azur100
04.03.2021 | Autor/in: Eva Flick
Themen in diesem Artikel:

Ebner Stolz Mönning Bachem – Top-Arbeitgeber – Platz 24

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Lob von den eigenen Associates

„Sehr gute Karrierechancen“

„Hohe Eigenverantwortung“

„Gute Work-Life-Balance“

Kritik von den eigenen Associates

„Transparenz bezüglich der Vergütungsstruktur fehlt“

„Es sollten Englischkurse angeboten werden“

„Mehr Feedback wäre wünschenswert“

Was externe Juristen über Ebner Stolz sagen

„Unterschätzt, die können richtig was“

„Im Wachstum, gute Perspektiven“

„Gut, solide, mittelständisch“

Highlights Praktikum und Referendariat
  • Kostenübernahme für fünf Kaiserseminare-Klausuren
Highlights Ausbildung und Karriere
  • Gut eingespielte Förderung für Steuerberater- oder Wirtschaftsprüferexamen
  • Umfangreiches Fortbildungsangebot im nicht fachlichen Bereich
Highlights Diversity

keine herausragenden Angebote

Multidisziplinäre Kanzlei mit guter Work-Life-Balance

Zufriedene Associates. Wer bei Ebner Stolz an Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung denkt, liegt richtig – und falsch, denn längst ist sie ebenso eine Anwaltskanzlei. Sie gehört zu den multidisziplinären Einheiten, das heißt, sie bietet Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung aus einer Hand. Der Rechtsberatungsarm expandiert, was Associates laut azur-Umfrage gut finden. „Es ist spannend zu sehen, wie der Bereich der Rechtsberatung stetig wächst und immer mehr Wahrnehmung und Anerkennung in der Öffentlichkeit findet“, schreibt ein Teilnehmer. Mit ihrem Arbeitgeber insgesamt sind die Associates in vielerlei Hinsicht zufrieden. So geben sie dem Betriebsklima eine überdurchschnittliche Note und loben „den sehr freundlichen Umgang“. Da passt es ins Bild, dass der Großteil der Umfrageteilnehmer sich auch noch in fünf Jahren bei seinem Arbeitgeber sieht.

Hier stimmt die Work-Life-Balance. Ein Grund dafür dürfte auch sein, dass viele Associates mit ihrer Work-Life-Balance und der Arbeitsbelastung überdurchschnittlich zufrieden sind – was nicht viele Kanzleien von sich behaupten können. Mit rund 50 Wochenarbeitsstunden laut azur-Umfrage geht bei Ebner Stolz das Licht rund zwei Stunden früher aus als bei Wettbewerbern. Arbeiten am Wochenende ist hier keine gelebte Praxis, ein Teilnehmer schreibt, das sei „die absolute Ausnahme und kam in zwei Jahren zweimal vor“. Sich sportlich betätigen können die Anwälte auch während der Bürozeiten. Am Standort Köln gibt es außer einer Laufgruppe auch einen Trainer, der an fünf Tagen pro Woche Sportkurse anbietet – in Corona-Zeiten auch online.

Mit viel Flexibilität Karriere und Familie fördern. Flexibilität ist das Geheimnis, mit dem es die Kanzlei offenbar schafft, dass ihre Associates der Vereinbarkeit von Karriere und Familie überdurchschnittliche Noten geben – jedenfalls sind sie laut azur-Umfrage damit zufriedener als der Durchschnitt. Die Arbeitszeiten seien variabel, schreibt ein Teilnehmer, und würden durch den Mandanten und weniger durch den Partner vorgegeben. Ein anderer lobt die „Toleranz, wenn Kinder mit zur Arbeit genommen werden“ sowie „Verständnis für familiäre Zwänge“.

Praktikanten und Referendare sind mittendrin. Obwohl die Kanzlei so groß ist, dass sich eigene Seminare für Praktikanten und Referendare lohnen würden, verzichtet sie darauf. Vielmehr setzt sie auf eine intensive und individuelle Betreuung. Wer bereits weiß, worauf er sich später spezialisieren möchte, kann seine Zeit in der entsprechenden Praxisgruppe verbringen. Wann immer es möglich ist, dürfen Praktikanten und Referendare an Mandantenterminen und auch an Kursen der hauseigenen Akademie teilnehmen. Jedem Nachwuchsjuristen steht ein erfahrener Anwalt zur Seite, der einen Blick auf die Ausbildung hält. Für Referendare kooperiert Ebner Stolz neuerdings mit Kaiserseminare; sie können fünf von 20 Klausuren bearbeiten und korrigieren lassen.

Breite Ausbildung. Die Associates profitieren vom multidisziplinären Ansatz: In der hauseigenen Akademie lernen die Juristen bei nicht fachspezifischen Themen, wie Präsentationstechniken oder Personalführung, gemeinsam mit den Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern. Gleiches gilt für diejenigen, die sich auf die steuerrechtliche Beratung fokussieren möchten. Aber auch andere Spezialisierungen sind möglich, entsprechende Fachanwaltslehrgänge fördert die Kanzlei finanziell. Die Associates sind zufrieden mit dem Angebot. Einer lobt etwa die „unkomplizierte Abstimmung und Koordination von Weiterbildungswünschen“ und die Tatsache, dass Secondments im Ausland gefördert werden.

Einstieg und Bewerbung
Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Karriere und Partnerschaft
Einstieg und Bewerbung

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 20 bis 30

Referendarplätze 2021: 15              

Praktikumsplätze 2021: 20

Ebner Stolz erwartet mindestens ein Prädikatsexamen von ihren Bewerbern. Weitere Qualifikationen wie Promotion, LL.M.-Abschluss oder andere aus dem Bereich Wirtschaft oder Finanzverwaltung (Diplom-Finanzwirt) werden begrüßt, sind aber keine zwingende Voraussetzung. Das Bewerbungsverfahren ist kompakt. Bereits im ersten Gespräch, das auf anderthalb bis zwei Stunden angesetzt ist, sollen die wesentlichen Informationen zwischen Arbeitgeber und Kandidaten ausgetauscht werden. Das Gespräch führen meist zwei Partner – ebenso das zweite Gespräch.

Die Kanzlei auf einen Blick

Standorte in Deutschland: Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Karlsruhe, Köln, Stuttgart u.a.

Internationale Präsenz: Ebner Stolz ist Mitglied von Nexia International, einem weltweiten Netzwerk von unabhängigen Prüfungs- und Beratungsunternehmen. In China ist sie 2019 ein Beratungs-Joint-Venture unter dem Namen Ebner Stolz Neumann Wu eingegangen.

Anwälte in Deutschland: 14 Vollpartner, 20 Non-Equity-Partner, 30 Counsel und 51 Associates

Frauenanteil Anwälte: 35,7 %

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine

Umsatz in Deutschland 2019: 84,2 Millionen Euro

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2019: 449.000 Euro

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: 300 bis 600 Euro/Wochenarbeitstag

Associates:

1. Jahr: 70.000 bis 80.000 Euro plus Bonus bis 15.000 Euro

2. Jahr: keine Angaben

3. Jahr: keine Angaben

4. Jahr: keine Angaben

5. Jahr: keine Angaben

6. Jahr: keine Angaben

Karriere und Partnerschaft

Der Steuer- und der Rechtsbereich haben die Karrierestufen jeweils verbindlich definiert, die Ebner Stolz-Juristen konnten sich entscheiden, wo sie einsortiert werden wollen. In beiden Bereichen gibt es ein jeweils eigenes, detailliertes Kompetenzmodell, anhand dessen der Fortschritt von Associates in der Mandatsbearbeitung und Geschäftsentwicklung gemessen wird. Zudem haben die Bereiche Steuern und Recht unterschiedliche Karriereleitern. Dies ermöglicht es dem Rechtsbereich, sich dem Kanzleimarkt stärker anzunähern, sprich höhere Stundensätze zu verlangen, höhere Gehälter zu zahlen und einen schnelleren Aufstieg zu ermöglichen. So gibt es nach Auskunft der Kanzlei bei gutem Geschäft keine Begrenzung der Partner-Slots. Bei den Gehältern kann die Spreizung je nach Standort und Qualifikation groß sein. Die Partner werden nach dem Modell des modifizierten Locksteps vergütet, das heißt, neben der Dauer der Kanzleizugehörigkeit zählt auch der individuelle Umsatz. Die Teilnehmer der Associate-Umfrage sind sowohl hinsichtlich der Partnerchancen als auch hinsichtlich der Möglichkeiten jenseits der Partnerschaft zufrieden. Einer sieht „sehr gute Karrierechancen, der Rechtsbereich wird massiv ausgebaut“.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.