Latham & Watkins LLP

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WAHLSTATION IM AUSLAND – ein Erfahrungsbericht von unserem Associate Chris Freitag

Allgemeines Wirtschaftsrecht
Chris Freitag ist seit März 2020 First Year Associate in unserem Münchener Corporate-Team. Er berichtet von seinen Erfahrungen in der Wahlstation in unserem New Yorker Büro.
Chris Freitag, Associate in unserem Münchner Corporate-Team

Die Vorbereitung

Bereits während meines Studiums hatte ich den Wunsch, später eine meiner Referendarstationen im Ausland zu absolvieren. Als es dann im Referendariat an das Planen der verschiedenen Stationen ging, kam mir dabei zugute, dass ich bereits im Münchner Büro von Latham & Watkins gearbeitet hatte. Ich durfte aus der Vielzahl der weltweiten Büros wählen und entschied mich für den Standort, der meiner Meinung nach „the place to be“ war – New York.

Nachdem ich die Zusage erhalten hatte, blieb mir noch etwa ein Dreivierteljahr, um mich um das nötige Visum, eine Unterkunft und die Flüge zu kümmern. Hier stellte sich gleich ein Vorteil heraus: Im Gegensatz zu vielen anderen angebotenen Auslandsstationen unterstützt Latham seine Referendar*innen während des Auslandsaufenthalts mit einem großzügigen Gehalt.

Da man das erforderliche Visum nicht selbst beantragen kann, bekam ich bei der Antragsstellung auf Vermittlung der Kanzlei Unterstützung von der German American Chamber of Commerce (GACC), die gegenüber den amerikanischen Behörden als der erforderliche Sponsor auftrat. Hier galt es zunächst einige Unterlagen vorzubereiten, ein Telefongespräch mit einem Mitarbeiter der GACC, sowie einen Besuch im amerikanischen Konsulat zu absolvieren.

Schließlich war es dann soweit: Nur zwei Wochen nach meiner letzten Examensklausur saß ich auch schon im Flugzeug nach New York.

Das Büro

Das New Yorker Büro von Latham & Watkins befindet sich zentral gelegen in Midtown auf der 3rd Avenue. Meine anfängliche Aufregung, als ich das erste Mal meinen neuen Arbeitsplatz betrat, ist zum Glück sehr schnell verflogen, nachdem ich meine neuen Kolleg*innen kennengelernt habe. Ich war wunschgemäß dem M&A-Team zugeordnet worden und wurde gleich am ersten Tag von meinem Mentor und einigen anderen Team-Mitgliedern zum Mentor-Lunch eingeladen. Danach wurde ich direkt noch auf eine Kennenlernrunde durch das ganze Stockwerk mitgenommen, sodass ich am Ende meines ersten Tages bereits fast alle Gesichter einmal gesehen hatte.

Dieser erste positive Eindruck bestätigte sich in den kommenden Wochen. Viele der neuen Kolleg*innen fanden die Zusammenarbeit mit einem ausländischen Juristen sehr spannend und löcherten mich mit Fragen zum deutschen Studium und insbesondere dem Referendariat. Ich wurde auch sehr schnell drei anderen aus Deutschland stammenden Anwält*innen im New Yorker Büro vorgestellt und konnte mich nie über einen Mangel an Einladungen zum gemeinsamen Mittagessen beschweren.

Die folgenden Monate waren eine sehr spannende und lehrreiche Zeit. Ich habe nicht nur das amerikanische Team bei der Arbeit unterstützt, sondern auch von New York aus mit meinen alten Münchner Kolleg*innen zusammengearbeitet. Dabei wurde glücklicherweise stets darauf geachtet, mich nicht mit Arbeit zu überfrachten, sodass noch genügend Zeit blieb, das Leben in New York zu genießen. Oft kam es vor, dass mir aufgetragen wurde, mit meinen Freunden die Stadt zu erkunden, wenn ich abends einem der Team-Mitglieder auf dem Flur begegnete.

Die Stadt

Ich habe es nie bereut, mich für New York als Standort für meine Wahlstation entschieden zu haben. Ich hatte die Stadt zuvor noch nie besucht und war begeistert, sie nun über einen so langen Zeitraum erkunden zu können. Wann sonst bekommt man die Gelegenheit, in einer solchen Stadt nicht nur ein oder zwei Wochen sondern mehrere Monate zu leben?

Ich bin wie die meisten männlichen deutschen Referendare und Praktikanten in New York im Kolping House untergekommen. Das Kolping House ist ein Wohnheim für Studenten und Praktikanten aus aller Welt und liegt in bester Wohnlage auf der Upper East Side nur wenige Gehminuten vom Central Park entfernt. Dort habe ich sehr schnell Anschluss an die Gruppe deutscher Referendare gefunden, die dort ebenfalls untergekommen war. Für Frauen gibt es zudem die (deutlich schöneren) Webster Apartments auf der West Side in der Nähe des Hudson River. Die beiden Gruppen trafen sich mehrfach in der Woche für Afterwork-Drinks oder diverse Erkundungen der Stadt und ihrer Umgebung.

Mein größtes Highlight kam jedoch gegen Ende meiner Zeit in New York: Ich hatte mit einer kleinen Gruppe anderer Referendare eine Hütte in den nördlich der Stadt gelegenen Catskill-Mountains gemietet. Wir haben uns ein Auto geliehen und sind dort ein Herbstwochenende lang in die riesigen Bergwälder gefahren, was ich nur jedem empfehlen kann.

Zusammenfassung

Ein Auslandsaufenthalt in der Wahlstation ist eine großartige Erfahrung, die ich jedem nur ausdrücklich empfehlen kann. Man bekommt nicht nur die Möglichkeit, im Ausland über den juristischen Tellerrand zu schauen und die eigenen Sprachkenntnisse zu vertiefen, man hat auch die Möglichkeit, dies mit einem spannenden Städtetrip zu verbinden. Außerdem half es mir letztendlich dabei, mich für eine Kanzlei für den Berufseinstieg zu entscheiden. Eine Kanzlei, die mein Potenzial sieht und mich bei meiner Entwicklung unterstützt. Ich habe sogar noch vor dem Abschluss meiner Wahlstation meinen Associate-Vertrag von Latham erhalten. Einen besseren Abschluss des Referendariats kann es gar nicht geben.