azur100
06.03.2020 | Autor/in: Anika Verfürth
Themen in diesem Artikel:

Google – Top-Arbeitgeber im IT-Recht

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: 4 bis 7

Neueinstellungen weitere Juristen 2020 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): ca. 1

Referendarplätze 2020: 4 bis 8          Praktikumsplätze 2020: keine

Standorte in Deutschland: Hamburg, Berlin und München

Internationale Präsenz: Internationales Unternehmen mit Hauptsitz in Kalifornien und Niederlassungen in mehr als 50 Ländern weltweit.

Volljuristen in Deutschland: 21 (davon 18 in der Rechtsabteilung)

Frauenanteil in der Rechtsabteilung: 44,4%

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 2 (davon eine Frau)

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: max. 3.125 Euro/Monat (für Nebentätigkeit)

Syndikusanwälte
1. bis 3. Jahr: keine Angaben

Über den Arbeitgeber

Ok Google, wo ist die nächste Herausforderung? Datenschutz, Urheberrechtsreform, Medienstaatsvertrag: Es vergeht kaum ein Jahr, in dem keine neuen rechtlichen Rahmenregelungen getroffen werden, die Google im Kerngeschäft treffen. Das wirkt sich auch auf die Arbeit in der Rechtsabteilung aus. Diee Syndikusanwälte müssen zwangsläufig up to date bleiben. Bildete die Rechtsabteilung 2018 ein weiteres Juristenteam für Cloud-Themen, kam im Jahr 2019 ein neues Litigation-Team hinzu. Häufig sind die Inhouse-Anwälte in grundsätzliche Verfahren vor dem BGH oder EuGH involviert. So ist es keine Überraschung, dass die Google-Juristen seit Jahren höchst zufrieden mit ihrem Job sind. In der azur-Umfrage, an der sie vereinzelt teilnahmen, bestätigt einer: „Sehr abwechslungsreiche und immer wieder herausfordernde Arbeit.“

Referendare im internationalen Austausch. Von diesem dynamischen und internationalen Arbeitsumfeld profitieren auch die Referendare. Während ihrer Station haben sie einen festen Ansprechpartner, rotieren bei Wunsch auch durch andere Teams. Seit Kurzem fördert Google durch Videokonferenzen, an denen Juristen in Ausbildung aus allen Rechtsabteilungen weltweit teilnehmen können, den internationalen Austausch. Praktikanten stellt Google in der Rechtsabteilung nicht ein. Syndizi erwartet „ein breites Angebot interner Schulungen“, wie ein Teilnehmer in der azur-Umfrage hervorhebt. Dazu zählt eine Reihe an Soft-Skills-Trainings, unter anderem zu Konfliktlösung oder Führungskompetenzen. Darüber hinaus bilden sich die Juristen regelmäßig intern in Fachgruppentreffen zu aktuellen Themen wie künstliche Intelligenz weiter. Aber auch außer Haus besuchen sie nach Bedarf Seminare und gehen auf Fachtagungen, wie etwa den ,Copyright-Summit‘. Wer eine Zeit in einem der zahlreichen internationalen Projekte im Ausland verbringen möchte, kann dies über ein Mini-Rotationsprogramm schon ab einem Zeitraum von wenigen Wochen verwirklichen.

Externe Hilfe bei hoher Auslastung. Zwar herrscht laut azur-Umfrage eine „hervorragende Stimmung“ in der Inhouse-Abteilung, ein Manko bleibt aber die hohe Arbeitsbelastung. Um im Projektgeschäft Entlastung zu schaffen, setzt die Rechtsabteilung externe Projektanwälte ein. Das kam bei den azur-Umfrageteilnehmern gut an, dennoch wünschen sie sich vereinzelt eine „wöchentliche Workload-Besprechung mit dem Manager.“ In puncto Teilzeit zeigt sich der Konzern sehr flexibel. Laut eigener Angabe arbeiten viele Juristen in Teilzeit. Das steht der Karriere nicht im Weg: Jüngst hat Google die Position einer Teilzeit-Teamleitung neu geschaffen und besetzt. Dennoch sind, wie in vielen Rechtsabteilungen, die Leitungspositionen begrenzt. Daher wechseln Google-Juristen mitunter auch in andere Abteilungen, um sich dort weiterzuentwickeln.

Diversity bitte auch bei Kanzleien. Der Internetkonzern ist bekannt für seine gelebte Diversity, die er bis zur Mandatierung von externen Beratern durchzieht. Kanzleien, die im Pitch die Vorgaben zu diversen Teams der Anwälte ignorieren, können sich von einer Mandatierung verabschieden. Im Konzern selbst fördern zahlreiche Initiativen die Vielfalt, darunter die Teilnahme am CSD oder verschiedene Trainings zur Vermeidung von Vorurteilen, sowie ein halbjährlicher interner Diversity-Award. Ein azur-Umfrageteilnehmer betont ein „klares Bekenntnis und Verständnis, dass Diversity nicht nur Gender-Diversity meint“.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020 (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.