azur100
06.03.2020 | Autor/in: Markus Lembeck

Voelker & Partner – Top-Arbeitgeber im Südwesten

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: ca. 5

Referendarplätze 2020: 15    Praktikumsplätze 2020: 4

Standorte in Deutschland: Hechingen, Reutlingen und Stuttgart

Internationale Präsenz: Über das Netzwerk DIRO pflegt die Kanzlei ihre internationalen Kontakte. In Spanien ist Voelker sogar mit einem eigenen Büro vertreten, das seit fast 20 Jahren besteht und interdisziplinäre Beratung anbietet.

Anwälte in Deutschland: 14 Vollpartner, 2 Non-Equity-Partner und 21 Associates

Frauenanteil Anwälte: 27%

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine Angaben

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: keine Angaben

Associates
1. Jahr: 55.000 bis 72.000 Euro plus Bonus
2. und 3. Jahr: mindestens 5% Steigerung

Über den Arbeitgeber

Stuttgart im Visier. Neben dem Stammsitz Reutlingen und der kleineren, eher arbeitsrechtlich geprägten Dependance in Hechingen ist Voelker & Partner seit Kurzem auch mit einem Büro in der Landeshauptstadt Stuttgart vertreten. Im dortigen Markt ist zum Jahreswechsel einiges passiert, was die engere Zusammenarbeit von Anwaltskanzleien mit Steuerberater- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angeht – insofern ist der Schritt für die multidisziplinäre Sozietät gerade richtig gekommen. Allerdings leben die Voelker-Anwälte beileibe nicht nur vom Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungsgeschäft allein. Sie bieten in der Rechtsberatung ein am Mittelstand orientiertes Full-Service-Angebot mit einigen besonderen Spezialisierungen, die als fachliche Nischen auch von jungen Anwälten besetzt werden können – etwa im Recht der Non-Profit-Organisationen, im IT- oder Medizinrecht.

Ausbildung mit hohem Praxisbezug. Für ihr kleines, aber intensiv betreutes Praktikantenprogramm ist Voelker in der Region bekannt. In kleinen Teams durchlaufen die Studenten ein abwechslungsreiches Curriculum. Auch für Referendare wird vieles getan, allerdings besteht hier das Ausbildungsprinzip vor allem in der engen Einbindung in die alltägliche Beratungsarbeit. Insbesondere in den genannten Spezialgebieten erhalten die angehenden Juristen einen guten Einblick. Auch für Berufsanfänger gilt der gleiche Grundsatz, nämlich dass sie möglichst schnell und intensiv in die Mandatsbearbeitung eingeführt werden. „Man hat alle Chancen, sich selbst einzubringen und ‚groß‘ zu werden“, beschreibt ein Voelker-Associate in der azur-Umfrage.

Persönlich überzeugen, nicht allein durch Noten. Im Bewerbungsprozess sucht Voelker nach engagierten Juristen – fehlende Prädikatsexamen sind kein Ausschlussgrund, wenn die Bewerber aus Praktikum oder Referendariat bekannt sind, relevante Zusatzqualifikationen vorweisen können oder einfach als Persönlichkeit überzeugen. Der Bewerber muss nicht schon ein perfekter Anwalt sein. Voelker fördert Promotionsvorhaben ihrer jüngeren Anwälte und ermöglicht alle sinnvollen Ausbildungsschritte wie zum Beispiel den Fachanwaltstitel und externe Seminare. Insgesamt zeigen sich die Voelker-Anwälte, die vereinzelt an der azur-Umfrage teilnahmen, mit dem Weiterbildungsangebot zufrieden. Weil das Gehalt auch bei „voller Kriegsbemalung“ der Anwälte nicht an das Stuttgarter Großkanzleiniveau heranreicht, setzt Voelker auf gute Arbeitsbedingungen, sprich: auf erträgliche Arbeitszeiten, flexible Teilzeitmodelle und individuelle Karrierewege.

Transparenter Aufstieg. Seit zwei Jahren gibt es bei Voelker neben den beiden Karrierestufen Vollpartnerschaft und Associate auch die Möglichkeit, als sogenannter Vertragspartner einen Zwischenschritt zu machen. Zwei Anwälte arbeiten derzeit auf diesem Niveau. Dann ist man zwar nicht Teilhaber, aber an vielen strategischen Entscheidungen der Kanzlei beteiligt und kann entweder dauerhaft so arbeiten oder später auch in die Vollpartnerschaft wechseln. Um auch für diesen letzten Karriereschritt größtmögliche Transparenz zu erlauben, hat Voelker kürzlich offengelegt, dass alle Partner denselben Gewinnanteil bekommen und paritätisch entscheiden.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020 (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.