azur100
04.03.2021 | Autor/in: Melanie Müller
Themen in diesem Artikel:

CMS Hasche Sigle – Top-Arbeitgeber – Platz 2

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Lob von den eigenen Associates

„Ausbildung junger Anwälte steht im Vordergrund“

„CMS unterstützt den Aufbau eigener Veranstaltungsreihen, um die Marktsichtbarkeit zu erhöhen“

„Rücksichtnahme auf Schwangerschaft und ­Kinderbetreuung ist überwiegend vorhanden“

Kritik von den eigenen Associates

„Größte Flexibilität für den Job wird erwartet, aber nicht für den privaten Bereich akzeptiert“

„Arbeit besser zwischen den Associates aufteilen“

„Bezahlung nicht marktüblich“

Was externe Juristen über CMS sagen

„Grandiose Kanzlei, tolle Weiterbildung“

„Grundsätzlich positiv, aber Work-Life-Balance ­verbesserungsfähig und flachere Hierarchieebenen sollten gelebt werden“

„Das Betriebsklima ist stark abhängig vom ­jeweiligen Team“

Highlights Praktikum und Referendariat
  • Individuelle Mentoren für die Dauer des Praktikums
  • Akademie für Referendare, unter anderem mit dem Repetitor Kaiserseminare
Highlights Ausbildung und Karriere
  • Internationale Weiterbildungsseminare im CMS-­Verbund
  • Kooperation mit der Universität St. Gallen speziell für Principal Counsel
  • Kleingruppencoachings für Senior Associates und Counsel
Highlights Diversity
  • Kanzleiweite Diversity-Beauftragte und AGG-Beschwerdestelle, die vertraulich Anfragen bearbeitet
  • Trainings und Schulungen zu Diversity-Themen
  • Zusammenarbeit mit einem Familienservice

Personalstärkste Kanzlei mit großem Programm für ihre Anwälte

Früh übt sich. Hunderte Plätze für Praktikanten und Referendare bietet Deutschlands personalstärkste Wirtschaftskanzlei jährlich an. In Berlin, Hamburg, Leipzig und München gewinnen Nachwuchsjuristen Einblicke durch individuelle Praktika, während es in Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Stuttgart zweimal jährlich strukturierte Praktikantenprogramme gibt. Während das Gruppenprogramm eine Vielzahl von Vorträgen und Workshops vorsieht, ist im individuellen Praktikum die Anbindung an den Arbeitsalltag stärker. Zum Paket gehört auch die Teilnahme an Gerichts- und Mandantenterminen. Doch das Gruppenpraktikum gefällt nicht jedem: „Statt langweiligen Vorträgen sollten sie interaktive Workshops anbieten“, meint ein Teilnehmer der azur-Bewerberumfrage. „Toll ausgestaltetes, abwechslungsreiches und durchdachtes Praktikantenprogramm“, findet wiederum ein anderer.

Gut versorgte Referendare. Herzstück der Referendarausbildung ist die kanzleieigene Akademie, in der Referendare über Kaiserseminare – inzwischen auch vollständig digitalisiert – diverse Module zum materiellen sowie formellem Recht belegen können. Obendrauf gibt es ein Klausurenpaket. Die Einbindung in den Arbeitsalltag kommt dabei nicht zu kurz: So hebt ein Teilnehmer in der Bewerberumfrage die „intensive Mitarbeit an allen möglichen Mandaten und Fragestellungen“ hervor.

Vielfältige Weiterbildung. CMS bildet ihre Anwälte bei jährlich organisierten Karrieretagen aus, außerdem gibt es Fortbildungen, die auf die jeweilige Berufserfahrung abgestimmt sind. So erhalten Senior Assoictaes Informationen zu den Beförderungsanforderungen und intensives Feedback zu ihrem persönlichen Business Case. Erfahreneren Anwälte wie Counsel bietet CMS Kleingruppen-Coachings und Workshops zu Geschäfts­entwicklung, Akquise oder Wissensmanagement. Einen deutlichen betriebswirtschaftlichen Fokus hat die Weiterbildung für die relativ neue Karrierestufe des Principal Counsel, bei der CMS mit der Universität St. Gallen kooperiert. Den Fachanwaltstitel fördert CMS finanziell und zeitlich. Die Meinungen über das Weiterbildungsangebot, dessen Note genau im Marktdurchschnitt liegt, gehen in der Umfrage auseinander. „Mehr Managementausbildung“, „mehr Fortbildungsmaßnahmen“ fordern einige, während andere mit dem bereits umfassenden Programm „auf sehr hohem Niveau“ sehr zufrieden sind.

Legal Tech gehört dazu. CMS gehört zu den Kanzleien, die einen guten Ruf für den Einsatz von Legal-Tech-Tools genießen. So darf die Schulung zum Umgang mit diesen nicht fehlen. In Kooperation mit Bucerius können die Anwälte bei CMS dort Erlerntes in Praxiseinsätzen vertiefen. interaktive Formate wie Hackathons gibt es ebenfalls.

Durchwachsene Stimmung. Großer Kritikpunkt der Associates bleibt die Work-Life-Balance. Mit laut azur-Umfrage knapp 53 Arbeitsstunden pro Woche liegt CMS in etwa im Marktdurchschnitt, die Arbeitsbelastung bewerten die Teilnehmer als hoch. Positiv äußern sie sich zu der Möglichkeit des mobilen Arbeitens und Teilzeitmodellen, speziell der 80-Prozent-Regelung. Anwälte können ihre Arbeitszeit auf allen Karrierestufen auf 80 Prozent reduzieren, ohne dass sich der Weg zur Partnerschaft verlängert. Ein Teilnehmer schränkt jedoch ein: Teilzeit werde „noch nicht von vielen gelebt“. Ein anderer kritisiert „starke Vorbehalte seitens der Partner gegenüber Teilzeit“. Das Betriebsklima beschreiben die Associates als „grundsätzlich gut“, mit ihrem Gehalt sind sie weniger zufrieden. Zwar zahlt CMS im Marktvergleich nicht wenig, doch andere Großkanzleien haben in den Vorjahren die Gehälter stärker angehoben.

Einstieg und Bewerbung
Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Karriere und Partnerschaft
Einstieg und Bewerbung

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 80 bis 90

Neueinstellungen weitere Juristen 2021 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 5 bis 10

Referendarplätze 2021: 300

Praktikumsplätze 2021: 180

Von Bewerbern erwartet CMS ähnlich wie Wettbewerber überdurchschnittliche Examensnoten. Punkten können Bewerber mit einer Promotion, einem LL.M-Abschluss, auch Legal-Tech-Know-how begrüßt die Kanzlei. Bewerber durchlaufen ein bis zwei Gesprächsrunden. An dem Erstgespräch nimmt neben einem Partner aus dem jeweiligen Geschäftsbereich ein HR-Partner teil. Im zweiten Gespräch kommen weitere Partner und Associates aus dem zukünftigen Team hinzu. Teilnehmer der azur-Bewerberumfrage loben das Verfahren bei CMS als „angenehm“.

Die Kanzlei auf einen Blick

Standorte in Deutschland: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart

Internationale Präsenz: CMS Hasche Sigle hat Auslandsbüros in Brüssel und Hongkong. Über die CMS-Allianz ist sie an über 50 Standorten weltweit vertreten. Alle Kanzleien der Allianz sind wirtschaftlich eigenständig, kooperieren aber bei der Geschäftsentwicklung und unterhalten gemeinsame Büros etwa in Istanbul, Moskau und in Asien.

Anwälte in Deutschland: 210 Vollpartner, 12 Non-Equity-Partner, 126 Counsel, 315 Associates und 17 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 34,3 %

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 24

davon Frauen: 15

Umsatz in Deutschland 2019: 343,6 Millionen Euro

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2019: 618.000 Euro

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: variiert je nach Standort, durchschnittlich ca. 700 bis 800 Euro/Wochenarbeitstag

Associates:

1. Jahr: 100.000 Euro

2. Jahr: 105.000 Euro

3. Jahr: 110.000 Euro plus Bonus bis 10.000 Euro

4. Jahr: 115.000 Euro plus Bonus bis 15.000 Euro

5. Jahr: 120.000 Euro plus Bonus bis 20.000 Euro

6. Jahr: keine Angaben

Weitere Juristen im 1. Jahr (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 40.000 bis 75.000 Euro

Karriere und Partnerschaft

Nach drei Jahren können CMS-Associates zum Senior Associate ernannt werden, nach fünf Jahren zum Counsel. In diesem Status kann man dauerhaft arbeiten oder zum Vollpartner aufsteigen. Vor zwei Jahren hat die Kanzlei den Status des Principal Counsel für angestellte Anwälte ab dem achten Berufsjahr eingeführt. Schon 15 wurden dazu ernannt, darunter sechs Frauen. Die Position ist für Juristen gedacht, die als Experten in ihrem Bereich dauerhaft angestellt bleiben und keine unternehmerische Verantwortung sowie strategische Aufgaben in der Mitarbeiterführung und -entwicklung übernehmen möchten.

Bei der Vergütung ihrer Vollpartner hält die Kanzlei am Lockstep fest – je länger jemand in der Partnerschaft ist, desto höher sein Verdienst. Associated Partner, Principal Counsel und Counsel erhalten ein Festgehalt plus Bonus, der von der persönlichen Leistung abhängt. Laut azur-Associate-Umfrage wünschen sich die CMS-Anwälte bessere Vollpartnerchancen und verteilen für die Aussicht auf diesen Status unterdurchschnittliche Noten. 2021 wurden neun neue Partner ernannt.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.


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