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29.06.2020 | Autor/in:
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Karrieresprung: Kai Werner als General Counsel von TeamViewer

Dr. Kai Werner (37)
TeamViewer

Aufgewachsen in:
Bad Homburg vor der Höhe

Erste berufliche Station:
Freshfields Bruckhaus Deringer

 

Der Logiker

Wenn er nicht Jurist geworden wäre, dann wahrscheinlich Mathematiker oder Physiker – oder Musiker. Kai Werner ist ein vielfältig interessierter Mann: Er spielt Cello und Konzertgitarre – vielleicht nicht ganz so professionell wie die Paragrafenorgel am Arbeitsplatz, aber doch passabel. „Meine Frau hat sich jedenfalls noch nicht beschwert.“ Werner spricht Russisch und Französisch und interessiert sich für Kunst. Eine Konstante in seinem Leben ist die Liebe zur Logik.

An der Uni schrieb sich Werner denn auch zunächst in Philosophie ein. Nach drei Semestern beschloss er, sich näher mit Jura zu befassen. Während zu Beginn des Studiums noch die reine Wissenschaft im Vordergrund stand, verlegte Werner seinen Fokus als angehender Jurist bald auf das Wirtschaftsrecht. Das führte ihn nach dem Studium zu Freshfields Bruckhaus Deringer. Er wurde 2012 Teil des Frankfurter Kapitalmarktrechtsteams. Dort schätzte er Freiheit und Selbstständigkeit, konnte seiner Neugier freien Lauf lassen und sich weiterentwickeln. Die Mischung aus praktischem und wissenschaftlichem Herangehen an Probleme ist es, die Werner an seiner Arbeit so liebt. Die Logik, die hinter dem Recht steht, begeistert ihn.

Als Principal Associate war Werner Teil des Teams um Rick van Aerssen, das im vergangenen Jahr den Börsengang von TeamViewer begleitet hat. Kurz darauf wechselte Werner die Seite: Seit Anfang Mai ist er Group General Counsel bei dem Börsenneuling. „Das Unternehmen trifft mit seinem Angebot den Zahn der Zeit, und hier kann ich juristisch weiterhin sehr vielseitig und auf höchstem Niveau arbeiten“, sagt Werner. Seine Funktion wurde neu geschaffen, er leitet die Rechtsabteilung und ist für Compliance, Risikomanagement und das Corporate Board zuständig. Sein Team umfasst zehn Mitarbeiter. Dass der Wechsel mitten in der Corona-Krisenzeit stattgefunden hat, sei etwas seltsam gewesen, sagt Werner: „Bei Freshfields war ich zuletzt im Homeoffice tätig, und auch bei TeamViewer erfolgte das Onboarding komplett von zuhause aus.“ Merkwürdig, funktionierte aber: „Wenn nicht bei TeamViewer, wo denn dann?“

Dass er nun hauptberuflich für ein Homeoffice-Tool par excellence zuständig ist, heißt übrigens nicht, dass er die eigenen vier Wände ungern verlässt. Im Gegenteil, er liebt Reisen und Fremdsprachen. Schon ein Schüleraustausch führte ihn nach St. Petersburg, er war Secondee in Moskau und London und LL.M.-Student an der Duke University in North Carolina. (von Melike Becker)

Wallende Mähne als Student, Kurzhaarschnitt im Job – 

Kai Werner macht’s umgekehrt: Das Beweisfoto zeigt ihn im Frühjahr 2007, kurz nach dem Examen, irgendwo zwischen Grenoble und Cannes.

Zwei Fragen an Werner:

Was macht Ihnen schlechte Laune?
Wenn Menschen ihrer Umwelt keine Wertschätzung entgegenbringen – das beginnt beim Mikroplastik im Meer und endet, wenn Freiheit und Würde der Mitmenschen keine Selbstverständlichkeiten sind.

Wo haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient und was haben Sie davon gekauft?
Als Schüler habe ich ein Onlineportal für prämierte Urlaubsbauernhöfe angelegt. Im Nachhinein habe ich dabei vor allem gelernt, stets nach vorne zu denken – das Internet war in den frühen 1990ern ja für die meisten noch Neuland. Von dem Geld habe ich mir eine wunderschöne Gitarre gekauft, die ich noch heute mit großer Leidenschaft spiele.

 

Die Rubrik Karrieresprung erscheint monatlich im JUVE Rechtsmarkt.