azur100
06.03.2020 | Autor/in: Konstanze Richter

GLNS – Top-Arbeitgeber in Bayern

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: 3 bis 6

Referendarplätze 2020: 1 bis 6          Praktikumsplätze 2020: 2 bis 4

Standort in Deutschland: München

Internationale Präsenz: Die Kanzlei hat ein kleines Büro in London, um bestehende Mandatsbeziehungen zu Private-Equity- und Venture-Capital-Investoren auszubauen.

Anwälte in Deutschland: 8 Vollpartner, 1 Non-Equity-Partner,
1 Counsel, 4 Associates und 2 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 12,5%

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 15 Euro/h (vor dem 1. Examen),
20 Euro/h (nach dem 1. und 2. Examen)

Referendare: max. 2.900 Euro/Monat

Associates
1. und 2. Jahr: 120.000 Euro
3. Jahr: 125.000 Euro plus Bonus

Über den Arbeitgeber

Kleines Team, große Mandate. Mit 16 Berufsträgern zählt die Corporate-Boutique zu den kleineren Einheiten im Münchner Markt. Doch die Mandatsliste hat nichts Provinzielles an sich: Dax-Konzerne und Finanzinvestoren zählen zum GLNS-Mandantenstamm. Das kommt bei der eigenen Mannschaft gut an. In der azur-Umfrage bewerten die Associates Punkte wie Arbeitsinhalte und Internationalität durchweg überdurchschnittlich. „Top-Arbeit in einem super internationalen Umfeld“, schreibt ein Teilnehmer begeistert. Auch für das kanzleiinterne Fortbildungsprogramm, das 2019 strukturiert und deutlich ausgeweitet wurde, vergeben die jungen Anwälte gute Noten.

Es geht voran. Im Mittelpunkt der fachlichen Weiterbildung stehen zehn Veranstaltungen pro Jahr, in denen Partner aktuelle Themen und Fälle aus ihren Rechtsbereichen vorstellen. Flankiert werden sie von wöchentlichen Teambesprechungen, in denen je ein Anwalt einen Fachvortrag hält. Zudem vermitteln Tagesseminare in Kooperation mit einer Hamburger Corporate-Boutique zweimal im Jahr Soft Skills wie Mandatsmanagement oder Kommunikationstechniken. Referendaren und Praktikanten wird ein erfahrener Anwalt an die Seite gestellt, der sie in die Mandatsarbeit einbindet. Zudem können sie an den internen Fortbildungen und Soft-Skills-Seminaren teilnehmen.

Arbeitsplatz in den Bergen. Beim Gehalt kann GLNS mit den Großkanzleien mithalten: Berufseinsteiger verdienen 120.000 Euro, so viel wie bei Clifford Chance oder Freshfields Bruckhaus Deringer. Ganz so lange arbeiten wie dort müssen GLNS-Anwälte laut azur-Umfrage trotzdem nicht – die Associates geben dort knapp 54 Stunden pro Woche als Normalauslastung an, rund eine Stunde mehr als der Marktdurchschnitt, aber weniger als bei vielen Großkanzleien. Demgegenüber stehen „relativ flexible Arbeitszeiten“ sowie „die Unterstützung beim Schaffen von Freiräumen“, wie Associates in der azur-Umfrage betonen. Flexibilität gilt einmal im Jahr auch bei der Auswahl des Arbeitsortes. Für eine Woche dürfen die Anwälte auf Wunsch am Strand oder auf der Berghütte arbeiten – Voraussetzung ist ein Internetzugang. Die Kanzlei zahlt einen Reisekostenzuschuss. 2020 plant GLNS, dieses Konzept im Team zu erproben und gemeinsam zum Arbeiten in die Ferne zu reisen.

Mentor begleitet den Karriereweg. Frühestens nach sieben Jahren besteht die Möglichkeit, in die Partnerriege aufzusteigen. Bis zum Vollpartner hat es allerdings bisher noch kein Anwalt aus den eigenen Reihen geschafft. Trotzdem bewerten die Associates in der azur-Umfrage ihre Karrierechancen überdurchschnittlich gut. Zweimal im Jahr erhalten sie von ihrem Vertrauenspartner Feedback, und es wird besprochen, ob und wann eine Partnerschaft infrage kommt. Das loben Associates genauso wie die „Unterstützung von Geschäftsentwicklung“. Allerdings wünschen sie sich auch „mehr Networking-Optionen“ sowie „konstantere und kontinuierlichere Einbindung“. Mit der Vereinbarkeit von Familie und Karriere sind die GLNS-Associates ebenfalls zufrieden. Teilzeit ist möglich und wird derzeit von zwei angestellten Anwälten genutzt. Außerdem hat die Kanzlei im vergangenen Jahr die Begrenzung des Urlaubs aufgehoben. Wer mehr benötigt als 30 Tage, kann mehr nehmen – vorausgesetzt, die Arbeit wird erledigt.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020 (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.