azur100
06.03.2020 | Autor/in: Markus Lembeck

Friedrich Graf von Westphalen & Partner – Top-Arbeitgeber im Südwesten

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: 10 bis 18

Referendarplätze 2020: 50    Praktikumsplätze 2020: 45

Standorte in Deutschland: Frankfurt, Freiburg und Köln

Internationale Präsenz: Es gibt Kooperationsbüros in Brüssel, Alicante, Schanghai, Istanbul und São Paulo, zudem eine enge Kooperation mit der Schweizer Kanzlei Kellerhals Carrard sowie mit bpv Hügel in Österreich.

Anwälte in Deutschland: 30 Vollpartner, 7 Non-Equity-Partner,
45 Associates und 9 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 33%

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: keine Angaben

Associates
1. Jahr: bis 85.000 Euro plus Bonus bis 5.000 Euro
2. und 3. Jahr: keine Angaben

Über den Arbeitgeber

Gewollte Unterschiede. Die Kanzlei mit Stammsitz in Freiburg geht individuell an das Management vieler Aufgaben heran – in der Mandatsarbeit, in der Arbeitszeitgestaltung, in der Förderung der Associates. Die „große Eigenständigkeit“ und den „frühen selbstständigen Mandantenkontakt“ finden die Teilnehmer der azur-Associate-Umfrage durchaus lobenswert. So gibt es im Südwesten eine grenzüberschreitende Start-up-Initiative, in der Associates aus Freiburg und der Schweizer Partnerkanzlei Kellerhals neu gegründete Unternehmen beraten. Allerdings scheint die Individualität auch eine Kehrseite zu haben, denn sie führt dazu, dass die Büros von Friedrich Graf von Westphalen (FGvW) selbst fundamentale Dinge nicht einheitlich handhaben. Ein Beispiel ist die Vergütung: „Gehaltsunterschiede an den unterschiedlichen Standorten sind nicht vermittelbar“, meint ein Associate in der azur-Umfrage.

Verbindliches Personalkonzept. Die Auskünfte in der azur-Umfrage lassen außerdem den Schluss zu, dass das maximale Einstiegsgrundgehalt von 85.000 Euro kaum ein Berufsanfänger erhält. Wenig überraschend liegen die Noten, die die FGvW-Associates in der azur-Umfrage für das Gehalt verteilen, weit unter dem Marktdurchschnitt. Zu Recht weist die Kanzlei allerdings darauf hin, dass sie ziemlich gute Arbeitsbedingungen bietet – zum Beispiel erträgliche Arbeitszeiten: Mit knapp 48 Wochenstunden laut azur-Umfrage sind die Associates bei FGvW deutlich besser gestellt als bei vielen Konkurrenten, die im Durchschnitt 53 Stunden pro Woche im Büro sitzen. Ein seit 2018 verbindliches Personalkonzept sieht außerdem flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Tage vor. Drei Anwältinnen auf der Local-Partner-Stufe arbeiten in Freiburg in Teilzeit. Allerdings fehlt in der Vollpartnerriege ein Vorbild dafür.

Volle Pulle Referendariat. Traditionell viele Referendare und Praktikanten bekommen in der Kanzlei die Chance, das Anwaltsgeschäft von der Pike auf zu lernen. Beiden Gruppen kommt das umfangreiche Schulungsprogramm zugute, das Themen wie Gesprächsführung, Verhandlungstraining oder Beratungsstrategien behandelt. Referendare können mitarbeiten wie die Associates, gerne vier bis fünf Tage pro Woche. Trotzdem lobt ein Ex-Referendar in der azur-Bewerberumfrage den „guten Arbeitsumfang“ und die „geregelten Arbeitszeiten“. Vereinzelte Kritik gibt es daran, dass nicht explizit auf das Examen vorbereitet wird. Verstärkt sucht FGvW nun auch wissenschaftliche Mitarbeiter, um sie etwas kontinuierlicher in bestimmten Ressorts einsetzen zu können.

Ausbildung mit internationalem Ansatz. In der Associate-Ausbildung setzt FGvW auf eine Mischung aus internen und externen Angeboten. Die Zufriedenheit damit ist bei den FGvW-Associates ausbaufähig – für die Weiterbildung vergeben sie in der azur-Umfrage leicht unterdurchschnittliche Noten. Auch in der Fortbildung sind die Kontakte zur Schweizer Kanzlei Kellerhals ausgeprägt, gemeinsame Schulungen gibt es sowohl im juristischen als auch im Soft-Skills-Segment. Internationale Secondments bei Partnerkanzleien führen Associates zum Beispiel in die Schweiz, nach Frankreich oder in die USA. Im Inland fördert sie unter anderem Promotionsvorhaben durch Teilzeitbeschäftigung und Fachanwaltskurse durch volle Kostenübernahme.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020 (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.