azur100
06.03.2020 | Autor/in: Eva Flick
Themen in diesem Artikel:

Covington & Burling – Top-Arbeitgeber im IT-Recht

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: 5 bis 8

Referendarplätze 2020: 6      Praktikumsplätze 2020: keine

Standort in Deutschland: Frankfurt

Internationale Präsenz: Der Hauptsitz der US-Kanzlei ist in Washington D.C., weitere US-Standorte sind Los Angeles, New York, San Francisco und das Silicon Valley. Eigene Büros gibt es auch in Peking, Brüssel, Dubai, Johannesburg, London, Seoul und Schanghai.

Anwälte in Deutschland: 9 Vollpartner, 2 Counsel, 4 Associates und 1 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 18,8%

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 15–25 Euro/h (vor dem 1. Examen), 800 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. und 2. Examen)

Referendare: 800 Euro/Wochenarbeitstag; max. 4.000 Euro/Monat

Associates
1. Jahr: 120.000 Euro plus Bonus
2. Jahr: 130.000 Euro plus Bonus
3. Jahr: 140.000 Euro plus Bonus

Über den Arbeitgeber

Unter neuer Flagge. Zwei Jahre ist die US-Kanzlei Covington & Burling nun in Deutschland präsent. Im Jahr 2018 traten die Amerikaner durch die Fusion mit der Frankfurter Kanzlei Heymann & Partner – neben M&A und Private Equity für ihren Schwerpunkt im IT-Recht, speziell der Beratung zu hochvolumigen IT-Outsourcings bekannt – in den hiesigen Markt ein. Die junge Einheit steckt in Sachen Ausbildung zwar noch in den Kinderschuhen, will aber personell wachsen. Ihre wissenschaftlichen Mitarbeiter und Referendare sieht sie als künftige Associate-Kandidaten. Referendare sind direkt in die Mandatsarbeit eingebunden und lernen so, wie der Arbeitsalltag in einer Wirtschaftskanzlei aussieht. Ein spezielles Programm bietet Covington zwar nicht, zahlt aber für die Examensvorbereitung einen Repetitor wie Kaiser oder Hemmer – je nach Präferenz des Referendars. Am wöchentlichen Englischunterricht für Associates dürfen sie ebenfalls teilnehmen.

Internationale Ausbildung für Associates. Für eine erfolgreiche Bewerbung als Associate sollten Bewerber zweimal ein Vollbefriedigend vorweisen. Ein LL.M.-Abschluss oder eine Promotion sind gerne gesehen, aber keine zwingende Voraussetzung. Für die Ausbildung ihrer jungen Anwälte hat die Kanzlei verschiedene Seminare auf die Beine gestellt, die im Frankfurter Büro stattfinden und die von in- oder externen Referenten geleitet werden. Darin diskutieren die Teilnehmer aktuelle Rechtsfragen und -entwicklungen. Soft Skills wie Präsentationstechniken stehen ebenso auf dem Ausbildungsplan wie der Erwerb eines Fachanwalttitels, wenn es im jeweiligen Fachbereich Sinn macht. Ergänzt wird das Ganze durch ein E-Learning-Angebot. Ihre Karriereschritte besprechen die Associates mit ihrem Mentor. Höhepunkt dürfte das weltweite jährliche Treffen aller neuen Associates im Washingtoner Büro sein. Die europäischen Anwälte treffen sich zusätzlich alle zwei Jahre in London. Davon abgesehen ist aber auch der Alltag international geprägt, denn viele Mandate werden in Zusammenarbeit mit den US-Büros bearbeitet.

Auf lange Sicht: Partnerschaft. Nach frühestens acht Jahren ist die Partnerschaft bei Covington in Sicht, wobei die Weichen dafür nach fünf Jahren gestellt werden. Kommt das nicht infrage, besteht die Möglichkeit – auch auf Dauer – als sogenannter Special Counsel oder of Counsel angestellt zu bleiben. Da die Kanzlei in Deutschland wachsen will, dürfte es mit den Aufstiegschancen gar nicht so schlecht bestellt sein.

Frauenförderung tut not. Beim Thema Frauen in der Partnerschaft bietet Covington in Deutschland noch das Bild einer reinen Männerparade. Auch der Frauenanteil insgesamt ist vergleichsweise niedrig. Um das zu ändern, hat die Kanzlei ein Frauennetzwerk geschaffen: Dessen Mitglieder treffen sich zum jährlichen Austausch in London. International ist das Bild diverser: Im Managementkomitee sind von acht Partnern drei weiblich. Vorteilhaft könnte sich zukünftig auswirken, dass die Kanzlei Teilzeitmodelle anbietet, die auf Associate-Ebene auch schon gelebt werden. Eine vorgeschriebene Anzahl an abrechenbaren Stunden – Usus bei den meisten US-Kanzleien – gibt es bei Covington nicht.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020 (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.