azur100
04.03.2021 | Autor/in: Markus Lembeck
Themen in diesem Artikel:

EnBW – Top-Arbeitgeber im Südwesten

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Das Unternehmen auf einen Blick
Vergütung
Das Unternehmen auf einen Blick

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 1 bis 3

Neueinstellungen weitere Juristen 2021 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine

Referendarplätze 2021: 10               Praktikumsplätze 2021: 2

Standorte in Deutschland: Düsseldorf, Hamburg, Karlsruhe, Leipzig und Stuttgart

Internationale Präsenz: Mit einzelnen Beteiligungen, speziell für Windkraftanlagen, ist EnBW auch im europäischen Ausland sowie in den USA und Taiwan aktiv.

Volljuristen in Deutschland: 90 (davon 55 in der Konzernrechts­abteilung)

Frauenanteil in der Rechtsabteilung: 54,5 %

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 2 (1 Frau)

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 9,50 Euro/h (vor dem 1. Examen), 10 Euro/h (nach dem 1. Examen)

Referendare: 1.000 Euro/Monat (netto, nach Abzügen)

Syndikusanwälte

1. Jahr: 62.000 bis 65.000 Euro plus Bonus bis 5.000 Euro

2. Jahr: 64.000 bis 68.000 Euro plus Bonus bis 5.000 Euro

3. Jahr: 66.000 bis 71.000 Euro plus Bonus bis 5.000 Euro

Über den Arbeitgeber

Neue Prioritäten. Der Energiekonzern steckt wie viele Wettbewerber in einem großen Transformationsprozess. Besonders bei erneuerbaren ­Energien und Elektromobilität lässt sich erkennen, welche Prioritäten das börsennotierte Unternehmen mittlerweile setzt: EnBW betreibt mehrere On- und Offshore-Windparks, die von einem Projektteam in Hamburg gesteuert werden, in dem auch Juristen arbeiten. Mit seinen Ladesäulen für E-Autos will EnBW einer der führenden Anbieter für diese ‚Stromtankstellen‘ werden und setzt bei Zukäufen immer wieder eigene Juristen ein.

Balance zwischen Arbeit und Familie. Die Tradition des staatlich kon­trollierten Energieversorgers lässt sich natürlich nicht über Nacht ablegen. Mit der tarifgebundenen Bezahlung liegt EnBW im Marktvergleich eher niedrig bei maximal 65.000 Euro im ersten Jahr. Auf der anderen Seite ist die tarifliche Arbeitszeit ebenfalls niedrig bemessen, und Überstunden lassen sich durch Freizeit ausgleichen. Einen Frauenanteil von über 54 Prozent schaffen nicht viele juristische Arbeitgeber. Die Vereinbarkeit von Karriere und Familie ist dementsprechend ein Pluspunkt: „Familienfreundlich, sympathisch und bodenständig“, so beschreibt ein Teilnehmer der azur-Umfrage seinen Arbeitgeber. Speziell in der Corona-Krise habe das Unternehmen seine Mitarbeiter gut umsorgt.

Spezialisierung möglich. Die flachen Hierarchien im Juristenteam bringen es mit sich, dass die Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Rechtsabteilung bislang nicht besonders vielfältig sind. Dafür gibt es in der azur-Umfrage unterdurchschnittliche Noten. Die Juristen arbeiten gerade daran, mit Leitungspositionen in den Teams, die etwa für Erzeugung, Netze oder Kunden zuständig sind, weitere Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen. Eine Spezialisierung auf bestimmte Rechtsgebiete ist aber bereits möglich und erwünscht. Für den nötigen fachlichen Input sorgen unter anderem interne Weiterbildungsveranstaltungen mit den Stammkanzleien. Die Rechtsabteilung greift auch auf Angebote des Konzerns für alle Mitarbeiter zurück, die vor allem im Bereich Soft Skills angesiedelt sind.

Intensives Referendariat. Besonderen Wert legen die EnBW-Juristen auf eine gute Ausbildung ihrer Referendare. Die Wahlstation ist nicht nur in Karlsruhe und Stuttgart möglich, sondern auch bei den Beteiligungen in Düsseldorf (Stadtwerke Düsseldorf) und Leipzig (VNG). Gezielt und regelmäßig üben die Inhouse-Mentoren Aktenvorträge mit den Referendaren zur Vorbreitung auf die mündliche Examensprüfung. Die eigenständige Bearbeitung von Fragestellungen ist gerne gesehen und wird mit kons­truktivem Feedback begleitet, wie ehemalige Referendare berichten. Insgesamt ist die Einbindung in der dreimonatigen Wahlstation sehr eng, und vier bis fünf Anwesenheitstage pro Woche sind gewünscht. Ein Pluspunkt für EnBW: Jeder vierte ehemalige Referendar bekam später dort eine Stelle angeboten, die meisten sagten zu.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.