azur100
04.03.2021 | Autor/in: Anika Verfürth
Themen in diesem Artikel:

Bundesamt für Verfassungsschutz – Top-Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Die Behörde auf einen Blick
Vergütung
Die Behörde auf einen Blick

Neueinstellungen Volljuristen 2021: hoher Personalbedarf, keine genauen Angaben möglich

Referendarplätze 2021: keine           Praktikumsplätze 2021: keine

Standorte in Deutschland: Köln und Berlin

Mitarbeiter in Deutschland: keine Angaben

Frauenanteil Juristen: keine Angaben

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: werden nicht beschäftigt

Referendare: werden nicht beschäftigt

Syndikusanwälte

1. Jahr: ca. 52.814 Euro (A13) plus Nachrichtendienstzulage von ca. 250 Euro/Monat

2. und 3. Jahr: keine Angaben

Über den Arbeitgeber

Arbeit im Verborgenen für das Grundgesetz. Ein Berufseinstieg beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) bedeutet für junge Juristen ein Stück weit eine Bewerbung ins Blaue hinein, denn es ist naheliegend, dass die deutschen Nachrichtendienste wenig über ihre Organisation preisgeben dürfen. Wer sich allerdings für eine Laufbahn im öffentlichen Dienst abseits der Richterschaft entscheidet, den erwartet nicht weniger als eine Arbeit im Sinne der demokratischen Grundordnung. Spionage­abwehr und Extremismus- oder Terrorismusbezug sind keine Seltenheit. Rechtlich können dabei datenschutz- und verfassungsrechtliche Themen sowie arbeits- und beamtenrechtliche Sachverhalte auf dem Tisch der Juristen landen.

Ausbildung zum Allrounder. Zweimal jährlich, das nächste Mal voraussichtlich im Herbst, schreibt das Bundesinnenministerium die Stellen aus. Nach einer umfangreichen Sicherheitsüberprüfung, die auch der Grund dafür ist, dass das BfV keine Referendare oder Praktikanten einstellt, geht es nach Berlin zum Assessmentcenter. Für eine Behörde besonders ist das Trainee-Programm, das Berufseinsteiger zum Allrounder ausbildet. Drei Stationen à 10 Monate sind in der Verwaltung, in einer Fach- und der Abteilung ‚Zentrale Dienste‘ vorgesehen. Die eigene ­Akademie für Verfassungsschutz sowie die Bundesakademie für öffentliche Verwaltung bieten allgemeinere Weiterbildungen zur Teamführung sowie Speziallehrgänge, in denen es um mögliche Aufgabengebiete wie Rechtsextremismus oder Spionageabwehr geht. Ein neues Onboarding-Programm für die ersten sechs Monate sowie ein persönlicher Mentor für die gesamte Trainee-Zeit begleiten den Berufseinstieg.

Die Vorzüge des öffentlichen Dienstes. Die Laufbahn im gehobenen Dienst beim BfV macht Juristen ab Tag eins zu Beamten auf Probe. Die Chancen, dauerhaft Beamter zu bleiben, stehen nach Angaben der Behörde sehr gut. Als Referent besteht die Möglichkeit, zum Referatsleiter aufzusteigen. Die gesellschaftlich-politische Situation der vergangenen Jahre führt dazu, dass regelmäßig neue Referate gebildet werden und sich damit immer wieder neue Karrierechancen ergeben. Eine Karriere im öffentlichen Dienst ist bekanntermaßen besonders familienkompatibel, weshalb wohl auch so viele Frauen beim BfV arbeiten. Genaue Angaben zur Frauenquote macht die Behörde nicht. Teilzeitmodelle können nach klaren Strukturen – neuerdings auch ohne besonderen Anlass – beantragt werden. Zuletzt startete die Behörde als Pilotprojekt ein Jobsharing-Modell. Die Arbeitszeit von vertraglich 41 Wochenstunden wird minütlich erfasst, für Überstunden gibt es einen Freizeitausgeich.

Image ist alles. Der Verfassungsschutz bemüht sich, das Image einer verstaubten Behörde abzulegen und in vielen Bereichen moderner zu werden. Das gilt insbesondere auch für die Telearbeit. Getrieben durch den Corona-Lockdown arbeitet das BfV an Konzepten für das Homeoffice. Dies wird aus Sicherheitsaspekten aber immer nur bedingt und abhängig von der Tätigkeit möglich sein. Interne Sportgruppen sollen auch während der Arbeitszeit die Work-Life-Balance fördern. Zudem gibt es Zuschüsse für externe Fitnessanbieter. Auch das Thema Diversity nimmt das BfV ernst; die Behörde ist bemüht um vielfältige Teams. Auch und trotz der Pensionierungswelle im öffentlichen Dienst der kommenden Jahre sucht das BfV somit neben Berufseinsteigern auch erfahrene Juristen aller Generationen.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.


Anzeige