azur100
04.03.2021 | Autor/in: Laura Bartels
Themen in diesem Artikel:

Glade Michel Wirtz – Top-Arbeitgeber im Kartellrecht

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Die Kanzlei auf einen Blick

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 4 bis 7

Neueinstellungen weitere Juristen 2021 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine

Referendarplätze 2021: 8 bis 12   Praktikumsplätze 2021: 4

Standort in Deutschland: Düsseldorf

Internationale Präsenz: GMW hat kein eigenes Büro im Ausland, arbeitet aber eng mit befreundeten Kanzleien zusammen.

Anwälte in Deutschland: 7 Vollpartner, 1 Non-Equity-Partner, 4 Counsel, 15 Associates und 1 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 21,4 %

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: ca. 14 Euro/h (vor dem 1. Examen), ca. 24 Euro/h (nach dem 1. Examen), ca. 28 Euro/h (nach dem 2. Examen)

Referendare: 1.000 Euro/Wochenarbeitstag

Associates

1. Jahr: 110.000 Euro

2. Jahr: 115.000 Euro

3. Jahr: 120.000 Euro

Über den Arbeitgeber

Gute Stimmung unter Associates. Die Teamkultur ist Glade Michel Wirtz (GMW) wichtig. Deswegen hält die Kanzlei Veranstaltungen wie das freitägliche Feierabendbier hoch – in Corona-Zeiten virtuell. Bier spielt auch im kartellrechtlichen Kontext immer mal wieder eine Rolle, etwa bei unerlaubten Preisabsprachen zwischen Bierbrauern und Händlern. GMW ist regelmäßig in spannende Verfahren involviert: So mandatierte die Deutsche Telekom die Kartellrechtler zuletzt im Zusammenhang mit der Fusionsfreigabe für Vodafone/Liberty. Mit ihren Arbeitsinhalten sind die Associates laut azur-Umfrage zufrieden. Neben den „interessanten Mandaten“ und „hohem juristischen Niveau“ betonen sie die „klasse Stimmung im Team“ und den „guten Zusammenhalt unter den Associates“. Weniger begeistert sind sie von Personalführung, der Kommunikation der Partner und ihrer Arbeitsbelastung: Ihre Wochenarbeitszeit liegt mit 55 Stunden laut azur-Umfrage rund drei Stunden über dem Durchschnitt.

Gemischtes Bild. Einige Umfrageteilnehmer kritisieren die „Arbeit an Wochenenden und Feiertagen“, andere heben positiv hervor, dass sie „dann gerade nicht arbeiten müssten“. Je nach Team loben sie die „familienfreundliche Atmosphäre“ und die „hohe Flexibilität“ bezüglich der Arbeitseinteilung oder aber kritisieren die „Facetime-Kultur“ und wünschen sich „mehr Gestaltungsmöglichkeiten“. Ein Teilnehmer findet, man könne durch die Wahl des „richtigen Tracks“ jederzeit Einfluss auf seine eigene Work-Life-Balance nehmen. GMW ist eine von wenigen Kanzleien, die ein alternatives Beschäftigungsmodell mit festem Feierabend anbietet. Daneben gibt es Teilzeitstellen. Bei einigen Associates kommt das an, andere sehen darin nur ein Lippenbekenntnis.

Großes Engagement beim Nachwuchs. Unbestritten viel tut GMW für den Juristennachwuchs. Neben klassischem Training on the Job und fachlichen Weiterbildungen und Mentoring für alle gibt es insbesondere für Referendare noch eine Reihe weiterer Veranstaltungen wie Englischunterricht, Bilanztraining und Kurse zur Examensvorbereitung in Kooperation mit Alpmann und Kaiser. Zufrieden sind auch die Referendare und Praktikanten selbst: Sie loben in der azur-Bewerberumfrage die „enge Einbindung in die Mandatsarbeit“ und dass sich die „Partner viel Zeit für die Ausbildung nehmen“.

Mehr Feedback auf dem Weg nach oben. Auch mit der eigenen Weiterbildung sind die jungen Anwälte zufrieden und vergeben gute Noten. Vereinzelt wünschen sie sich ein „noch breiteres Angebot“, insbesondere jenseits juristischer Themen. Verglichen mit anderen, auch größeren Kanzleien ist das Programm umfangreich und entspricht mit Kursen zu Rhetorik oder Verhandlungsführung dem Marktstandard. Ihre Aufstiegschancen bewerten die Associates positiv. Auf dem Weg dorthin wünschen sie sich aber noch „mehr Feedback in regelmäßigen Abständen“. Wer bei GMW wann Partner werden kann, ist klar definiert: Nach vier Jahren steht die Entscheidung zum Counsel an, nach sechs Jahren, wer den Sprung in die Vollpartnerriege schafft. Wer das nicht will, für den gibt es seit 2020 die Position des Salary-Partners, die unternehmerischen Einsatz finanziell belohnt, ohne dass die Anwälte das Risiko tragen.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.


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