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28.06.2021 | Autor/in: Marc Chmielewski
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Kopf des Monats: Ihre Mission ist es, Betrüger zu verfolgen

Laura Kövesi

Laura Kövesi ist die erste Chefin der neu geschaffenen Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO). Zum Juni nahm diese ihre Arbeit auf. 

Immer wieder versickert Geld aus dem EU-Haushalt in dunklen Kanälen. Und als wäre das nicht schlimm genug, interessierte das bisher oft niemanden so recht: Nationale Strafverfolgungsbehörden überschlugen sich nicht, weil es sich schließlich nicht um Geld des eigenen Landes handelte. Wenn ein Fall mehrere Mitgliedstaaten betraf, haperte es oft an der Zusammenarbeit der Justizbehörden. Laura Kövesi soll diesen Missstand beheben. 

Bei Behördengründungen herrscht kein Mangel an Sonntagsreden, aber man kann Kövesi nicht vorwerfen, dass sie es dabei belässt. Zum Auftakt sagte sie der Wirtschaftswoche und anderen Medien klipp und klar, dass ihrer Behörde mindestens 50 Finanzermittler fehlen. Die EU-Kommission habe zwar das Budget für 2021 um 7 Millionen Euro auf 44,9 Millionen Euro erhöht. Es fehle aber die Erlaubnis, mehr Mitarbeiter einzustellen. Kövesi kündigte an, einen Teil des Budgets zurückzugeben, wenn sie damit keine Mitarbeiter rekrutieren darf. „Soll ich damit Blumen für unser Gebäude kaufen?“ So sehr den neuen Superermittlern schöne Büros zu gönnen sind: Vielleicht sollte die EU sich einen Ruck und ihrer Chefermittlerin mehr Personal geben.