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09.11.2021 | Autor/in: Claudia Otto
Themen in diesem Artikel:

Karrieresprung: Karriere ohne Umwege

Dr. Alexander Retsch Dr. Alexander Retsch (39)
Glade Michel Wirtz 

Aufgewachsen in: 
Köln

Erste berufliche Station:
Glade Michel Wirtz 

Dieses Tempo kann sich sehen lassen: 2015 Anwalt, 2019 Counsel, 2021 Partner – und alles bei derselben Kanzlei. Dr. Alexander Retsch hat seine anwaltliche Laufbahn bei der Düsseldorfer Kanzlei Glade Michel Wirtz gestartet und arbeitet hier noch heute. Doch wer nun denkt, der Gesellschafts- und Kapital­marktrechtler habe nie etwas anderes gesehen, der irrt: Der 36-Jährige weiß durchaus wie es ist, etwas anderes zu tun – und das nicht nur aus seinem ersten Ferienjob in einem Paketlager, wovon er sich ein Auto finanzierte. „Die Jobs an der Uni – zunächst als studentische Hilfskraft, später als wissenschaftlicher Mitarbeiter – waren dann deutlich angenehmer“, erinnert sich Retsch. 

Auch zog es ihn schon in die weite Welt hinaus: Eine Referendariatsstation absolvierte er beim deutschen Generalkonsulat in Miami, später war er für ein Secondment bei Macfarlanes in London. Doch ohne das Rheinland ging es dann doch nicht. Retsch liebt seine Heimatstadt Köln und den dazugehörigen FC. Im Referendariat lernte er Freshfields Bruckhaus Deringer sowie Glade Michel Wirtz kennen. Für die Düsseldorfer Kanzlei entschied er sich dann nach dem zweiten Staatsexamen. Ok, das war nicht Köln, aber immerhin das Rheinland. Vor allem überzeugte ihn, dass er in einer Boutique große börsennotierte Unternehmen beraten konnte. Das hatte ihm im Team seines Mentors Dr. Marco Sustmann gefallen. Denn Aktien- und Kapitalmarktrecht war seine Passion, schon am Ende der Schulzeit spekulierte Retsch an der Börse. Und in einer kleineren Kanzlei konnte er ganz eng mit den Partnern zusammenarbeiten und so sein Ziel, selbst einer zu werden, schnell erreichen.

Schnell war Retsch als junger Anwalt auf Tuchfühlung mit den ganz Großen gegangen: Sein erster prägender Mandantenkontakt war 2016 die Arbeit im Team für Daimler zur Dieselthematik. Die Verteidigung des Automobilkonzerns gegen Anlegerklagen ist für ihn noch immer das größte Mandat. „Ich habe damals zusammen mit Marco Sustmann vor Ort bei Daimler gepitcht – sie kannten uns schon von der laufenden gesellschafts- und kapitalmarktrechtlichen Beratung. Das war spannend, weil wir wussten, dass es um viel gehen würde“, sagt Retsch. Mit Sustmann und Dr. Andreas Merkner hatte er Daimler schon zum KapMug-Verfahren um die Ad-hoc-Mitteilung zum vorzeitigen Ausscheiden von Vorstand Prof. Jürgen Schrempp beraten: „Das Verfahren lief ja schon zehn Jahre und war im Vergleich zu den Dieselverfahren – jedenfalls hinsichtlich Umfang und Komplexität – überschaubarer.“

Retsch lehrt zudem seit einger Zeit zum Kapitalmarktrecht im Masterstudiengang Wirtschaftsrecht, leider auch nicht in Köln, sondern an der Uni Münster. Aber vielleicht findet der FC Köln ja noch mal an den Kapitalmarkt, dann steht Retsch sicher gern parat.

Das ist kein Teams-Hintergrund, sondern echt: Das Selfie machte Alexander Retsch 2017 an seinem ersten Arbeitstag bei Macfarlanes in London vor St Paul’s. Das Sightseeing ging dann erst nach Feierabend noch weiter. 

Zwei Fragen an Retsch:

Welches nichtjuristische Nicht-Sachbuch bedeutet Ihnen etwas?
,Der Zauberberg‘ von Thomas Mann.

Was macht Ihnen schlechte Laune?  
Als geborener Rheinländer habe ich eigentlich immer gute Laune. Nur Niederlagen des 1. FC Köln können die Stimmung kurzzeitig etwas trüben.
 

Die Rubrik Karrieresprung erscheint monatlich im JUVE Rechtsmarkt