Latham & Watkins LLP

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Pro Bono Mitarbeit als WissMit bei L&W – Women in Business

Allgemeines Wirtschaftsrecht
Wussten Sie dass es, nicht zuletzt durch den starken Flüchtlingsstrom, seit 2017 – auch mit Zustimmung des Gerichts – nicht mehr möglich ist unter 18 Jahren zu heiraten? Mit dieser und weiteren interessanten Fragen rund um das Thema „Women, Business and the Law“ durfte ich mich im Rahmen einer Pro Bono Mitarbeit beschäftigen. Das gesellschaftliche Engagement ist bei Latham & Watkins ein bedeutender Teil der tägli-chen Arbeit. Alleine im Jahr 2019 leistete Latham rund 225.000 Stunden unentgeltliche Pro Bono Arbeit. Auch als wissenschaftliche/r Mitarbeiter*in wird man stark in die Pro Bono Ar-beit eingebunden und kann vollumfänglich an solchen Mandaten mitarbeiten. In diesem kurzen Beitrag werde ich Ihen einen kleinen Einblick in die Pro Bono Mitarbeit als wissenschaftliche/r Mitarbeiter*in bei Latham & Watkins geben.
Ann-Kathrin Klee, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Datenschutz

Hintergrund der Anfrage

Seit 2009 fördert Women, Business and the Law das Verständnis der Gleichberechtigung der Geschlechter und fördert Diskussionen über die Verbesserung der wirtschaftlichen Chancen und des Empowerments von Frauen. Seit 2010 werden jährlich sog. Reports veröffentlicht, welche objektive und messbare Maßstäbe für globale Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter darstellen. Hierzu werden jedes Jahr Fragbögen, welche die Grundlage der Reports bilden, gestellt und von verschiedenen Beitragenden in 190 Ländern ausgefüllt und ergänzt. In den Reports werden die rechtlichen Unterschiede beim Zugang zu wirtschaftlichen Möglichkeiten zwischen Männern und Frauen erfasst. Die gesammelten Daten ermöglichen nicht nur einen Vergleich zwischen den Ländern, sondern bilden darüber hinaus eine Grundlage für politische Diskussionen im Hinblick auf die Verbesserung der wirtschaftlichen Chancengleichheit von Frauen.

Was sich in Deutschland – unter Verweis auf Art. 3 GG – schon fast als eine Selbstverständlichkeit eingebürgert hat, ist in vielen Ländern immer noch ein Novum – die Gleichstellung der Geschlechter. Auch wenn wir selbst in Deutschland in der Arbeitswelt immer noch um die absolute Gleichstellung der Geschlechter kämpfen, sei darauf hinzuweisen, dass beispielsweise Mali erst vor Kurzem ein Diskriminierungsverbot in der Arbeitswelt eingeführt hat. Dieses soll es Frauen einfacher machen in das Berufsleben einzusteigen bzw. Arbeit zu finden. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben erst kürzlich alle Arbeitsplatzbeschränkungen für Frauen aufgehoben, damit sie die gleichen Arbeitszeiten haben und in den gleichen Berufen und Branchen arbeiten können wie Männer. Was sich in Deutschland als kaum mehr vorstellbar erweist, ist in anderen Ländern der Welt noch gang und gäbe.

Die Mitarbeit an einem derart großen und globalen Projekt ist nicht nur spannend, sondern auch äußerst lehrreich. Insbesondere leisten solche Projekte einen immensen Beitrag zur Diversity in der Welt, was auch bei Latham an oberster Stelle steht. Dies wird insbesondere durch unsere verschiedenen Affinity Groups, wie beispielsweise die Women Lawyers Group, gefördert und gelebt.

 

Wie bist Du zu der Mitarbeit gekommen?

Ein großer Vorteil an der Arbeit bei Latham & Watkins ist das praxisgruppen- und standortübergreifende Arbeiten. Unsere übergreifenden E-Mail-Verteiler ermöglichen es, auch spontan in andere Bereiche reinzuschnuppern und hier zu unterstützen. Durch diesen Verteiler bin ich auch an die Pro Bono Aufgabe gekommen. Die oben dargestellte Aufgabe weckte sofort mein Interesse und somit meldete ich mich für diese Aufgabe.

 

Wie lief das Projekt ab?

Zunächst habe ich hierzu ein Workstream-Dokument erstellt, indem alle Fragen aus den Fragebögen aufgelistet und nach Rechercheaufwand eingeordnet werden sollten. Schon eine Woche später hatten wir den ersten Call mit allen Kolleg*innen, die an dem Mandat mitarbeiteten. Jeder hat einen Fragebogen zugeteilt bekommen und konnte diesen eigenständig bearbeiten. Mein Fragebogen behandelte das Thema „Familie“. Ich beschäftigte mich hierbei mit Fragen rund um den Stand der Frau in der Ehe, die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Ehe sowie der Gleichberechtigung einer unverheirateten Frau. Obwohl ich mich seit meiner Examensvorbereitung nicht mehr mit dem Familienrecht auseinandergesetzt habe, konnte ich mich schnell in das Thema einfinden. Zudem behandelte mein Fragebogen Themen, über die ich mir zuvor noch keine bzw. kaum Gedanken gemacht hatte, was letztlich diese Aufgabe so spannend machte. Ich beschäftigte mich beispielsweise mit der Frage, ob eine Frau die gleichen Rechte hat wie ein Mann, wenn es um die Eröffnung eines Geschäfts geht. Oder damit, ob eine Frau in der gleichen Weise das Land verlassen darf, wie ein Mann. Diese Frage mit „Ja“ zu beantworten ist in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Dennoch zeigt sie auch auf, dass es sich in anderen Ländern nicht um eine Selbstverständlichkeit handelt. Mich mit solchen Fragen gezielt auseinander zu setzen war für mich eine Neuheit.

Wir hatten außerdem jede Woche einen Call zu dem Mandat, in dem offene Fragen geklärt werden konnten. Im Rahmen dieser Calls tauschten wir uns auch generell über die zu bearbeitenden Themen aus.

Als dann alle mit ihren Fragebögen fertig waren, tauschten wir diese noch einmal untereinander aus, um unsere Arbeit gegenseitig zu prüfen. Dies führte auch dazu, dass man nun jedes Thema einmal – zumindest grob – behandelt hatte.

 

Fazit

Mir hat die Mitarbeit an diesem Pro Bono Mandat großen Spaß gemacht und ich konnte viel dazu lernen. Ich wurde durchweg in die Arbeit eingebunden und durfte eigenständig arbeiten. Aufgrund der engen Zusammenarbeit mit den Anwält*innen konnte ich einen tiefen Einblick in die tägliche Pro Bono Arbeit gewinnen.

Die Arbeit an dem Projekt hat mir erneut gezeigt, wie rückständig die Gleichberechtigung der Geschlechter in einigen Ländern noch ist und wie wichtig es ist sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.