azur100
04.03.2021 | Autor/in: Esra Laubauch
Themen in diesem Artikel:

Arnecke Sibeth Dabelstein – Top-Arbeitgeber im Norden

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Die Kanzlei auf einen Blick
Vergütung
Die Kanzlei auf einen Blick

Neueinstellungen Volljuristen 2021: 5 bis 10

Referendarplätze 2021: 30    Praktikumsplätze 2021: 10

Standorte in Deutschland: Berlin, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Leer und München

Internationale Präsenz: Die Kanzlei hat keine Büros im Ausland, ist aber Mitglied in den internationalen Netzwerken Meritas, Interlaw und Global Insurance Law Connect.

Anwälte in Deutschland: 47 Vollpartner, 25 Non-Equity-Partner, 13 Counsel, 62 Associates und 10 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 39,5 %

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 500 bis 600 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), 600 bis 800 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: 500 bis 600/Wochenarbeitstag; max. 3.000 Euro/Monat

Associates

1. Jahr: bis 85.000 Euro

2. Jahr: bis 91.000 Euro plus Bonus

3. Jahr: bis 97.000 Euro plus Bonus

Über den Arbeitgeber

Gute Stimmung hoch im Norden. Vor drei Jahren schlossen sich Dabelstein Passehl und Arnecke Sibeth zusammen. Neben Nischengebieten wie Maritimes Wirtschaftsrecht berät die Kanzlei vom Arbeitsrecht über Immobilien- und Baurecht bis hin zum Gesellschaftsrecht. Die durch die Fusion geografische und inhaltliche Verbreiterung schafft für ihre Anwälte mehr Möglichkeiten zur praxis- und regionsübergreifenden Arbeit. Wer bereits dort arbeitet, schätzt insbesondere die Internationalität und das Betriebsklima, wie die aktuelle azur-Umfrage zeigt. Nur „die Bezahlung könnte besser sein“. Das ist eine der Unebenheiten, die die Fusion mit sich brachte, denn die Vergütung ist standortabhängig und fällt im Norden etwas geringer aus als in Frankfurt und München.

Persönlich gestaltetes Praktikum in Hamburg. Auch die Ausbildung ist bislang noch nicht an allen Standorten einheitlich: Die Hamburger Praktikanten bekommen statt eines vorgefertigten Programms einen direkten Einblick in die anwaltliche Arbeit abhängig von der Interessenlage und können einen Associate als Mentor um Rat fragen. Damit sind sie laut azur-Bewerberumfrage auch zufrieden. Referendare haben ebenfalls Mentoren, die als Ansprechpartner dienen und monatliche interne Fachvorträge organisieren. Dabei gehen sie besonders auf die Branchenschwerpunkte der Kanzlei ein: Transportrecht, Luftfahrt und Logistik. Zusätzlich bekommen Referendare ein monatliches finanzielles Budget, um Klausurenkurse oder Seminare nutzen zu können.

Laptops für alle. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat Arnecke ­Sibeth Dabelstein (ASD) zwangsweise ihre Einstellung zum mobilen Arbeiten überdacht und alle Anwälte technisch entsprechend ausgestattet. Das gefällt den Associates: „Mit Homeoffice kann die Arbeit nun zeitlich flexibler eingeteilt werden“, schreibt ein Umfrageteilnehmer. Dies entlastet auch Eltern, wie einige Teilnehmer betonen. Dennoch beurteilen die Associate die Vereinbarkeit von Karriere und Familie derzeit noch schlechter als ihre Kollegen in anderen Kanzleien. Obwohl sie mit in der azur-Umfrage angegebenen durchschnittlichen 47 Wochenstunden rund fünf Stunden weniger arbeiten als derzeit im Markt üblich, halten sie auch ihre Work-Life-Balance für ausbaufähig.

Individuelle Förderung. Zur fachlichen Weiterbildung ihrer Anwälte ­bietet Arnecke einiges: Sie unterstützt bei Fachanwaltskursen, LL.M.-Programmen und Promotionsvorhaben. Auch die internationale Ausbildung in Form von Secondments bei Mandanten und Netzwerkkanzleien im Ausland ist möglich. Bislang werden Weiterbildungen für angestellte Anwälte auf Nachfrage bewilligt. Das ist im Vergleich zu anderen mittelständischen Kanzleien ein mageres Angebot, und so fällt die Note für Weiterbildung in der azur-Umfrage unterdurchschnittlich aus. Die ASD-Associates wünschen sich „mehr Fortbildungsmöglichkeiten“. Auch bezüglich ihrer Partnerchancen sind sie skeptisch. Sie wünschen sich laut azur-Umfrage eine „klare Kommunikation, wie der weitere Weg aussieht“ und „mehr Eigenverantwortlichkeit“. Nach einem Jahr Pause ernannte ASD 2021 wieder drei Neupartner – darunter eine Frau.

Stand: Druckausgabe von azur100 2021 (Erscheinungstermin: 5. März 2021). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.


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