azur100
06.03.2020 | Autor/in: Annette Kamps
Themen in diesem Artikel:

AC Tischendorf – Top-Arbeitgeber in Frankfurt und Hessen

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: 2 bis 3

Referendarplätze 2020: 5      Praktikumsplätze 2020: keine geplant

Standort in Deutschland: Frankfurt

Internationale Präsenz: Vor drei Jahren hat AC Tischendorf eine Allianz gegründet, zu der Kanzleien aus Amsterdam, Bratislava, Brüssel, Budapest, Madrid, Paris, Prag, Warschau und Wien gehören.

Anwälte in Deutschland: 13 Vollpartner, 4 Non-Equity-Partner,
7 Associates und 2 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 46,2%

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 15 Euro/h (vor dem 1. Examen), bis 19 Euro/h (nach dem 2. Examen) plus Bonus

Referendare: max. 1.200 Euro/Monat plus Bonus (2 bis 3 Wochenarbeitstage)

Associates
1. Jahr: 80.000 bis 90.000 Euro plus Bonus bis 20.000 Euro
2. Jahr: 80.000 bis 100.000 Euro plus Bonus bis 30.000 Euro
3. Jahr: 80.000 bis 120.000 Euro plus Bonus bis 50.000 Euro

Über den Arbeitgeber

Familiär, aber ehrgeizig. In wenigen anderen Kanzleien sind Associates laut azur-Umfrage so zufrieden wie bei AC Tischendorf in Frankfurt. Ein Anwalt hebt das „sympathisch-freundschaftliche Umfeld“ und die „von Kollegialität geprägte Zusammenarbeit mit den Partnern“ hervor. Es herrsche „ein ehrgeiziges, dennoch sehr familiäres Arbeitsklima“ beschreibt ein ehemaliger Referendar in der azur-Bewerberumfrage. Die Kanzlei gehört eher zu den mittelgroßen Einheiten, doch die 26 Anwälte arbeiten auf Augenhöhe mit Großkanzleien. Immer häufiger beraten sie etwa bei grenzüberschreitenden Transaktionen. Laut azur-Umfrage sind die Associates mit dem Niveau ihrer Arbeit hochzufrieden.

Wirtschaftliches Know-how ist ein Muss. Die Ausbildung ist internationaler geworden. Im Austausch mit den Partnerkanzleien entsendet ACT 2020 erstmals Anwälte nach Amsterdam, Madrid und Warschau. Diese Secondments sollen mindestens einen Monat dauern. Im kanzleiinternen Fortbildungsprogramm in Deutschland lernen die Associates Business Skills, Verhandlungsführung und Grundlagen der VWL und BWL. Für die Transaktionsanwälte ist zudem der MBA ein Muss: Wer den Abschluss berufsbegleitend erwerben möchte, kann sich auf die zeitliche und finanzielle Unterstützung der Kanzlei verlassen. Gleiches gilt für Promotionen und Fachanwaltskurse. Für das Weiterbildungsangebot verteilen die Associates in der azur-Umfrage gute Noten und loben zudem das „gezielte Mentoring durch die Partner“. Doch allzu lange nimmt ACT die jungen Juristen auch nicht an die Hand: „Die große Freiheit in der Entwicklung eigenen Geschäfts und damit verbundene flache Hierarchien bringen große Verantwortung vom ersten Tag an. Damit muss man umgehen können“, beschreibt ein Umfrageteilnehmer. Ein anderer wünscht sich „genauere Vorgaben bezüglich des Karrieretracks“.

Referendare sind mittendrin. Dass auch Referendare mit ihrer Stage zufrieden sind, zeigt nicht nur das Lob Ehemaliger in der azur-Umfrage, etwa über die „sofortige Einbeziehung in die Mandatsarbeit“. Viele von ihnen werden zu Wiederholungstätern und bewerben sich nach ihrem Referendariat als Associate in der Kanzlei. Während Praktikanten eher einen ersten Einblick in den Anwaltsberuf bekommen, sind Referendare mittendrin – sowohl bei der Mandatsarbeit als auch bei allen Fortbildungsveranstaltungen und Kanzlei-Events. Wer möchte, kann sogar eine Station in einer der Partnerkanzleien im Ausland verbringen.

Viel Freiheit, viel Teilzeit. Mit 49 Stunden in der Woche arbeiten die Anwälte laut azur-Umfrage rund vier Stunden weniger als der Durchschnitt. Die Belastung hängt aber von der Praxis und Mandatslage ab. In der azur-Umfrage schreibt ein Associate: „Als Folge der gelebten Freiheit bei ACT bin ich für meine Work-Life-Balance selbst verantwortlich, habe aber auch Gestaltungsfreiräume.“ Mit ihrer Work-Life-Balance sind die Associates insgesamt zufrieden, genau wie mit der Vereinbarkeit von Karriere und Familie. Aktuell arbeiten fünf Partnerinnen auf reduzierter Stundenbasis – viel, verglichen mit anderen Kanzleien. Von denen hebt sich ACT auch mit ihrem eigenen Kanzleikindergarten ab.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020 (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.