azur100
06.03.2020 | Autor/in: Anika Verfürth

GvW Graf von Westphalen – Top-Arbeitgeber im Norden

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: 15 bis 25

Referendarplätze 2020: 60 bis 70      Praktikumsplätze 2020: 25 bis 35

Standorte in Deutschland: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München

Internationale Präsenz: GvW hat ein eigenes Büro in Schanghai und kooperiert regelmäßig mit der britischen Kanzlei Mill & Reeve, auch bei Fortbildungen und Secondments. Zudem ist GvW Mitglied in den Netzwerken State Capital Global und Cicero.

Anwälte in Deutschland: 60 Vollpartner, 17 Non-Equity-Partner,
3 Counsel, 72 Associates und 3 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 32,9%

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 450 Euro/Wochenarbeitstag (vor dem 1. Examen), 550 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), 700 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: 250 bis 400 Euro/Wochenarbeitstag

Associates
1. Jahr: 80.000 bis 85.000 Euro plus Bonus bis 25.000 Euro
2. Jahr: 85.000 bis 95.000 Euro plus Bonus bis 25.000 Euro
3. Jahr: 90.000 bis 100.000 Euro plus Bonus bis 25.000 Euro

Über den Arbeitgeber

Gute Ausbildung beginnt bei Praktikanten. GvW bietet bereits Praktikanten ein umfassendes Angebot, und das nicht nur in ihrem größten Büro in Hamburg. Mit einem Mentor an der Seite sind Einblicke in verschiedene Fachbereiche nach individuellem Interesse selbstverständlich und Gerichtsbesuche keine Seltenheit. Das setzt sich in der Referendarausbildung fort. Ein Ehemaliger berichtet in der azur-Bewerberumfrage: „Der Mentor nimmt sich extrem viel Zeit und nimmt mich überallhin mit.“ Ein anderer schreibt: „Viel Ausbildung am Fall, viele Zusatzangebote.“ Letztere werden stetig erweitert mithilfe des Feedbacks der Ex-Referendare, zuletzt etwa um eine Fortbildung zur Zeugenvernehmung.

Ausbildungsplan parat. Beim Berufseinstieg erstellt GvW gemeinsam mit dem Associate ein Personalkonzept, das stetig weiterentwickelt wird. Mögliche Fortbildungen, die über die üblichen internen Fachgruppentreffen hinausgehen, sind Teil davon. Mit dem Weiterbildungsangebot sind die Teilnehmer der azur-Associate-Umfrage bei GvW sehr zufrieden und vergeben überdurchschnittliche Noten. Die „frühe Möglichkeit zur Teilnahme an der Fachanwaltsausbildung“ wird besonders geschätzt. Ergänzend dazu gibt es ein internes Förderprogramm, das Soft-Skills-Seminare je nach Seniorität bietet. Ab dem dritten Berufsjahr kommen neuerdings noch Führungstrainings hinzu.

Karrierealternativen Mangelware. Mit der Perspektive auf die Partnerschaft sind die Associates in der azur-Umfrage sehr zufrieden. Das liegt nicht nur daran, dass GvW regelmäßig neue Partner ernennt. Die Anwälte schätzen auch die „offene Kommunikation“, den „Einblick in die Tätigkeiten auf künftigen Karrierestufen“ von Beginn an und die „spannende Mandatsarbeit mit sehr viel Eigenverantwortung“. Wer allerdings kein Vollpartner werden will, hat weniger gute Karten. Zwar gibt es den Counsel als alternativen Karrierezweig, allerdings bemängeln GvW-Associates, dass dieser nicht ernsthaft etabliert sei. Entsprechend schlecht fallen die Noten für die Karrieremöglichkeiten abseits der Partnerschaft aus, und entsprechend viele Umfrageteilnehmer wünschen sich darum die Möglichkeit zur Teilzeitpartnerschaft. Besserung ist in Sicht, denn immerhin können sich Teilzeitanwälte neuerdings um die Partnerschaft bewerben – anders als bisher.

Humane Arbeitszeiten. Die GvW-Associates arbeiten laut azur-Umfrage durchschnittlich 49 Stunden pro Woche, das sind knapp vier Stunden weniger als der Marktdurchschnitt. Dafür müssen sie mit dem Einstiegsgehalt von 85.000 Euro im Vergleich zu vielen Wettbewerbern auch finanzielle Abstriche machen. Das sorgt für Kritik, ebenso die Vereinbarkeit von Karriere und Familie. „Es fehlt ein klares Bekenntnis zur Teilzeit für jeden“, fasst ein GvW-Associate das Problem in der azur-Umfrage zusammen. In Sachen Urlaub setzt GvW auf Eigenverantwortung: Jeder Associate hat Vertrauensurlaub. Eine Empfehlung von 27 Tagen im Jahr gibt es zwar, ein festes Limit nach oben aber nicht.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020 (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.