Magazin-Artikel
25.01.2021 | Autor/in: Christin Stender

Karrieresprung: Erfolgskonzept Skifahren in Kirgistan

Kerstin von StaaKerstin von Staa  (35)
GSK Stockmann

Aufgewachsen in: 
München

Erste berufliche Station:
Heuking Kühn Lüer Wojtek

Eigentlich saß Kerstin von Staa mit 28 Jahren schon fest im Sattel. Sie hatte einen anspruchsvollen Job bei der Bauaufsichtsbehörde, leitete ein Team und war verbeamtet auf Lebenszeit. Zudem konnte sie einmal pro Woche genau das machen, was ihr am meisten Spaß macht: vor Gericht gehen und die Entscheidungen ihrer Behörde verteidigen. „Arbeiten für das, was man schätzt“ lautete damals der Werbespruch der Stadtverwaltung, der von Staa 2014 von Heuking Kühn Lüer Wojtek in die öffentliche Verwaltung lockte. Trotz allem kehrte sie 2016 in die Anwaltswelt zurück. Dieses Mal zu GSK Stockmann, in den Bereich öffentliches Recht.

„Irgendwann wurde mir immer klarer, dass ich als Verwaltungsrätin nur einen kleinen Teil des Lebenszyklus des Produktes Immobilien begleiten kann“, erklärt von Staa ihren Schritt. „Ich wollte aber Teil des großen Ganzen sein und näher an die Entscheidungsträger heranrücken.“ Dafür fand sie bei GSK ein Umfeld, das perfekt zu ihr passt, wie sie selbst sagt. Denn: Bei vielen anderen Kanzleien wäre sie als Öffentlichrechtlerin nur ein Annex zu den zentralen Corporate-, Finance- oder Immobilienpraxen gewesen. Bei GSK hingegen fragte man schon beim Bewerbungsgespräch, ob sie sich vorstellen könne, Partnerin zu werden. Ihre Antwort: „Klar, sonst wäre ich nicht hier.“

Schon nach kurzer Zeit begann sie damit, eigene Mandantenkontakte aufzubauen. Auf einem Sommerfest lernte sie dann Vertreter eines Projektentwicklers kennen. Daraus ergaben sich erst kleine Mandate im Öffentlichen Recht, dann größere und inzwischen mandatiert das Unternehmen GSK auch bei zahlreichen anderen Rechtsfragen. „Das ist optimal gelaufen“, sagt von Staa, „und war auch ein Argument für meine Partnerwerdung“.

In nur vier Jahren zur Partnerin aufzusteigen, war eine Herausforderung, gibt von Staa zu. Ihr Erfolgskonzept: Neben dem Job einen Ausgleich finden, einen Raum, in dem man völlig frei ist. Für sie ist das das Skifahren in Gebieten, in denen sonst niemand ist: im Iran, in Georgien, Kirgisistan, Sibirien. „Hier kann ich immer wieder ans Limit gehen und Siege gegen mich selbst feiern“, sagt von Staa. Trotz ausgeprägter Höhenangst wagt sie sich immer wieder an steile Abfahrten: „Wenn man diese Grenzerfahrungen als Ausgleich in der Freizeit macht, kann man auch im Job sehr viel mehr aushalten.“

Dabei hatte von Staa eigentlich einen ganz anderen Job im Auge. Mit zehn Jahren, als sie ihr erstes Mikroskop geschenkt bekam, wollte sie Virologin werden. Wäre sie diesem Wunsch gefolgt, hätte sie vermutlich gerade die spannendste Zeit ihres Lebens. Eine steile Karriere hat sie nun aber auch mit Jura gemacht.

Ans Limit gehen, wo sich kein anderer hinwagt: Skitouren in menschenleeren Gegenden sind für Kerstin von Staa der beste Ausgleich zum turbulenten Alltag im Immobiliengeschäft.

 

 

Zwei Fragen an von Staa:

Wenn Sie eine berühmte Persönlichkeit – egal ob ­lebendig oder tot – treffen dürften: Wer wäre es und warum?
George Mallory, der in den 1920ern – gefragt zu seiner Motivation den Mount Everest besteigen zu wollen – antwortete: „Because it is there.“ Warum? Einfacher kann man intrinsische Motivation nicht erklären.

Wo haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient und was haben Sie davon gekauft?
In den ersten Semesterferien in einer Bäckereifiliale – mit der Erkenntnis, dass gute Dienstleistung sich auszahlt (Trinkgeld). Von dem Geld habe ich mir einen Urlaub finanziert.

Die Rubrik Karrieresprung erscheint monatlich im JUVE Rechtsmarkt.