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30.08.2021 | Autor/in: Ludger Steckelbach
Themen in diesem Artikel:

Karrieresprung: Rolli mit Manschettenknöpfen

Dr. Frederik Gärtner (39)
YPOG

Aufgewachsen in: 
Berlin

Erste berufliche Station:
Hengeler Mueller in Frankfurt 

Kleidung bedeutete 2015 für Frederik Gärtner in der Düsseldorfer M&A-Praxis von Hengeler Mueller Anzug, Krawatte und Manschettenknöpfe. Wenn das KIischee gewesen sein sollte, erfüllte der Stil beim Berliner Start-up Conny auch eins: Turnschuhträger in Kreativenpullis sorgen an ihren Tischinseln in einer Halle in Kreuzberg für Lärmpegel. Trotzdem passen für Gärtner diese scheinbar gegensätzlichen Welten sehr schön zusammen.

Nach reichlich Berliner Luft von Geburt an bis zum Studium zieht es Gärtner zum Berufsstart 2011 nach Frankfurt: „Ich kannte Hengeler schon aus dem Referendariat. Und ich wollte M&A machen. Dafür bot das Frankfurter Büro eine tolle Möglichkeit.“ Anschließend spielten persönliche Kontakte die Hauptrolle: Seine heutige Ehefrau wohnte in Düsseldorf, und Hengeler gefiel ihm am Rhein wie am Main. In der Kanzlei lernt er auch Dr. Daniel Halmer kennen und schätzen, der 2014 zu dem Fintech Raisin ging. „Daniel war in dem Start-up der einzige Jurist und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, dort einzusteigen.“ So geht es 2015 zurück nach Berlin, wo die beiden dann kurz darauf das Legal-Tech-Unternehmen Conny gründen, das heute für sein Portal wenigermiete.de bekannt ist.

Am meisten Spaß machte ihm dort gerade die Verbindung aus systematischem juristischem Denken und der Umsetzung in konkrete Tech-Tools. 2010 begann Wettbewerberin Flightright als erste damit, Fluggastrechte entsprechend zu bearbeiten, fünf Jahre später war das Anbieterfeld noch immer übersichtlich. Doch irgendwann kam Conny an den Punkt, wo das System weitgehend lief. Themen wie Accounting und Human Resources wurden wichtiger – unternehmerisch interessant, juristisch weniger. „Ich habe gemerkt, dass ich gerne weiterhin mehr von dieser inhaltlichen Arbeit machen wollte, und die klassische anwaltliche Beratung hat mir immer viel Spaß gemacht.“

In aller Freundschaft trennte sich Gärtner 2018 von Conny und stieg als Associated Partner bei der ein Jahr zuvor gegründeten Einheit Schnittker Möllmann Partners ein. Die Kanzlei gefiel ihm, als Hengeler-Gewächs war er auch kulturell nicht weit weg von den Ex-Flick-Gocke-Schaumburg-Gesellschaftsrechtlern bei SMP, und als Legal-Tech-Profi passte er genau zum Profil der Kanzlei – so gut, dass er nun Vollpartner wurde. Ob er im Rolli oder mit Manschettenknöpfen ins Büro kommt, ist auch nicht so wichtig. Ein Gerücht stimmt allerdings nicht: Dass SMP seit Kurzem unter dem Kürzel YPOG firmiert, hat definitiv nichts mit Gärtners Partnerernennung zu tun (‚Ye Partners Of Gaertner‘), sondern mit dem Claim der Kanzlei.

Frederik Gärtner in St. Anton am Arlberg: Der Sport zieht neben der Familie aktuell den kürzeren, aber den Kindern im Urlaub einen Gipfelblick zu zeigen, hat auch einen Trainingseffekt.

Zwei Fragen an Gärtner:

Wann wachen Sie auf, wenn Sie sich keinen Wecker stellen?

Im Moment brauche ich gar keinen Wecker, da es meine knapp zwei Jahre alte Tochter ist, die die Aufwachzeit für mich festlegt.

Wo haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient und was haben Sie davon gekauft?

Ich habe als Online-Redakteur bei den German Open (Damentennis-Turnier) gearbeitet. Von meinem Verdienst dort habe ich mir Inline-Skates (Halfpipe) und Zubehör gekauft sowie eine Eishockeyausrüstung.

Die Rubrik Karrieresprung erscheint monatlich im JUVE Rechtsmarkt.