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12.08.2020 | Autor/in: Helena Hauser

Bewegung auf dem deutschen Markt der Rechtsdienstleister

Der deutsche Rechtsdienstleistungsmarkt ordnet sich neu: Nun zieht sich auch Axiom aus Deutschland zurück. Erst kürzlich hatte Lawyers on Demand angekündigt, seine beiden hiesigen Büros zu schließen. Schon vor einigen Monaten war der Projektjuristenanbieter Xenion Teil der Pinsent Masons-Tochter Vario geworden. Doch es gibt auch einen Markteintritt: Der On-Demand-Rechtsbeistandanbieter Centurion Plus eröffnet zwei Büros in Deutschland.

Im Kanzleialltag sind Projektjuristen inzwischen weit verbreitet, sie helfen aus bei Großverfahren oder personalintensiven Projekten und sind befristet angestellt. Und auch in Rechtsabteilungen von Unternehmen überbrücken Juristen von Rechtsdienstleistern Engpässe. Nachdem die vergangenen Jahre von Expansion in den deutschen Markt geprägt waren, wendet sich nun aber das Blatt zumindest für einige Anbieter.

Axiom, einer der größten Anbieter von juristischen Dienstleistungen im US-Markt, organisiert sein Europageschäft neu und entlässt laut JUVE-Informationen seine deutschen Mitarbeiter bis Ende August. An dem Standort in der Schweiz soll ein kleines Team die bestehenden Kunden weiter betreuen. Insgesamt sind an beiden Standorten etwa 20 Mitarbeiter tätig.

Dass Axiom seine personelle Europapräsenz nun derart verkleinert, kommt überraschend: Das Unternehmen war erst 2017 in Deutschland mit einer ambitionierten Wachstumsstrategie an den Start gegangen. Ende 2019 investierte die Beteiligungsgesellschaft Permira in Axiom, um es bei seiner Expansion zu unterstützen. Zudem soll JUVE-Informationen zufolge das Europageschäft profitabel sein.

In einer Pressemitteilung kündigte Axiom nun lediglich an, in den nächsten Wochen eine Reorganisation des deutschen und des Schweizer Büros vorzunehmen. Die Kunden sollen durch kleinere lokale Teams, unterstützt von größeren Teams in Großbritannien und in den USA, betreut werden. Daniel Biene, der das Team in der Schweiz und in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren geleitet hat, soll laut Axiom das Unternehmen im Laufe dieses Jahres verlassen.

Neue Angebote von Kanzleien treiben den Markt

Mit Centurion Plus startete dagegen vor Kurzem ein internationaler On-Demand Rechtsbeistandanbieter in Frankfurt und Berlin. Das Unternehmen gehört zur Centurion Law Group, einem Rechtskonglomerat, das von dem bekannten afrikanischen Unternehmensanwalt NJ Ayuk gegründet wurde.

Auch andere Kanzleien bauen ihre Angebote für alternative Rechtsdienstleistungen aus: Der unter anderem auf das Geschäft mit Projektjuristen spezialisierte Dienstleister Vario, eine Tochter von der britischen Kanzlei Pinsent Masons, holte sich im Juni in Deutschland personelle Verstärkung von Lawyers on Demand. Diese kündigte zeitgleich an, ihre beiden Büros in Deutschland zu schließen. Vario befindet sich in Deutschland auf Wachstumskurs und hatte schon im Dezember vergangenen Jahres mit Xenion Legal einen weiteren Anbieter für Projektjuristen übernommen. 

Der Bird & Bird-Beratungsarm Baseline schloss sich vor einigen Monaten mit Valoecon Management Consulting zu Oxygy zusammen. Zudem hatte Ashurst Ende 2019 eine Kooperation mit dem weltweit größten Anbieter alternativer juristischer Dienstleistungen, UnitedLex, verkündet.