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26.10.2021 | Autor/in: Christine Albert

Karrieresprung: CO2-Experte mit Sportwagen-Faible

Roman Brtka (40)
Bird & Bird

Aufgewachsen in: 
Neuendettelsau bei Nürnberg und Öhringen

Erste berufliche Station:
Bird & Bird 

Sagen Sie doch drei Mal schnell hintereinander Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung! Auch die Abkürzung macht es nicht viel besser: Pkw-EnVKV. Roman Brtka könnte man wahrscheinlich nachts aus dem Schlaf reißen und er könnte beides fehlerfrei aufsagen. Denn es ist genau das Thema, das den Münchner IP-Spezialisten seit zehn Jahren jeden Tag begleitet – und mit dem er nun Karriere bei Bird & Bird gemacht hat und zum Partner ernannt wurde.

Brtka liebte Autos schon als Kind. Als er 2009 in der IP-­Praxis von Bird & Bird anfing, war noch nicht absehbar, dass er diese Liebe einmal mit seiner juristischen Laufbahn verbinden können würde. Im Team des Münchner Partners Dr. Joseph Fesenmair, den er bereits aus dem Referendariat kannte, ging es für den Jung­anwalt zunächst vor allem um marken-, design- und medienrechtliche Fragen, nur gelegentlich um wettbewerbsrechtliche Beratung im Zusammenhang mit der Pkw-EnVKV.

Der Wechsel zum Autohersteller

Das änderte sich 2011 schlagartig, als Brtka für ein Secondment in die Rechtsabteilung von Audi ging. Denn gerade für Autohersteller sind Kennzeichnungspflichten kein Orchideen-, sondern ein Dauerbrennerthema. Auf die vorgeschriebenen Angaben zum Kraftstoffverbrauch und zu den CO2-Emissionen haben viele Wettbewerbsverbände ein wachsames Auge. Insbesondere die Deutsche Umwelthilfe mahnt regelmäßig Autohändler und -hersteller ab.

Ein Jahr lang blieb Brtka bei Audi – diese Zeit nutzte er nicht nur, um seine Spezialisierung aufzubauen, sondern auch für einen Perspektivwechsel: „Für mich war es wichtig, ein Unternehmen mal von innen zu sehen, denn so konnte ich verstehen, was Mandanten genau brauchen.“ Zurück bei Bird & Bird und auf der Beraterseite begleitete ihn die Pkw-EnVKV weiter. Inzwischen hat er seinen Branchenfokus erweitert: Umweltbezogene Werbung mit Begriffen wie ,klimaneutral‘ wird mit steigendem Umweltbewusstsein schließlich immer populärer.

Zudem berät Brtka zu Musiklizenzverträgen und wird für E-Sports-Mandanten tätig. Mit dieser Kombination wurde er 2015 schon zum Counsel ernannt. Doch sein Ziel war ein anderes: „Ich wollte Partner werden, ich wollte mitgestalten und unternehmerische sowie strategische Verantwortung übernehmen“, sagt er. „Jetzt bin ich da angekommen, wo ich hinwollte.“ Sein spezielles Thema bleibt ihm wohl auch langfristig: Demnächst steht eine Novellierung der Pkw-EnVKV an, und selbst wenn es eines Tages nur noch E-Autos geben sollte: Auch Angaben zum Stromverbrauch werden sicher weiterhin gut überwacht. 

Hier ging‘s mal ausnahmsweise nicht um den Kraftstoffverbrauch: Roman Brtka 2013 beim Boxenstopp in Spa, auch genannt die „Autobahn der Ardennen“.

Zwei Fragen an Brtka:

Welches nichtjuristische Nicht-Sachbuch bedeutet Ihnen etwas?

,Asche und Diamant‘ des polnischen Schriftstellers Jerzy Andrzejewski aus dem Jahr 1948. Die Geschichte spielt in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, nachdem die Nazis sich gerade zurückgezogen haben, und beschreibt die politischen und moralischen Dilemmas des antikommunistischen Widerstands im Polen der Jahre 1944 bis 1946.

Erstes Auto – aktuelles Auto – Traumauto?

Nissan Cherry – Audi TT Coupé erste Generation von 2003 – da gibt es so viele: eines davon fahre ich schon und dann wären da noch der Ford Mustang GT aus dem Steve-McQueen-Film ‚Bullitt‘, der erste Mini, der Lamborghini Miura, die Alfa Giulia aus den 1960ern und und und …

Die Rubrik Karrieresprung erscheint monatlich im JUVE Rechtsmarkt.