azur100
06.03.2020 | Autor/in: Eva Flick
Themen in diesem Artikel:

Herbert Smith Freehills – Top-Arbeitgeber in Compliance

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: 8 bis 10

Neueinstellungen weitere Juristen 2020 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 1 bis 3

Referendarplätze 2020: 25    Praktikumsplätze 2020: 8

Standorte in Deutschland: Düsseldorf und Frankfurt

Internationale Präsenz: Die Kanzlei unterhält weltweit 26 Büros. Neben Europa ist ein Schwerpunkt der asiatisch-pazifische Raum.

Anwälte in Deutschland: 17 Vollpartner, 7 Counsel, 37 Associates und 5 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 31,8%

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 6 (davon 5 Frauen)

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 450 Euro/Wochenarbeitstag (vor dem 1. Examen), 750 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), 900 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: 750 Euro/Wochenarbeitstag; max. 3.750 Euro/Monat

Associates
1. Jahr: 120.000 Euro
2. Jahr: 125.000 Euro
3. Jahr: 130.000 Euro

Weitere Juristen im 1. Jahr (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 60.000 Euro plus Bonus bis 6.000 Euro

Über den Arbeitgeber

Lehrreiches Referendariat. Nach der Schließung des Berliner Büros konzentriert sich Herbert Smith Freehills (HSF) auf Frankfurt und Düsseldorf. Im Verhältnis zu ihrer Größe bietet die Kanzlei zwar wenige Praktikantenplätze und auch kein strukturiertes Programm an. Das Versprechen, sie konsequent in ihre Teams zu integrieren, nimmt sie dafür ernst. In Compliance ist die Kanzlei bekannt für ihr Spezialgebiet Asset-Tracing, also dem Wiederbeschaffen von Vermögen. Ehemalige Praktikanten erinnern sich sehr gerne an ihre Zeit. „Das Praktikum kann nicht zu hoch gelobt werden“, resümiert einer in der Bewerberumfrage. Referendaren steht ein Mentor zur Seite, der sie an Mandate heranführt. Außerdem dürfen sie an den Seminaren für Associates teilnehmen. Ein Ex-Referendar lobt diese in der azur-Umfrage als „sehr lehrreich“.

Ausbaufähige Associate-Weiterbildung. HSF hat eine hauseigene Akademie auf die Beine gestellt, die Präsenzseminare mit Onlineweiterbildung kombiniert. Fest auf dem Stundenplan stehen Kurse zum Gesellschaftsrecht, zu Kaufverträgen und Fusionskontrolle, ein externer Sprecher referiert zur Bilanzkunde. Neu hinzugekommen sind Onlinemodule, etwa Podcasts und virtuelle Vorträge, die für jeden zugänglich sind. Erfahrene Associates, die auf dem Weg in die Partnerschaft sind, reisen für mehrere Module nach London. Den Teilnehmern der azur-Associate-Umfrage reicht das offenbar nicht, mit ihrer Weiterbildung sind sie nur mäßig zufrieden. „Mehr auf Präsenzveranstaltungen und nicht auf Videoübertragungen setzen“, wünscht sich ein Teilnehmer. Aber die gute persönliche Beziehung zum Partner kann es offenbar auch retten. „Der verantwortliche Partner nimmt sich viel Zeit“, lobt ein Teilnehmer.

Ausnahme Wochenendarbeit. HSF-Associates arbeiten mit rund 53 Wochenstunden in etwa so viel wie der Durchschnitt und geben ihrem Arbeitgeber in der azur-Umfrage in Sachen Arbeitsbelastung eine gute Note. Das gilt auch für die Work Life Balance, zumal sie betonen, dass Wochenendarbeit die Ausnahme ist. Allerdings haben sie nicht das Gefühl, Karriere und Familie unter einen Hut bringen zu können, im Schnitt sind die Associates anderer Kanzleien da etwas zufriedener. Dabei sind Teilzeit- und Homeoffice-Möglichkeiten keine Lippenbekenntnisse, alles funktioniere „reibungslos“, wie mehrere Umfrageteilnehmer feststellen.

Frauenförderung tut not. Schlecht bis sehr schlecht beurteilen die Associates in der azur-Umfrage allerdings ihre Chancen auf die Vollpartnerschaft und die alternativen Karrierewege. Einen enormen Aufholbedarf hat HSF in Sachen Frauenförderung. Unter den 17 Partnern ist lediglich eine Frau. International verfolgt die Kanzlei ein ambitioniertes Ziel: Sie will in den nächsten fünf Jahren einen Frauenanteil von 40 Prozent in der Partnerschaft erreichen. Für das deutsche Büro dürfte das so schwierig werden wie ein bemannter Flug zum Mars.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020 (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.


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