azur100
04.03.2021 | Autor/in: Johanna Heidrich
Themen in diesem Artikel:

D+B Rechtsanwälte – Top-Arbeitgeber im Gesundheitswesen

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Die Kanzlei auf einen Blick

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 5 bis 10

Referendarplätze 2021: 10  Praktikumsplätze 2021: 5

Standorte in Deutschland: Berlin und Düsseldorf

Internationale Präsenz: Die Kanzlei hat zwar einen Standort in Brüssel, agiert jedoch in erster Linie in Deutschland. International arbeitet sie mit ebenfalls im Medizinrecht spezialisierten Partnerkanzleien aus dem EuMedLex-Netzwerk zusammen.

Anwälte in Deutschland: 9 Vollpartner, 3 Non-Equity-Partner und 18 Associates

Frauenanteil Anwälte: 56,6 %

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: bis zu 700 Euro/Tag

Referendare: max. 1.000 Euro/Monat

Associates

1. Jahr: 66.000 bis 72.000 Euro plus leistungsabhängigen Bonus

2. Jahr: 72.000 bis 78.000 Euro plus leistungsabhängigen Bonus

3. Jahr: 78.000 bis 84.000 Euro plus leistungsabhängigen Bonus

Über den Arbeitgeber

Medizinboutique auf Wachstumskurs. Wer sich für eine Karriere im ­Gesundheitsrecht interessiert, ist bei D+B perfekt aufgehoben. Die ­Boutique ist ausschließlich auf die Beratung der Gesundheitsbranche spezialisiert und bietet eine intensive Ausbildung sowie hochkarätige Mandate. Das Geschäft brummte nicht zuletzt während der Corona-Krise, in der viele Mandanten, wie zum Beispiel der Anbieter einer App zur Corona-Testung, zusätzlichen Beratungsbedarf hatten. Somit ist die Boutique auf Wachstumskurs und will im kommenden Jahr bis zu zehn neue Volljuristen einstellen. Berufseinsteiger müssen nicht zwingend Kenntnisse des Gesundheitsrechts mitbringen, die Kanzlei fordert allerdings mindestens ein vollbefriedigendes Examen und sehr gute Englischkenntnisse. Auch eine Promotion empfiehlt sie ihren Anwälten, denn sie arbeiten häufig mit Mandanten wie Naturwissenschaftlern oder Ärzten zusammen, die selbst einen Doktortitel haben. Eine Promotion ist bei D+B auch berufsbegleitend möglich.

Von Anfang an mittendrin. Ein festes Ausbildungsprogramm gibt es, wie bei vielen Kanzleien dieser Größe, nicht. Sowohl Referendare als auch Berufseinsteiger ordnet D+B von Anfang an einem Team zu und stellt ihnen einen Mentor an die Seite, der sie eng begleitet. Referendare lernen den Kanzleialltag kennen und nehmen an Besprechungen und Gerichtsterminen teil. Um schnell einen guten Überblick über das komplexe Gesundheitsrecht zu erlangen, heißt es für die Associates Learning by Doing: Sie übernehmen früh Verantwortung in Mandaten und stehen nach erfolgreicher Probezeit mit auf dem Kanzleibriefkopf. Wer möchte, kann im Rahmen eines sogenannten Secondments für mehrere Monate den Alltag einer Rechtsabteilung kennenlernen, etwa in der Pharma- oder Medizintechnikbranche. Auch die Ausbildung zum Fachanwalt ist bei D+B üblich, in der Regel im Medizinrecht. Die Kosten dafür trägt die Kanzlei. Praktikanten können vor oder während ihres Studiums bei D+B anfangen und bleiben in der Regel einen Monat.

Viele Frauen, aber nicht auf Partnerebene. Mit einem Frauenanteil von insgesamt knapp 57 Prozent liegt D+B deutlich über dem Marktdurchschnitt. Allerdings ist die oberste Ebene männlich dominiert; unter den neun Vollpartnern ist nur eine Frau. An die Spitze kommt ein D+B-Anwalt über die Zwischenstufe des Assoziierten Partners nach sieben bis zehn Jahren. Dabei setzt D+B auf organisches Wachstum und nimmt in der Regel keine Quereinsteiger in die Partnerschaft auf. In den vergangenen beiden Jahren ernannte die Kanzlei insgesamt drei Partner, die ­alle aus den eigenen Reihen stammten.

Arbeit flexibel gestalten. Laut Kanzleiangaben arbeiten die Associates rund 48 Stunden wöchentlich. Im Vergleich zu vielen Großkanzleien ist das ein moderates Pensum. Individuelle Angebote wie Teil- und flexible Arbeitszeitmodelle sollen es allen Anwälten ermöglichen, Karriere und Familie zu vereinbaren. Wie bei vielen anderen Arbeitgebern hat die Corona-Pandemie auch D+B zu einem Schub in puncto Homeoffice verholfen. Die Arbeit von zu Hause ist nun für alle Mitarbeiter möglich und wird dadurch erleichtert, dass die Kanzlei vollständig auf digitale Akten setzt.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.