azur100
04.03.2021 | Autor/in: Silke Brünger
Themen in diesem Artikel:

Baker & McKenzie – Top-Arbeitgeber – Platz 4

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Lob von den eigenen Associates

„Klasse Arbeitgeber, der sehr viel Wert auf die fachliche Associate-Ausbildung legt“

„Die einzig wahre internationale Kanzlei“

„Hervorragende Arbeitsatmosphäre zwischen absoluter Professionalität und entspanntem Miteinander“

Kritik von den eigenen Associates

„Die Arbeitszeiten sind absurd hoch“

„Gehalt passt nicht zu den zeitlichen Anforderungen“

„Mehr Transparenz zum Weg nach oben, bitte“

Was externe Juristen über Baker & McKenzie sagen

„Sehr sympathische Kollegen, sehr internationales Arbeitsumfeld“

„Arbeitsbelastung orientiert sich an Marktspitze, Gehalt nicht“

„Guter Ruf im Transaktionsgeschäft“

Highlights Praktikum und Referendariat
  • Individuell abgestimmtes Ausbildungsprogramm für Praktikanten und Referendare mit einem    erfahrenen Anwalt als Coach
  • Förderprogramm für Referendare mit persönlichem Mentor und fachlichen sowie Soft-Skills-Schulungen
  • Auslandsaufenthalt für Referendare möglich
Highlights Ausbildung und Karriere
  • Kanzleieigene, modular aufgebaute Ausbildungsuniversität
  • Eigenes Budget für Associates ab dem 3. Jahr für Entwicklung von unternehmerischen Ideen
  • Gemeinsame Schulungen für Associates aus europäischen Büros
Highlights Diversity
  • Alternatives Karrieremodell mit begrenzter Stundenzahl, Wechsel auf konventionellen Partnertrack möglich
  • Mehrere Programme zur Frauenförderung

Globale Großkanzlei mit guten digitalen Ideen

Very international. Junge Juristen, die die Welt sehen und an grenzüberschreitenden Mandaten mitarbeiten wollen, sind hier gut aufgehoben. Globaler geht es kaum: Baker & McKenzie ist stolz auf ihre starke internationale Vernetzung – aus Sicht der eigenen Associates zu Recht. Sie vergeben in der azur-Umfrage eine überdurchschnittlich gute Note für Internationalität. Auch insgesamt sind sie mit ihrer Arbeitgeberin ziemlich zufrieden. Sie loben die Arbeitsinhalte und das Betriebsklima in den höchsten Tönen: „Ich wurde noch nie so herzlich und offen empfangen und derart vollumfänglich in ein Team integriert“, und „bei Baker treffen extrem anspruchsvolle Mandate auf gelebte Internationalität und ein kollegiales Miteinander – mehr geht nicht!“

Unternehmergeist erwünscht. Die Anwälte sollen früh Mandantenkontakt haben und eigene Geschäftsideen entwickeln. Diese Eigeninitiative fördert Baker mit einem Budget für Associates ab dem dritten Berufsjahr. Das Geld können sie zum Beispiel für Coachings, Mandantenakquise, die Entwicklung von Beratungsprodukten oder Legal-Tech-Lösungen einsetzen. Das kommt beim Nachwuchs gut an: „Wenn man motiviert ist und etwas bewegen möchte, stehen einem hier Tür und Tor offen. Man wird sowohl gefördert als auch gefordert“, meint ein Associate.

Aber bitte mit Sahne. Besonders zufrieden sind die Baker-Associates mit ihrer Aus- und Weiterbildung. Alle Anwälte durchlaufen Module der hauseigenen Universität und lernen zwei- bis dreimal pro Jahr in mehrtägigen Seminaren mehr über Persönlichkeitsentwicklung, Bilanzanalyse oder Konfliktmanagement. Das breit gefächerte Angebot ist schon länger teils webbasiert. Im Zuge der Corona-Pandemie stellte das HR-Team zudem eine umfassende virtuelle Programmreihe mit E-Learnings und Impulsvorträgen, aber auch Networking-Treffen und Fitnessangeboten auf die Beine, um den Kontakt und Austausch zu fördern. Dieses Engagement heben auch die Associates in der azur-Umfrage positiv hervor.

Viel, viel Arbeit. Weniger zufrieden zeigen sie sich mit ihrer Arbeitsbelastung, der Work-Life-Balance sowie der Vereinbarkeit von Karriere und Familie. Sie arbeiten laut azur-Umfrage mit 55 Stunden pro Woche gut drei Stunden mehr als ihre Kollegen in anderen Kanzleien. „Die Arbeitsbelastung schwankt sehr nach Praxisgruppen“, schreibt ein Associate, ein anderer beschwert sich über „absurd hohe Arbeitszeiten“, und eine weitere wünscht sich ein „besseres Auslastungsmanagement“. Andere wiederum loben die „Homeoffice-Möglichkeiten“, „flexiblen Teilzeitmodelle“ oder „Yoga-Angebote“.

Hart, aber herzlich. Auch in der azur-Bewerberumfrage ist von „langen Arbeitszeiten“ oder „einem sehr strengen Ton“ die Rede. Die meisten ehemaligen Praktikanten und Referendare beschreiben die Atmosphäre aber als „angenehm, freundlich, offen und fortschrittlich“ und loben die „sofortige Einbindung in die Mandatsarbeit“, die „intensive, individuelle Betreuung“ sowie den „klaren Fokus auf den Ausbildungsaspekt“. Baker bildet regelmäßig besonders viele angehende Juristen aus, die sie intensiv durch individuelle Ausbildungspläne und ein ausgefeiltes Mentoring- und Coaching-System fördert. Über 50 Studenten profitieren überdies von einem speziellen Career-Mentorship-Programm bis zum Abschluss. Zudem gibt es für Referendare die üblichen Repetitorien in Kooperation mit Kaiser und Hemmer. Damit gehört das Angebot zur Marktspitze. Ein ehemaliger Referendar beschreibt seine Zeit bei Baker als „authentische Großkanzleierfahrung ohne falsche Lockerheit“, ein Praktikant stellt fest: „Lange Arbeitszeiten – aber man konnte viel mitnehmen.“

Einstieg und Bewerbung
Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Karriere und Partnerschaft
Einstieg und Bewerbung

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 60 bis 70

Neueinstellungen weitere Juristen 2021 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 5 bis 10

Referendarplätze 2021: 70              

Praktikumsplätze 2021: 120

Der ideale Bewerber bringt in beiden Examen ein Vollbefriedigend sowie eine Promotion oder alternativ einen LL.M mit. Allerdings sind gute Noten bei Baker nicht alles. Bewerber ohne Prädikatsexamen können dies bis zu einem gewissen Grad mit anderen Faktoren, beispielsweise der Wahl ihrer Referendarstation oder Erfahrungen in der Rechtsabteilung eines Unternehmens, ausgleichen. Verhandlungssicheres Englisch hingegen ist ein Muss, genauso wie unternehmerisches Denken. Besonders punkten können Bewerber mit einem ausgeprägten Interesse für innovative Themen wie Digitalisierung und Legal Tech. In einem ersten Gespräch, das auf Deutsch und Englisch stattfindet, lernen Bewerber ihre potenziellen Mentoren sowie Partner und Associates der künftigen Praxisgruppe kennen. Das Zweitgespräch findet in einem anderen deutschen Baker-Büro statt, damit die Bewerber weitere künftige Kollegen aus ihrer Praxisgruppe kennenlernen können. In einem Gespräch mit der Personalführung bespricht der Bewerber zudem seine Ziele und Entwicklungsmöglichkeiten sowie das Gehalt.

Die Kanzlei auf einen Blick

Standorte in Deutschland: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München

Internationale Präsenz: Global aufgestellte Kanzlei mit besonders starken Praxen in Asien und teils in Westeuropa. Baker hat zudem Servicecenter in Belfast, Manila (Philippinen), Tampa (Florida) und Buenos Aires (Argentinien).

Anwälte in Deutschland: 34 Vollpartner, 31 Non-Equity-Partner, 36 Counsel, 98 Associates und 5 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 40,2 %

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 8

davon Frauen: 4

Umsatz in Deutschland 2019/20: 136,6 Millionen Euro

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2019/20: 683.000 Euro

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 500 Euro/Wochenarbeitstag (vor dem 1. Examen), 800 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), 1.100 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: 800 Euro/Wochenarbeitstag; max. 4.000 Euro/Monat

Associates:

Klassisches Karrieremodell:

1. Jahr: 105.000 bis 120.000 Euro

2. Jahr: 110.000 bis 125.000 Euro

3. Jahr: 115.000 bis 135.000 Euro plus Bonus bis 10.000 Euro

4. Jahr: 122.000 bis 143.000 Euro plus Bonus bis 15.000 Euro

5. Jahr: 130.000 bis 157.000 Euro plus Bonus bis 25.000 Euro

6. Jahr: 139.000 bis 165.000 Euro plus Bonus bis 35.000 Euro

Alternatives Karrieremodell:

1. Jahr: bis 80.000 Euro plus Bonus bis 5.000 Euro

2. Jahr: bis 85.000 Euro plus Bonus bis 5.000 Euro

3. Jahr: bis 90.000 Euro plus Bonus bis 15.000 Euro

Weitere Juristen im 1. Jahr (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): bis 58.000 Euro plus Bonus bis 6.000 Euro

Karriere und Partnerschaft

Auf dem konventionellen Partnertrack können Associates ab dem siebten Berufsjahr zum Local-Partner aufsteigen, frühestens ab dem zehnten ist die Vollpartnerschaft möglich. Der Alternative-Career-Track fordert weniger Umsatz und Arbeitszeit und führt in eine dauerhafte Counsel-Position. Wer später doch noch Partner werden will, kann wechseln. 2020 hat Baker einen Vollpartner und drei Local-Partner ernannt. Bei den Chancen auf die Vollpartnerschaft vergeben die Associates laut azur-Umfrage unterdurchschnittliche Noten. Mit den alternativen Karrierechancen sind sie etwas zufriedener als der Marktdurchschnitt. In der azur-Umfrage wünschen sich einige „mehr Unterstützung bei der Entwicklung eines Business Case“ sowie „regelmäßigeres konkretes Feedback“ und „transparentere Kriterien für die Partnerwahl“, aber auch zu „eigenen Schwachpunkten“. Andere hingegen fühlen sich „optimal unterstützt“.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.


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