azur100
06.03.2020 | Autor/in: Melanie Müller

Deutsche Bahn – Top-Arbeitgeber im Osten

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: ca. 5

Referendarplätze 2020: 10    Praktikumsplätze 2020: 2 bis 4

Standorte in Deutschland: Berlin, Frankfurt und zehn weitere Standorte in Deutschland

Internationale Präsenz: Juristen der Deutschen Bahn arbeiten auch an 51 internationalen Standorten für die Auslandsgesellschaften der DB AG, etwa in den USA, Afrika und China. Fachlich werden sie von der Konzernrechtsabteilung geführt.

Volljuristen in Deutschland: 366 (davon 157 in der Rechtsabteilung)

Frauenanteil in der Rechtsabteilung: 45,9%

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): keine Angaben

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: max. 800 bis 1.000 Euro/Monat

Syndikusanwälte
1. Jahr: ab 75.000 Euro plus Bonus bis 15.000 Euro
2. und 3. Jahr: keine Angaben

Über den Arbeitgeber

Ticket in die digitale Welt. Fahrgastrechte, Verhandlungen mit Aufsichtsbehörden oder M&A-Transaktionen – die Rechtsabteilung der Deutschen Bahn (DB) beschäftigen viele Rechtsfragen. Juristen aus anderen Kanzleien oder Rechtsabteilungen bescheinigen der DB zwar in der azur-Associate-Umfrage, sie sei „etwas zu sehr wie eine Behörde strukturiert“, doch habe sie „ein gutes Klima“ und löse „spannende Rechtsfragen“. Die Rechtsabteilung besteht aus sechs Teams, darunter das 2019 gegründete Team zum Thema agiles Arbeiten. Die Teilnehmer der azur-Umfrage sind im Großen und Ganzen zufrieden.

Volle Fahrt voraus. Praktikanten arbeiten schnell im Arbeitsalltag mit. „Super Einbindung ins laufende Geschäft, viel eigenständige Arbeit möglich und gute Betreuung“, resümiert ein Teilnehmer der azur-Bewerberumfrage. Ein Bonbon für Referendare: Sie können über Secondments bei den DB-Töchtern Auslandserfahrung in Europa, Singapur oder Schanghai sammeln. Zudem können sie interne Schulungsprogramme nutzen. Berufseinsteiger bleiben eher die Ausnahme bei der DB, häufig steigen Juristen mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung ein. Interne Seminare schulen die Syndikusanwälte in Soft Skills wie Kommunikationsführung und Zeitmanagement. Daneben stehen den Inhouse-Juristen externe Veranstaltungen offen, etwa der Fachanwaltslehrgang. Trotzdem verrät die unterdurchschnittliche Note in der azur-Associate-Umfrage, dass die Juristen sich mehr Angebote wünschen.

Plätze im Führungsabteil ausgebucht. Wer über Führungsqualitäten verfügt, kann vorbereitende Kurse auf die Leitungsposition und ein individuelles Coaching nutzen. Bislang machen Frauen in der Führungsetage in der Rechtsabteilung 24 Prozent aus – und obwohl die Syndizi in der azur-Umfrage überdurchschnittliche Noten für die Gleichbehandlung von Männern und Frauen verteilen, kritisieren einige, dass die Karriere von Frauen „kaum gefördert wird“. Höhere Positionen zu erklimmen, sei, wie in vielen anderen Rechtsabteilungen auch, generell „schwierig“, bemängelt ein Teilnehmer – und nicht nur er, denn die Benotung liegt deutlich unter dem Marktdurchschnitt. Juristen sehen bessere Aufstiegschancen außerhalb der Rechtsabteilung. Einige von ihnen wechseln für die Karriere deshalb in andere Bereiche des DB-Konzerns, etwa in die Personalabteilung oder die Compliance-Abteilung.

Karriere schließt Familie nicht aus. Mit den Möglichkeiten, Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen, zeigen sich die Teilnehmer der azur-Associate-Umfrage zufrieden. Familienfreundliche Arbeitsmodelle durch Teilzeitregelungen tragen ihren Teil dazu bei. Für Frauen, die drei Jahre oder länger in Elternzeit waren, bietet die DB ein Wiedereinstiegsprogramm an. Die Meinungen zur Arbeitsbelastung gehen auseinander: So vergeben Syndizi sowohl gute als auch schlechte Noten. Die in der azur-Associate-Umfrage ermittelte durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche beträgt rund 50 Stunden – das sind fast fünf Stunden mehr als der Marktdurchschnitt bei Rechtsabteilungen. Trotzdem empfinden die Umfrageteilnehmer die Work-Life-Balance als recht ausgewogen. Die Syndizi können in Teilzeit arbeiten, Homeoffice nutzen oder Sabbaticals machen.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020 (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.