azur100
06.03.2020 | Autor/in: Helena Hauser
Themen in diesem Artikel:

GSK Stockmann – Top-Arbeitgeber – Platz 15

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

„Vom ersten Tag an Mandantenkontakt, keine bloße Zuarbeit für einen Partner“

„Sehr angenehmes Betriebsklima, hohe Professionalität“

„Realistische Chancen auf eine Partnerschaft“

„Zu viel Arbeit, zu wenige Leute“

„Das Gehalt entspricht nicht den Arbeitszeiten“

„Homeoffice sollte nicht als ,2.-Klasse-Arbeit‘ belächelt werden“

„Eine gut aufgestellte Kanzlei mit guten Aufstiegschancen“

„Work-Life-Balance ist nur mittelmäßig“

„Gutes Betriebsklima“

▪ Praktikantenprogramm mit umfassender Vortragsreihe

▪ Crashkurse zur Examensvorbereitung

▪ Seminare zu Soft Skills

▪ Flexibles Level-System für die Associate-Karriere

▪ Coaching für Partnerkandidaten

▪ Intensive Beteiligung an Projekten zur Weiterentwicklung der Gesamtkanzlei

▪ Externer Familienservice

Über den Arbeitgeber

Gemeinsam auf Modernisierungskurs. GSK ist auf ihrem Weg von der deutschen Mittelstands- zur Großkanzlei schon weit gekommen. Gemeinsam mit den Associates feilt die Kanzlei an den neuen Strukturen für die Associate- und Praktikantenausbildung. „Alle sind in die Weiterentwicklung aktiv eingebunden, jeder kann und darf mitmachen“, schreibt ein Associate in der azur-Umfrage. Dort geben viele Teilnehmer gute Noten, wenn es um ihre Gesamtzufriedenheit und das Betriebsklima geht. „Tolle Team- und Kanzleimentalität gepaart mit hoher fachlicher Kompetenz“, lobt ein Associate.

Großkanzlei-Arbeitszeiten, Mittelstandskanzlei-Gehalt. Nachholbedarf bescheinigen die Associates GSK in puncto Gehalt. „Das Gehalt entspricht nicht den Arbeitszeiten“, bemängeln einige, und sind auch mit der Arbeitsbelastung unterdurchschnittlich zufrieden. Laut azur-Umfrage arbeitet der GSK-Nachwuchs gut zwei Stunden mehr als anderswo. Das wirkt sich auch auf die Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Karriere und Familie aus – hier ist der Nachwuchs ebenfalls nicht wirklich glücklich, die Meinungen gehen aber in den einzelnen Teams auseinander. GSK bietet zwar wie viele Kanzleien flexible Teilzeitmodelle, mobiles Arbeiten und Homeoffice an, einen in Teilzeit arbeitenden Partner gibt es aber erst seit dem vergangenen Jahr. Bei der Suche nach einer Kinderbetreuung arbeitet GSK mit einem Dienstleister zusammen. Interne Seminare zum Thema ‚Leben und Arbeiten‘ sollen die Mitarbeiter sensibilisieren. In der azur-Umfrage wünschen sich einige Associates jedoch „mehr Kollegen, damit sich die Arbeit verteilen lässt“ und „mehr Verständnis für die Arbeit von zu Hause“.

Umfangreiche Associate-Ausbildung. Auch beim Aus- und Fortbildungsprogramm setzt GSK auf den Input der Junganwälte: Das umfangreiche Angebot der GSK-Akademie wird nach Rücksprache mit Associates regelmäßig erweitert. Sie bietet einen Mix aus fachlichen Inhalten, Soft-Skills-Training und Englischkursen. Zuletzt kam ein dreitägiges Seminar zur Entwicklung des eigenen Geschäfts hinzu. Die Partner bringen sich inzwischen mehr in das Akademieprogramm ein und geben Kurse unter anderem zu Akquisetechniken. Ergänzt wird das Paket durch externe Veranstaltungen. Associates loben die Angebote und „die Unterstützung bei Fortbildungen im Fachbereich inklusive Fachanwaltslehrgang“. GSK hat damit nach Ansicht ihrer Associates ein Ausbildungspaket geschnürt, das sich im Marktvergleich sehen lassen kann.

Karriere in sechs Leveln. GSK hat vor einigen Jahren gemeinsam mit den Associates eine Level-System entwickelt. Die Karriereschritte und Förderung, der Feedback-Turnus und das Gehalt der Junganwälte sind nicht an Berufsjahre, sondern an Level geknüpft. Auf welcher Stufe sich ein Associate befindet, misst GSK an festgelegten Kompetenzen – dazu gehören unter anderem die fachliche Qualifikation, der Aufbau von eigenem Geschäft und Netzwerken, aber auch Teamfähigkeit. Für die Local-Partner hat GSK neu einen ‚Entwicklungspfad‘ entworfen, auf dem sie die Kandidaten noch gezielter durch ein Mentoring auf die Partnerschaft vorbereiteten. Mit der Karriereförderung, der Kommunikation ihres Arbeitgebers und ihren Partnerchancen sind die Associates überdurchschnittlich zufrieden. „Aktive Förderung, um das nächstes Level zu erreichen“, loben die Teilnehmer der azur-Umfrage.

Viel gelernt, schnell integriert. In einer von Associates zusammengestellten 20-teiligen Vortragsreihe lernen Praktikanten die Kanzlei und die verschiedenen Fachbereiche kennen. Seit Kurzem können Praktikanten und Referendare an allen Standorten, teilweise per Onlinemeeting, daran teilnehmen. Daneben sind die angehenden Juristen über ihren Mentor in die alltägliche Beratungsarbeit eingebunden – sie gehen mit zu Gericht, zu Notarterminen und Vertragsverhandlungen. „Viel gelernt, schnell integriert“, lobt ein ehemaliger Praktikant. Referendaren steht darüber hinaus ein Partner als ständiger Ansprechpartner zur Seite. Durch Klausurenkurse und Aktenvorträge können sie sich auf das Examen vorbereiten. Damit der Berufsstart später reibungslos klappt, gibt es neuerdings ein Bewerbungstraining für die Referendare.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: 35 bis 45

Neueinstellungen weitere Juristen 2020 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 1 bis 2

Referendarplätze 2020: 50         

Praktikumsplätze 2020: 30

Wie die meisten Kanzleien freut sich GSK über Bewerber mit hoher Punktzahl in beiden Staatsexamina. Insgesamt 18 Punkte sind aber für GSK nicht zwingend notwendig. Auch ein LL.M.-Abschluss oder eine Promotion sind gerne gesehen, aber keine Voraussetzung. Allerdings sollte ein Bewerber über gute Englischkenntnisse verfügen. Das Bewerbungsverfahren ist in zwei Runden unterteilt: In der ersten führt der Bewerber ein Gespräch mit zwei Partnern und lernt anschließend die Associates kennen. In der zweiten Runde trifft der Bewerber auf weitere Partnern und Associates des Standortes.

Standorte in Deutschland: Berlin, Frankfurt, Hamburg, Heidelberg und München

Internationale Präsenz: Büro in Luxemburg. Derzeit keine institutionalisierte internationale Vernetzung, aber als ehemaliges Mitglied der Broadlaw-Gruppe weiterhin ein Netz individueller Kontakte.

Anwälte in Deutschland: 57 Vollpartner, 14 Non-Equity-Partner, 9 Counsel, 97 Associates und 11 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 35,1%

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 1

Umsatz in Deutschland 2018: 70,6 Millionen Euro

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2018: 423.000 Euro

Aktuelle Entwicklungen: GSK hat in den Vorjahren viel an ihren internen Strukturen gearbeitet. Jetzt widmet sie sich vor allem dem Auffrischen der internationalen Beziehungen – ein wichtiger Schritt, nachdem sich das internationale Netzwerk, in dem GSK Mitglied war, aufgelöst hat. Vor allem der Luxemburger Standort der Kanzlei, an dem die Arbeit schon sehr international ist, spielt dabei eine wichtige Rolle. Neben den traditionellen Stärken im Immobilienrecht und bei der Mittelstandsberatung setzt GSK auch neue Akzente. So waren im Corporate und Bank- und Finanzrecht das Joint Venture mit Airbus, aber auch die Wertpapiertransaktion für die Commerzbank, Siemens und Continental wegweisende Mandate.

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 600 bis 800 Euro/Wochenarbeitstag

Referendare: 600 bis 800 Euro/Wochenarbeitstag

Associates:
1. Jahr: 90.000 bis 105.000 Euro
2. Jahr: 90.000 bis 105.000 Euro plus Bonus
3. Jahr: 95.000 bis 110.000 Euro plus Bonus
4. Jahr: 100.000 bis 115.000 Euro plus Bonus
5. Jahr: 105.000 bis 120.000 Euro plus Bonus
6. Jahr: 110.000 bis 125.000 Euro plus Bonus

Weitere Juristen im 1. Jahr (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine Angaben

Regulär können Associates bei GSK nach sechs Jahren Local-Partner und nach acht Jahren Vollpartner werden. Fest an Berufsjahre geknüpft ist die Ernennung nicht mehr, seit die Kanzlei den Karrierefortschritt der Associates in Levels statt Berufsjahren misst. Um die Anwälte bei ihrem Aufstieg zu unterstützen, bietet die Kanzlei eigene Trainings an, etwa zur Mitarbeiterführung. Daneben gibt es ein Partnerentwicklungsprogramm. Abseits des klassischen Partnertracks haben Associates die Möglichkeit, dauerhaft als Counsel zu arbeiten. Im vergangenen Jahr wurden zwei Anwälte zu Local-Partnern und zwei zum Vollpartner ernannt. Mit lediglich sieben weiblichen Partnern von insgesamt 57 ist der Frauenanteil auf Equity-Level gering. Die Vergütung der Partner erfolgt nach dem Prinzip eines modifizierten Locksteps, der leistungsbezogene Bonuszahlungen ermöglicht.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020  (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.


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