azur100
04.03.2021 | Autor/in: Melanie Müller
Themen in diesem Artikel:

Kapellmann und Partner – Top-Arbeitgeber – Platz 25

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Lob von den eigenen Associates

„Im Verhältnis zum Verdienst besteht ausreichend Freizeit, auch unter der Woche“

„Hier arbeiten einfach extrem viele richtig gute Juristen, die zugleich wirklich nette Kollegen sind“

„Gute Work-Life-Balance, angenehmes Kanzleiklima“

Kritik von den eigenen Associates

„Nicht nur Raum, sondern auch Wege für Akquise aufzeigen“

„Es ist leider noch nicht in allen Köpfen angekommen, dass es eine starke Belastung durch Homeoffice und Homeschooling gibt“

„Das ehemals gute Gesamtpaket stimmt einfach nicht mehr. Es wird viel versprochen und wenig gehalten“

Was externe Juristen über Kapellmann sagen

„Starres Festhalten an Promotion als Einstellungsvoraussetzung sollte überdacht werden, ansonsten fachlich unangefochten“

„Gute Kanzlei mit sehr humanen Arbeitszeiten“

Highlights Praktikum und Referendariat
  • Unterstützung durch Klausurenpaket von Kaiser
  • Fachvorträge an der ‚Düsseldorf-Akademie‘
  • Referendarabende einmal im Quartal
Highlights Ausbildung und Karriere
  • Weiterbildungskurse in Kooperation mit Bucerius, z.B. ‚Junganwaltsmeetings‘
  • Unterstützung beim Fachanwalt und Promotion
Highlights Diversity

keine herausragenden Angebote

Breit aufgestellte Mittelstandskanzlei, die viel Praxisnähe bietet

Die neue Realität. Kapellmann-Associates sind fast schon traditionell ziemlich zufrieden mit ihrem Arbeitgeber. Die Kritikpunkte in der aktuellen azur-Umfrage sind überschaubar. Bei Internationalität und Gehalt sehen sie nach wie vor Verbesserungsbedarf. An anderer Stelle hat die Kanzlei aber schon nachgebessert. „Auch bei Kapellmann hat Corona die Digitalisierung beschleunigt – das war notwendig und hilfreich“, sagt ein Teilnehmer. Bisher eher konservativ beim Umgang mit Heimarbeit, hat die Geschäftsführung inzwischen den Anspruch auf einen festen Homeoffice-Tag in der Woche institutionalisiert – zur Freude ihrer Anwälte. „Homeoffice klappt weitgehend gut“, findet ein Teilnehmer der azur-Umfrage.

Viel Praxisnähe. Nachwuchsjuristen führt Kapellmann schnell an die Mandatsarbeit heran und nimmt sie zu Gerichts- und Mandantenterminen mit. Ehemalige Praktikanten und Referendare loben in der azur-Bewerberumfrage die gute Einbindung ins Team, anspruchsvolle Tätigkeiten und die optimale Betreuung. „Die gute Zusammenarbeit mit allen Kollegen und eine flache Hierarchie machten das Praktikum unglaublich angenehm“, fasst einer zusammen. Grundsätzlich lernen Praktikanten und Referendare die anwaltlichen Grundlagen durch Training on the Job und verfassen etwa Klageentwürfe. Ein umfangreiches Klausurenpaket von Kaiser soll Referendare aufs Examen vorbereiten. Das Gesamtpaket entspricht dem guten Marktstandard.

Weiterbildung fein, Promotionsdruck gemein. Auch die Associates sind in der azur-Umfrage mit der „durchdachten Ausbildung“ zufrieden. Regelmäßige Vorträge der erfahreneren Anwälte fördern das fachliche Know-how. In Kooperation mit Bucerius Education gehören Soft-Skills-Schulungen zu Rhetorik und Zeitmanagement zum Programm. Die Teilnahme an selbst gewählten Seminaren unterstützt die Kanzlei ebenso wie den Fachanwaltslehrgang zeitlich und monetär. Dass Kapellmann an der Promotionsvoraussetzung festhält, finden ihre Associates nicht gut. „Durch das Beharren auf eine Promotion werden Aufstiegschancen sehr schwer bis unmöglich“, bemängelt ein Umfrageteilnehmer, zudem „verschreckt es teilweise gute Juristen“, gibt ein anderer zu Bedenken.

Kaum Anwältinnen. Ihre Chancen auf eine Vollpartnerschaft schätzen die Umfrageteilnehmer als sehr gut ein. Dagegen fällt ihre Bewertung für alternative Karrieremodelle schlecht aus. Die 2019 eingeführte Stufe des Assoziierten Partners ändert daran nichts. Associates fordern in der azur-Umfrage „mehr Transparenz beim Karrieremodell“. Unmut löst vereinzelt auch der geringe Frauenanteil aus, der mit gerade mal 21 Prozent erschreckend niedrig ist. Ein ehemaliger Referendar räumt in der azur-Umfrage ein, dass seitens der Kanzlei „Bemühungen vorhanden sind“, das zu ändern. Ein Associate wiederum fordert: „Der berufliche Aufstieg von Frauen sollte ein per se erstrebenswertes Ziel sein.“

Work-Life-Balance als Kanzleimodell. Kapellmann legt nach eigenen Angaben viel Wert darauf, dass die Mitarbeiter neben der Arbeit noch genug Freiraum für ihr Privatleben haben. Die Associates bewerten ihre Arbeitsbelastung, die Vereinbarkeit von Karriere und Familie sowie ihre Work-Life-Balance in der azur-Umfrage positiv und loben etwa die flexiblen Arbeitszeiten, die Teilzeitmodelle und die Möglichkeit zum Homeoffice. Im Marktvergleich arbeiten die Anwälte bei Kapellmann laut azur-Umfrage mit 49 Stunden durchschnittlich rund drei Stunden pro Woche weniger als ihre Kollegen in anderen Kanzleien. „Das Versprechen der Work-Life-Balance wird hier absolut gehalten“, versichert ein Umfrageteilnehmer.

Einstieg und Bewerbung
Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Karriere und Partnerschaft
Einstieg und Bewerbung

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 15 bis 20

Referendarplätze 2021: 60              

Praktikumsplätze 2021: 25

Wer sich bei Kapellmann bewirbt, sollte mindestens ein Prädikatsexamen mitbringen. Da die Kanzlei großen Wert auf einen Doktortitel legt, ist ein Promotionsvorhaben, im Idealfall eine (weitgehend) abgeschlossene Promotion eine Einstellungsvoraussetzung. Im Vorstellungsgespräch gibt der Bewerber seinen Lebenslauf wieder und begründet seine Studien-, Berufs- und Arbeitgeberwahl. Anschließend stellt ein Partner sowohl die Kanzlei als auch das Karrieremodell vor samt Konditionen und Ausbildungs- und Mentorenprogramm. Nach dem offiziellen Gespräch führt ein Jungpartner den Kandidaten durch die Kanzlei.

Die Kanzlei auf einen Blick

Standorte in Deutschland: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Mönchengladbach und München

Internationale Präsenz: Die Kanzlei hat ein Büro in Brüssel.

Anwälte in Deutschland: 55 Vollpartner, 35 Non-Equity-Partner, 59 Associates, 4 of Counsel und 6 Projektjuristen

Frauenanteil Anwälte: 20,9 %

Umsatz in Deutschland 2019: 54,5 Millionen Euro

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2019: 428.000 Euro

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: nach Vereinbarung (vor dem 1. Examen), bis zu 1.000 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), bis zu 1.250 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: je nach Standort; in Düsseldorf z.B. 520 Euro/Wochenarbeitstag

Associates:

1. Jahr: 85.000 bis 90.000 Euro

2. Jahr: 90.000 bis 95.000 Euro

3. Jahr: 95.000 bis 100.000 Euro

4. Jahr: 95.000 bis 100.000 Euro plus Bonus

5. Jahr: 95.000 bis 100.000 Euro plus Bonus

6. Jahr: 100.000 bis 110.000 Euro plus Bonus

Karriere und Partnerschaft

Die Kanzleikultur sieht vor, die Anwälte aus den eigenen Reihen zu Partnern zu machen. 2019 führte Kapellmann alternativ zur Vollpartnerschaft das Modell des dauerhaften Assoziierten Partners ein: Nach fünf Jahren steht die Entscheidung über die Ernennung zum Assoziierten Partner an. Diese Position kann eine Zwischenstufe auf dem Weg zur Vollpartnerschaft oder eine dauerhafte Anstellung sein. Neben einem festen Grundgehalt erhalten Anwälte dann auch eine Umsatzbeteiligung. Engagieren sie sich darüber hinaus noch, erhalten sie auch einen Bonus. Nach drei Jahren als Assoziierter Partner entscheidet die Partnerschaft über die Aufnahme als Vollpartner.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.