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13.12.2021 | Autor/in: Anika Verfürth

Karrieremodelle: Wie verbreitet ist die Teilzeitpartnerschaft?

Wer Partner einer Wirtschaftskanzlei ist, schuftet in Vollzeit. Lediglich 4,8 Prozent der Kanzleiführungskräfte arbeiten in einem Teilzeitmodell. Das ergibt eine Auswertung der azur100 Top-Arbeitgeberrecherche, für die rund 300 Kanzleien in Deutschland befragt wurden. Und noch ein Ergebnis bestätigt alte Rollenbilder: Der Frauenanteil in der Teilzeitpartnerschaft ist sehr hoch.

Wer Mitglied der Partnerschaft einer Kanzlei ist, der ist gleichzeitig Unternehmer. Die Verantwortung für Umsatz, Mandanten und Mitarbeiter kommt mit der Ernennung voll zum Tragen, in der Regel steigt die Arbeitszeit deutlich an. Wegen der unternehmerischen Verantwortung, die eine Partnerposition mit sich bringt, ist ein Teilzeitmodell entweder gar nicht vorgesehen oder faktisch nicht umsetzbar. So ist es nicht verwunderlich, dass bei der azur-Umfrage unter rund 300 Kanzleien herauskam, dass insgesamt nicht einmal 5 Prozent der Equity-Partner in Teilzeit arbeiten. 

Gerade Frauen suchen alternative Modelle

Eine wenig überraschende Beobachtung ist, dass von diesen 4,8 Prozent Teilzeitpartnern mehr als die Hälfte, nämlich 56,1 Prozent, Frauen sind. Die hohe Quote belegt, dass gerade Frauen mit Karriereambitionen alternative Modelle auch in der Partnerschaft suchen und annehmen. Vermutlich wäre der Frauenanteil unter den Kanzleipartnern sonst noch niedriger, als er ohnehin schon ist. In absoluten Zahlen ist die deutsche Großkanzlei CMS Hasche Sigle Spitzenreiter, in ihrer großen Partnerschaft arbeiten 19 Anwälte in Teilzeit, davon sind 12 weiblich. Danach folgt Taylor Wessing mit acht Teilzeitpartnerinnen und Gleiss Lutz, bei der immerhin sechs Partnerinnen mit reduzierter Stundenzahl arbeiten.