%

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 14 (davon 6 Frauen)

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: max. 1.500 Euro/Monat

Associates
1. bis 3. Jahr: keine Angaben

Über den Arbeitgeber

Auf Wachstumskurs. Der Rechtsberatungsarm von KPMG stellte im vergangenen Jahr deutschlandweit rund 60 Volljuristen ein und gehört damit zu den größeren Arbeitgebern im Markt. Die Teilnehmer der azur-Associate-Umfrage bewerten die Vereinbarkeit von Karriere und Familie, die Gleichbehandlung unabhängig von sexueller Orientierung, Geschlecht und Herkunft und auch die IT-Ausstattung bei ihrem Arbeitgeber überdurchschnittlich gut. Auch mit der Aus- und Weiterbildung sind sie recht zufrieden. Die Note für die Gesamtzufriedenheit bei KPMG Law ist allerdings unterdurchschnittlich, was unter anderem an der Unzufriedenheit mit den Karrieremöglichkeiten liegt.

Strukturierte Ausbildung. Praktikanten und Referendare lernen durch die praktische Mitarbeit am Mandat, einen formalisierten Ausbildungsplan gibt es nicht. Nachdem Berufseinsteiger drei verschiedene Associate-Stufen durchlaufen haben, werden sie Manager und erhalten eine gesteigerte Mandatsverantwortung. Senior Manager sollen dann ein eigenes Team führen. Während Associates in den ersten zwei Jahren Soft-Skills-Kurse belegen, ermittelt KPMG Law durch ein Assessment-Center bei den Anwälten im Mittelbau Stärken und Schwächen. Anschließend nehmen sie an einem einjährigen Trainingsprogramm teil, das darauf abzielt, einen eigenen Business Case zu entwickeln. Mit dem Aus- und Weiterbildungsangebot, durch Fachanwaltskurse sowie Secondments in ausländischen Niederlassungen sind die Umfrageteilnehmer recht zufrieden. Die Chancen auf die Partnerschaft bewerten sie miserabel – und unter den WP-Gesellschaften am schlechtesten. Die Umfrageteilnehmer fordern: „Transparenz bezüglich Beförderungsstufen.“

Viel Arbeit, aber Wochenende frei. Zwar hinkt KPMG Law in puncto Zufriedenheit bei der Work-Life-Balance ihren Big-Four-Wettbewerbern hinterher, liegt aber trotzdem im Marktdurchschnitt. Die Meinungen in der azur-Associate-Umfrage sind kontrovers. Während einige die Arbeitsbelastung als zu hoch empfinden, sind andere zufrieden, dass es keine Wochenendarbeit gebe. Mit laut azur-Umfrage rund 51 Wochenstunden arbeiten die Anwälte etwa zwei Stunden weniger als der Marktdurchschnitt. Die Note für das Gehalt ist besser als bei Konkurrentin PwC Legal, kann aber im Wettbewerb nicht mithalten. Ein Teilnehmer bemängelt: „hohe Umsatzerwartung und Gehalt klaffen enorm auseinander.”

Frauen noch unter dem Radar. Die Associates beurteilen die Vereinbarkeit von Karriere und Familie dank Teilzeit- und Homeoffice positiv. Außerdem fördert KPMG Law diejenigen, die früh aus der Elternzeit zurückkommen, finanziell. Unter den neu angestellten Anwälten bei KPMG Law beträgt der Frauenanteil rund die Hälfte. Doch diese Werte nehmen – wie in vielen anderen Kanzleien auch – kontinuierlich Richtung Partnerschaft ab. Dort sind nur knapp acht Prozent Frauen – das löst Kritik in der azur-Associate-Umfrage aus. So fordern die Teilnehmer der Umfrage, „weitere weibliche Partner aufzunehmen“.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020 (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.