azur100
06.03.2020 | Autor/in: Annette Kamps

Vangard – Top-Arbeitgeber im Arbeitsrecht

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: 10 bis 15

Referendarplätze 2020: mindestens 15        Praktikumsplätze 2020: 5

Standorte in Deutschland: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München

Internationale Präsenz: Seit 2016 ist Vangard Teil des internationalen Arbeitsrechtsnetzwerks Littler. Dieses umfasst mehr als 1.500 Anwälte in mehr als 80 Büros weltweit.

Anwälte in Deutschland: 13 Vollpartner, 11 Non-Equity-Partner und 28 Associates

Frauenanteil Anwälte: 42,3%

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: keine Angaben

Associates
Jahr: 80.000 Euro plus Bonus
2. und 3. Jahr: keine Angaben

Über den Arbeitgeber

Ausbildungshungrige Assosiates. Die Arbeitsrechtsboutique hat 2019 mit Frankfurt ihren fünften Standort eröffnet. Mit mittlerweile mehr als 50 Anwälten gönnt sich Vangard nun seit Anfang 2020 ein eigenes internes Fortbildungsprogramm. Damit schafft die Kanzlei die einzige Schwachstelle ab, die Associates in den azur-Umfragen der vergangenen Jahre bemängelt hatten. Regelmäßig wünschten sie sich ein internes Aus- und Weiterbildungskonzept sowie Fortbildungen zu Soft Skills. Beides liefert ihnen jetzt die Vangardistenschule: ein Baukasten aus fach­lichen und nicht fachlichen Inhalten von BWL bis zum Rhetorikkurs, aus dem sich jeder eigenverantwortlich Kurse zusammenstellen kann. Ob das Programm den Praxistest besteht, wird sich noch zeigen.

Eine Kanzlei voller Unternehmer. Das rasante Wachstum brachte auch einen Wunsch nach mehr Einheitlichkeit mit sich, den die Boutique ihren Associates nun erfüllt: Karrierewege und Gehaltsbänder werden standortübergreifend einheitlicher und transparenter. Was in anderen Kanzleien selbstverständlich ist, bedeutet für Vangard, die viel Wert auf Freiheit und Unternehmertum ihrer Anwälte legt, einen großen Schritt. Die große Bedeutung des eigenständigen Arbeitens spiegelt sich auch in der Associate-Umfrage wider, in der ein Teilnehmer die „Einbindung in und die Überlassung großer Projekte und Mandate“ lobt, die ihn beruflich weiterbringe. In der Regel erreichen Berufseinsteiger nach drei Jahren den Status des Senior Associates und können dann zum Salary-Partner aufsteigen – wenn sie Engagement und Akquisetalent mitbringen.

Referendariat ist, was du daraus machst. Neben der Freiheit, die ihnen eingeräumt wird, schätzen Vangard-Associates das Niveau ihrer Arbeitsinhalte. Für dieses Kriterium vergeben sie in der azur-Umfrage Bestnoten, denn ähnlich wie bei Wettbewerberin Seitz landen keine 08/15-Mandate auf dem Schreibtisch der Arbeitsrechtler. Ein Umfrageteilnehmer lobt die „spannende Arbeit, von Beginn an nah am Mandanten“. Die enge Einbindung gilt bereits für Referendare. Programme gibt es für sie nicht, doch ein erfahrener Anwalt steht ihnen als Mentor zur Seite, und aus den internen Fortbildungsangeboten können sich Referendare ebenfalls das herauspicken, was sie gut gebrauchen können.

International und doch familientauglich. Durch die Einbindung in ein internationales Arbeitsrechtsnetzwerk kann sich Vangard in puncto ­Internationalität durchaus mit größeren Kanzleien messen. Associates können bis zu drei Monate in einer Partnerkanzlei oder bei ausländischen Mandanten arbeiten und in einer Academy weltweit lernen und netzwerken. Trotz anspruchsvoller Mandate gelingt es den Vangard-­Associates gut, Karriere und Familie oder Freizeit unter einen Hut zu bekommen. Auch hier setzt die Kanzlei auf individuelle Lösungen statt ­institutionalisierter Teilzeitangebote. Und die scheinen zu funktionieren, wie es ein Teilnehmer der azur-Umfrage formuliert: Die Kanzlei sei „rücksichtsvoll im Hinblick auf persönliche Belange“. Für ihre Work-Life-Balance vergeben die Associates ebenfalls sehr gute Noten. Kein Wunder, denn mit gut 48 Stunden liegt ihre Wochenarbeitszeit laut azur-Umfrage rund fünf Stunden unter der vieler anderer Associates. 

Stand: Druckausgabe von azur100 2020 (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.