azur100
06.03.2020 | Autor/in: Eva Lienemann

BMH Bräutigam & Partner – Top-Arbeitgeber – Platz 25

Das azur-Urteil

Bemerkung: *****= herausragend; ****= sehr gut; ***= gut; **= empfehlenswert, *= im Marktvergleich normal; ohne Stern = die Kanzlei hat den Marktdurchschnitt nicht erreicht. Das azur-Urteil ist eine Bewertung der azur-Redaktion; wenn ihr nicht ausreichend Informationen vorliegen, entfällt u.U. in bestimmten Kategorien die Bewertung, dies wird dann mit „keine Wertung“ gekennzeichnet.

„Top Ausbildung, hervorragende Bezahlung und moderate Arbeitszeiten“

„Es wird frühzeitig neu eingestellt und nicht darauf gewartet, dass die Anwälte ausgelutscht sind“

„Hier gibt es keine Einzelkämpfer; jeder ist ein bedeutender Teil des großen Ganzen“

azur liegen keine Informationen vor.

 

„Gutes Betriebsklima, interessante Mandanten und gutes Gehalt/Arbeit-Gefüge; in Teilen aber noch sehr wertkonservativ“

„Einige Partner bremsen die Entwicklung ab“

„Sehr gut vernetzt in der Venture-Capital-Szene“

▪ Mentor für Referendare

▪ Referendare und Praktikanten können verschiedene Teams und Fachbereiche kennenlernen

▪ Klausurenkurse zur Examensvorbereitung

▪ Internes Fortbildungsprogramm mit fachlichen und Soft-Skills-Trainings

▪ Rund 40 Stunden verpflichtende fachliche Fortbildung pro Jahr

▪ Intensive Mandatseinbindung vom ersten Tag an

▪ Teilzeit auf allen Hierarchiestufen möglich

▪ Still- und Wickelraum in der Kanzlei

Über den Arbeitgeber

Berlin, Berlin. In der Hauptstadtkanzlei dreht sich alles um Transaktionen: BMH berät sowohl Start-ups als auch Private-Equity- oder Immobilieninvestoren. So weit, so normal. Wodurch die Kanzlei sich derzeit auszeichnet, ist ihr außergewöhnlich gutes Betriebsklima. Die jungen BMH-Juristen fühlen sich in der Kanzlei, die seit mehr als zehn Jahren in der Nähe des Ku’damms residiert, pudelwohl. Das beweist die durchweg sehr hohe Zufriedenheit – vom Gehalt über die Arbeitsinhalte bis zur Work-Life-Balance verteilen die Associates in der azur-Umfrage überdurchschnittliche Noten. „Exzellentes Gesamtpaket aus Eigenverantwortung, interessanten Mandaten, großartigem Team und super Vergütung“, lobt ein Teilnehmer.

Echte Partnerchancen. Wer sich für BMH entscheidet, sollte Unternehmergeist mitbringen: Die Kanzlei setzt darauf, dass ihre Angestellten die Partner von morgen sind. Dass das kein leeres Versprechen ist, beweist sie durch regelmäßige Neuaufnahmen in den Gesellschafterkreis. Dennoch können Anwälte auch dauerhaft angestellt als Salary-Partner arbeiten. Ein Associate lobt in der azur-Umfrage „die Unterstützung beim Aufbau eines eigenen Mandantenstammes – so werden echte Partnerchancen gewährleistet“. Trotz des Ziels Vollpartnerschaft scheint die Kanzlei ihre jungen Anwälte nicht über Gebühr zu beanspruchen: Face-time gibt es nicht, wie einige Associates in der azur-Umfrage betonen. Vereinzelt geben diese an, wie viel Zeit sie wöchentlich im Büro verbringen, und liegen mit um die 50 Stunden unter dem Marktdurchschnitt.

Überall dabei – auch digital. Berufseinsteiger erwartet ein recht ausgefeiltes Ausbildungsprogramm, pro Jahr absolvieren Associates verpflichtend rund 40 Stunden praxisgruppenbezogene Weiterbildung. Allgemeinere Themen wie Bilanzkunde vermittelt BMH zusätzlich in Inhouse-Schulungen. Auch die Digitalisierung geht sie ganz praktisch an: Einige Associates waren gemeinsam mit einem Partner intensiv mit der Entwicklung eines Legal-Tech-Tools für die Vertragsgestaltung beschäftigt. Vom ersten Tag an sollen die Anwälte aber auch durch Training on the Job lernen. „Als Associate bin ich im ersten Jahr schon überall involviert“, berichtet ein Umfrageteilnehmer. Nach zwei Jahren wird die Weiterbildung individueller zugeschnitten: Dann werden Associates beim Aufbau eines Mandantenstamms unterstützt, zudem fördert BMH den Erwerb eines Fachanwaltstitels oder eines Notaramts.

Probeexamen unter Freunden. Wer BMH als Praktikant kennenlernen will, darf kein festes Programm erwarten. Studenten werden einem erfahrenen Associate oder Partner zugeordnet und können mitentscheiden, welche Rechtsgebiete sie kennenlernen möchten. Auch Referendare erwartet keine durchgeplante Stage, was bei der überschaubaren Größe der Kanzlei aber auch nichts Ungewöhnliches ist. Dennoch bietet BMH ein ansehnliches Paket: Referendaren stehen alle Fortbildungsangebote für Associates offen, sie gehen mit zu Gericht und können ein mündliches Probeexamen in der Kanzlei absolvieren. Zudem finanziert BMH die Teilnahme an einem Klausurenkurs. Ein ehemaliger Referendar äußert sich in der azur-Bewerberumfrage begeistert: „Sehr gute Ausbildung, stets offene Türen und teilweise Möglichkeit, eigene Mandate zu bearbeiten.“ Ein anderer lobt das zwischen den Kollegen „teils schon fast freundschaftliche und familiäre Verhältnis“.

Auch Männer sind Eltern. Auf dem Papier fördern zwar etliche Kanzleien die Vereinbarkeit von Familie und Karriere, doch BMH ist da schon einen Schritt weiter und bietet „Teilzeit für alle, die das wollen“, berichtet ein Associate in der azur-Umfrage. Zudem gibt es „Elternzeit für alle“, es ist also auch für männliche Anwälte offenbar kein Problem, eine Weile in Erziehungsurlaub zu gehen. Zudem hat die Kanzlei zum frühzeitigen Wiedereinstieg einen Still- und Wickelraum eingerichtet. So ist es kein Wunder, dass die BMH-Associates Bestnoten für die Vereinbarkeit von Familie und Karriere und die Gleichbehandlung von Männern und Frauen verteilen. In einem Punkt allerdings gleicht BMH vielen Wettbewerbern: Es gibt einen eklatanten Männerüberschuss, sogar auf der Associate-Stufe. Zwar gibt es eine weibliche Vollpartnerin, doch nur vier der vierundzwanzig Anwälte sind weiblich.

Neueinstellungen Volljuristen 2020: 5 bis 7

Neueinstellungen weitere Juristen 2020 (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 2 bis 3

Referendarplätze 2020: 8 bis 10               

Praktikumsplätze 2020: 4 bis 6

Wer bei BMH einsteigen möchte, sollte mindestens 18 Punkte in Summe aufweisen können, besser noch zwei Prädikatsexamina. Darüber hinaus legt die Kanzlei viel Wert auf die unternehmerische Denke des Bewerbers, der außerdem gut Englisch sprechen können sollte. Das rund 90-minütige Erstgespräch führen der Praxisgruppenleiter und weitere Partner mit dem Bewerber, fallweise auch auf Englisch. Dabei geht es um Fachliches, aber auch um soziale Kompetenzen. Wer zum Zweitgespräch eingeladen wird, hat im Anschluss die Gelegenheit, beim Mittagessen auch seine künftigen Associate-Kollegen kennenzulernen.

Standort in Deutschland: Berlin

Internationale Präsenz: BMH hat keine ausländischen Büros, ist aber international mit anderen Kanzleien vernetzt.

Anwälte in Deutschland: 9 Vollpartner, 4 Non-Equity-Partner und 11 Associates

Frauenanteil Anwälte: 16,7%

Weitere Juristen in Deutschland (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 1

Umsatz in Deutschland 2018: 8,1 Millionen Euro

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2018: 463.000 Euro

Aktuelle Entwicklungen: BMH bietet einen für Berlin typischen Beratungsmix aus Venture Capital/Private Equity und Immobilientransaktionen. Zu den Stammmandantinnen zählen der Private-Equity-Investor Capiton ebenso wie das Immobilienunternehmen Signa und diverse Start-ups. Allerdings setzen Junganwälte auch immer wieder neue Beratungsakzente: Ein neu ernannter Salary-Partner ist neuerdings in streitigen wettbewerbsrechtlichen Mandaten tätig. Quereinsteiger auf Partnerebene gibt es bei BMH bislang nicht – die Kanzlei setzt auf die Entwicklung ihres eigenen Nachwuchses.

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 18,75 Euro/h (vor und nach dem 1. Examen)

Referendare: 650 Euro/Wochenarbeitstag; max. 2.600 Euro/Monat

Associates:
1. Jahr: 100.000 Euro
2. Jahr: 115.000 bis 130.000 Euro
3. Jahr: 125.000 bis 140.000 Euro
4. Jahr: 135.000 bis 150.000 Euro
5. Jahr: 145.000 bis 160.000 Euro
6. Jahr: 145.000 bis 160.000 Euro

Weitere Juristen im 1. Jahr (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.): 55.000 bis 70.000 Euro plus Bonus

Nach rund zwei Jahren übernehmen BMH-Associates mehr Verantwortung. Dann sollen Anwälte eine Spezialisierung entwickeln, zudem fördert die Kanzlei den Aufbau eines eigenen Dezernats. Die weiteren Karriereschritte sind nicht festgelegt. Ein Sprung in die Salary- und Vollpartnerschaft kann mitunter schnell gehen – 2019 nahm BMH nach einem Jahr Salary-Partnerschaft und fünf Jahren Kanzleizugehörigkeit einen Anwalt als Vollpartner auf. Ebenso gut kann ein Anwalt seine Karriere auf einer Stufe belassen, etwa wegen familiärer Verpflichtungen. Die Kanzlei kennt kein Up-or-out-Prinzip, hat sich aber auch bewusst gegen weitere Karrierestufen oder eine Counsel-Position entschieden. Ihre Chance auf die Vollpartnerschaft, aber auch die alternativen Karrierewege beurteilen die BMH-Associates in der azur-Umfrage überdurchschnittlich gut. Ihre Partner vergütet die Kanzlei nach einem reinen Lockstep-System: Je länger ein Partner der Kanzlei angehört, desto höher fällt seine Vergütung aus.

Stand: Druckausgabe von azur100 2020  (Erscheinungstermin: 5. März 2020). Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.