azur100
04.03.2021 | Autor/in: Anika Verfürth
Themen in diesem Artikel:

Google – Top-Arbeitgeber im Datenschutz

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Das Unternehmen auf einen Blick
Vergütung
Das Unternehmen auf einen Blick

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 2 bis 5

Neueinstellungen weitere Juristen 2021 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 1

Referendarplätze 2021: 8   Praktikumsplätze 2021: keine

Standorte in Deutschland: Hamburg (Sitz der Rechtsabteilung), Berlin und München

Internationale Präsenz: Der Hauptsitz von Google liegt im kalifornischen Mountain View. Das international aufgestellte Unternehmen hat mehr als 70 Niederlassungen in 40 Ländern weltweit. Die europäische Zentrale sitzt in Dublin.

Volljuristen in Deutschland: 21 in der Rechtsabteilung

Frauenanteil in der Rechtsabteilung: 47,6 %

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 1

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: werden nicht beschäftigt

Referendare: max. 3.125 Euro/Monat (für Nebentätigkeit)

Syndikusanwälte

1. bis 3. Jahr: keine Angaben

Weitere Juristen im 1. Jahr (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine Angaben

Über den Arbeitgeber

Gutes Image ist begründet. Der Technologiekonzern besitzt ein besonders positives Image als Arbeitgeber, auch unter Juristen. „Tolle Rechtsabteilung, hervorragende Juristen, spannende Aufgaben“, loben Associates aus Kanzleien die deutsche Rechtsabteilung von Google. Externe Juristen heben auch das „freie und kreative Arbeitsumfeld“ hervor. Dass sich die juristische Arbeit analog zum Konzern stetig weiterentwickelt, ist keine Überraschung. So haben zuletzt zum Beispiel die mit dem Ausbau im Bereich der Cloud-Dienste zusammenhängenden Vertrags- und Datenschutzfragen den Syndikusanwälten viel Arbeit beschert. Auch weil Google-Juristen oft auf rechtlich bislang unerschlossenem Terrain agieren, sind die Jobs hier nicht für Berufseinsteiger gedacht. Drei Jahre Berufserfahrung sollten Bewerber daher mindestens mitbringen.

Weltweit up to date. Wer dann einmal dabei ist, bleibt in aller Regel lange: Die Mitarbeiterfluktuation ist gering. Die Google-Juristen, die nur vereinzelt an der azur-Umfrage teilnahmen, sind sehr zufrieden mit ihrem Arbeitgeber. „Rundes Paket mit besten Arbeitsbedingungen“, fasst ein Syndikusanwalt zusammen. Zum Paket gehört auch ein sich stetig entwickelndes Angebot für Weiterbildungen. Dazu zählen interne Fortbildungsprogramme zu Themen wie Datenschutz oder künstlicher Intelligenz sowie die Teilnahme an externen Fachkonferenzen oder Seminaren. Eine neu eingeführte Legal-Education-Plattform verschafft allen Juristen weltweit einen Überblick zu spezifischen Rechtsgebieten wie etwa dem Musikrecht oder der Strafverfolgung. Die Inhalte entstehen aus eigener Initiative der Juristen und sind aufgezeichnet für alle verfügbar, auch für Referendare und neue Kollegen.

Internationales für Referendare. Referendaren steht während ihrer Stage ein Ausbilder zur Seite und sie arbeiten grundsätzlich in der gesamten Rechtsabteilung an Themen mit. „Gefragt ist ein hohes Maß an Initiative und Organisationstalent, um die vielfältigen Anfragen aus dem Team behandeln zu können“, beschreibt ein Google-Jurist den Anspruch an Referendare. „Wir integrieren Referendare sehr stark in unser Team.“ Im Rahmen von Videokonferenzen fördert Google schon im Referendariat den Austausch mit anderen Rechtsteams weltweit. Praktikanten nimmt die Rechtsabteilung hingegen nicht auf.

Vorbild für Diversity im Rechtsmarkt. Seit jeher sticht Google hervor, wenn es um Vielfalt in den Teams geht. Dabei geht die Rechtsabteilung sogar so weit, dass sie externe Kanzleien nur noch mandatiert, wenn sie diesbezüglich bestimmte Vorgaben erfüllen. Und bei Google herrscht „eine hohe Flexibilität insbesondere bei Arbeitszeiten, um familiäre und berufliche Anforderungen gut vereinbaren zu können“, wie ein Jurist in der azur-Umfrage beschreibt. Trotz aller Flexibilität wird von den Juristen aber auch hoher Einsatz erwartet. Damit die Arbeitsbelastung nicht aus dem Ruder gerät, steht allen Mitarbeitern eine ganze Reihe an Trainingsmaßnahmen und Arbeitszeitmodellen zur Verfügung. Teilzeitführungspositionen, Jobsharing oder Trainings zur eigenen Work-Life-Balance sind nur ein Teil davon. Zudem werden Überstunden dank der Zeiterfassung dokumentiert und können abgefeiert werden.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.