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25.06.2021 | Autor/in: Christine Albert
Themen in diesem Artikel:

Karrieresprung: Corporate-Partner ohne Gesellschaftsrecht

Dr. Philipp Dohnke (39)
Freshfields Bruckhaus Deringer

Aufgewachsen in: 
Düsseldorf

Erste berufliche Station:
Freshfields Bruckhaus Deringer

Der April 2021 war seine letzte Chance. Als Principal Associate bei Freshfields darf man ein vierwöchiges Sabbatical nehmen –  und als Philipp Dohnke Anfang Mai wieder zurück ins Büro kam, war das gleichzeitig auch sein erster Tag als Partner der Kanzlei.

Der Grund für die enge Taktung war simpel: Dohnke hatte bislang einfach noch keine Zeit für ein Sabbatical gehabt. Hinter dem 39-Jährigen liegen arbeitsreiche Jahre, aber das vergangene Jahr toppte noch einmal alles – vor allem, aber nicht nur wegen Corona. Der Hamburger Healthcare-Spezialist begleitete Kooperationen, Transaktionen und Beteiligungen rund um diverse Covid-19-Impfstoffe. So gehörte er etwa zu dem Team, das den Staatsfonds von Katar bei seinem CureVac-Investment beriet. Insbesondere aber die Arbeit für den US-Konzern Thermo Fisher hielt Dohnke auf Trab: Beim Kauf von Henogen von Novasep übernahm er eine federführende Rolle. Henogen produziert derzeit den Wirkstoff für den Impfstoff von Astra-Zeneca. „Die juristische Beratung von Impfstoffprojekten ist sehr komplex, nicht nur in der Entwicklungsphase, sondern auch beim Aufbau von Produktion, Logistik und Vermarktung“, sagt Dohnke. „Die politische Debatte über Wirksamkeit und Verteilung der Impfstoffe hat es sicher nicht einfacher gemacht.“

Die Spezialität des Wahl-Hamburgers sind Vertragsgestaltungen bei großen Lizenzgeschäften oder Carve-outs. Im Gesellschaftsrecht berät er nicht, trotzdem wurde er nun Partner in der Corporate–Praxis von Freshfields. Das war am Anfang seiner Karriere noch schwer vorstellbar. 2011 hatte er nach seinem Studium an der Bucerius Law School in der IP-Praxis der Kanzlei angefangen. Für den zweimal–14-Punkte-Absolvent war klar: Ich bin IP-Rechtler. 2013 löste Freshfields IP/IT als eigene Praxisgruppe auf, die meisten Anwälte wechselten in die Dispute-Resolution-Gruppe und nur ganz wenige in die Corporate-Praxis. Darunter waren auch der Hamburger Partner
Dr. Jochen Dieselhorst und in seinem Fahrwasser Dohnke. „Natürlich habe ich mich damals gefragt, was das für mich bedeutet, und ob ich in eine Support-Rolle gedrängt werde“, erinnert er sich. „Im Rückblick war es für mich aber die richtige Weichenstellung und hat mir ermöglicht, mich auf Transaktions- und Vertragsarbeit zu fokussieren und mich stärker in die M&A-Teams zu integrieren.“ 

Trotzdem wird er immer mal wieder gefragt, was er eigentlich jetzt sei. Darauf antwortet Dohnke immer: „Ich bezeichne mich als Commercial-IP-Anwalt.“ Und als solcher hat er nun bei Freshfields viel vor: Dohnke will die Life-Sciences-Praxis und die internationale Zusammenarbeit noch weiter ausbauen – auch mit dem inmitten der Corona-Krise eröffneten US-Standort im Silicon Valley. Gut, dass Dohnke noch schnell vorher die kleine Auszeit genommen hat. Denn bis zur nächsten Verschnaufpause dauert es nun noch: Alle zehn Jahre dürfen Freshfields-Partner ein Sabbatical machen.

Schon als Schüler war Philipp Dohnke ein ambitionierter Ruderer. „Das Foto entstand 2017 auf einer Wanderfahrt auf der Mosel – in Gedanken bereits bei der für den Abend geplanten Weinprobe.“  

Zwei Fragen an Dohnke:

Welchen Beruf haben sich Ihre Eltern für Sie vorgestellt?
Meine Eltern sind beide Richter, mittlerweile im Ruhestand, und konnten sich einen juristischen Beruf für mich stets gut vorstellen.

Wann und warum haben Sie zuletzt gelacht?
Unsere Kinder bringen mich täglich dazu – zuletzt bei der Diskussion, woran man „gefakte“ Pokémon-Karten erkennt. Da wird natürlich auch der IP-Anwalt in mir hellhörig..

Die Rubrik Karrieresprung erscheint monatlich im JUVE Rechtsmarkt.