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05.01.2022 | Autor/in: Ludger Steckelbach
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Diese Kanzleien bieten die besten Aufstiegschancen

Knapp 400 Partnerinnen, Partner und Counsel haben die JUVE-Top-50-Kanzleien im Jahr 2021 ernannt. Für die Anwälte ist das ein persönlicher Erfolg und ein großer Karriereschritt. Im angespannten Arbeitsmarkt setzen die Kanzleien die Ernennungen auch ein, um ihre besten Anwälte zu halten. Wir zeigen euch, welche Kanzleien im letzten Jahr besonders ernennungsfreudig waren.

Seit Jahren gibt es eine stabile Zahl von Partnerernennungen, scheinbar unabhängig von Corona und Umsatz. Dass über die Hälfte der neuen Partner aus den vier Rechtsgebieten Corporate, Immobilien- und Arbeitsrecht sowie Finanzrecht kommt, zeigt, dass Kanzleien auch weiterhin strategisch auf Stabilität setzen.

Die in Deutschland personalstärkste Kanzlei CMS Hasche Sigle spricht wie im Vorjahr – und damit nicht überraschend – die nach absoluten Zahlen meisten Ernennungen aus. Das Verhältnis neuer Counsel und Partner zur Gesamtzahl der Anwälte bietet aber unabhängig von der Kanzleigröße die interessanteren Einblicke. Mit 33 Ernennungen beförderte CMS 5,8 Prozent ihrer Full Time Equivalents. Das sind gegenüber einem Marktdurchschnitt von 4,2 Prozent relativ viele, wenn auch kein Spitzenwert (siehe Tabelle).

Die Ursachen, wer in dieser Übersicht vorne landete, sind unterschiedlich. Bei Friedrich Graf von Westfalen etwa spielt nach nur einer Beförderung 2020 ein Nachholeffekt hinein, ähnlich wie bei Kümmerlein. Raue und Oppenhoff & Partner dagegen fielen bereits im Vorjahr mit hohen Quoten auf.

Die Neuernennungen im Verhältnis zur Zahl der Berufsträger unterscheidet sich auch nach der Kanzleiherkunft. Die US-Kanzleien erzielten 2021 mit 3,2 Prozent den niedrigsten Wert. Möglicherweise beeinflusste der Pandemieverlauf im Heimatland diese Vorsicht. Jones Day und Milbank etwa konnten keine Neupartner in ihren hiesigen Teams begrüßen. Britische und deutsche Kanzleien waren mit 3,6 sowie 4,4 Prozent im Mittelwert ernennungsfreudiger.

In einer Spitzenkanzlei Partner zu werden erfordert eine enorme individuelle Leistung. Doch die Kanzleien ernennen neue Partner auch, um sie nicht an die Konkurrenz zu verlieren. Der aktuelle Gehälterkrieg zeigt das monetäre Bild des angespannten Arbeitsmarkts, die Beförderungen bewährter Angestellter das nominelle. Die Chefs wollen gute Anwälte gewinnen – und halten. Echte Beförderungen sind da ein probates Mittel.

Alle Namen, Zahlen und Analysen findet ihr in der aktuellen Ausgabe des JUVE Rechtsmarkt 01/2022.