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09.12.2021 | Autor/in: Christine Albert
Themen in diesem Artikel:

Karrieresprung: Karriere mit Alumni-Connection

Dr. Yenilee Ičagić (35)
Myne Homes

Aufgewachsen in: 
Hamburg

Erste berufliche Station:
Hengeler Mueller

Yenilee Ičagić ist Jahrgang 2004. Man ahnt es bereits: Das ist nicht ihr Geburtsjahr. Selbst für eine frischgebackene General Counsel wäre das sehr sportlich. Wer dagegen wie Ičagić an der Hamburger Bucerius Law School studiert hat, weiß sofort Bescheid. Die ehemaligen Absolventen der privaten Stiftungshochschule werden alle mit der Jahreszahl ihres Studienbeginns versehen. Und das Alumni-Netzwerk der Bucerius Law School funktioniert bestens, das zeigt auch die Karriere der Immobilien- und Finanzierungspezialistin. Sie ist seit wenigen Wochen Chef­juristin des Berliner Start-ups Myne Homes.

Dabei spielte das Bucerius-Netzwerk lange erst einmal keine große Rolle in Ičagićs Berufsleben. Nach ihrer Promotion und dem zweiten Staatsexamen startete sie ihre Laufbahn bei Hengeler Mueller in Frankfurt, sie hatte die Kanzlei schon im Referendariat kennengelernt. Nach einem Jahr bekam sie die Gelegenheit nach London zu wechseln und arbeitete dort im Team von Hengeler-­Corporate-Partner Dr. Daniel Kress. Nach 15 Monaten kehrte sie zurück nach Deutschland, Ziel war nun aber das Berliner Büro der Kanzlei. Vor gut drei Jahren kam ihr erstes Kind, Ičagić reduzierte ihre Stunden. Für die Senior Associate funktionierte das bestens. „Eigentlich hatte ich gar nicht vor zu wechseln, bei Hengeler habe ich sehr gerne gearbeitet. Aber bei Myne passte dann einfach so vieles“, sagt Ičagić. Bei dem jungen Unternehmen, das erst im Juni dieses Jahres mit seinem Geschäft losgelegt hat, kann sie ihren Schwerpunkt Immobilienrecht weiter pflegen. Das Start-up will nichts weniger, als den Markt für Ferienimmobilien umzukrempeln. Die Idee: Über eine digitale Plattform können Privatpersonen im Wege von Share-Deals Anteile an Ferienhäusern erwerben. Myne übernimmt nicht nur den Kauf, sondern gegen eine Gebühr auch deren umfassende Verwaltung. Die sogenannten Co-Owner finden sich über ein Matching-System, damit alle die Immobilie auch so nutzen können, wie es ihnen vorschwebt.

Vor allem aber traf Ičagić bei Myne auf Leute, die ebenfalls ‚Jahrgangsträger‘ sind: Mitgründer Nikolaus Thomale hatte 2005 sein Studium an der Bucerius begonnen. Einer der Lead-Investoren, Hakan Koç, der selbst schon mit Auto 1 eine Erfolgsgeschichte vorgelegt hatte, entstammt dem gleichen Bucerius-Jahrgang wie Ičagić. „Die Möglichkeit, etwas ganz Neues zu machen und bei einem Unternehmen zu so einem frühen Zeitpunkt dabei zu sein, war einfach sehr reizvoll“, sagt sie. Ganz wie ihr amerikanisches Vorbild Pacaso hat auch Myne noch große Wachstumspläne – und Ičagić soll dabei helfen: Ihre Aufgabe ist es vor allem, die Transaktions- und Verwaltungsprozesse zu steuern. Aber weil Ičagić bislang quasi ihre eigene Abteilung ist, deckt sie alle anfallenden rechtlichen Fragen mit ab. Ičagić will ihr Team erst mal mit Referendaren und wissenschaftlichen Mitarbeitern aufbauen. Gut möglich, dass darunter dann auch Bucerius-Studenten sind.

Aufs richtige Pferd gesetzt hat Yenilee Ičagić nicht nur bei der Karriere, sondern auch in echt: Im Winter 2020 setzte sie auf ein besonders ruhiges, schließlich war ihr Sohn mit dabei und auch ihre wenig später geborene Tochter. 

Zwei Fragen an Ičagić:

Welchen Beruf haben sich Ihre Eltern für Sie vorgestellt?

Förster oder Fluglotse.

Wo haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient und was haben Sie davon gekauft?

Beim Babysitten, Geschirrspüler für meine Mama.

Die Rubrik Karrieresprung erscheint monatlich im JUVE Rechtsmarkt