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12.02.2020 | Autor/in: Dennis Koch

Hamburg digitalisiert das Staatsexamen

Die Justizbehörde des Landes hat neue Pläne vorgestellt, mit denen sie die Digitalisierung der Hamburger Justiz vorantreiben will. Künftig sollen angehende Anwälte ihre Staatsexamina am Computer schreiben können.

Beim digitalen Staatsexamen können Jurastudenten ihre Klausuren, statt wie bisher handschriftlich, künftig am Computer schreiben. Laut dem Hamburger Justizsenator Till Steffen soll die erste Probeklausur im nächsten Jahr stattfinden. Ab 2022 kann das System dann nach einer Testphase in Betrieb gehen. Die Digitalisierung der Prüfungen wird voraussichtlich zunächst beim zweiten Staatsexamen umgesetzt, für eine Umsetzung beim ersten Staatsexamen sind derzeit noch weitere Rücksprachen der Justizbehörde mit den Universitäten erforderlich.

In der Praxis bedeutet das für die Prüfungsteilnehmer, dass sie jeweils an separaten Tischen und PCs arbeiten, bei denen sie sich mit individuellen Zugangsdaten anmelden und ihre Prüfung in einem Textprogramm ohne Auto-Korrekturfunktion bearbeiten. Ein Sichtschutz an den Geräten verhindert, dass abgeschaut werden kann, ebenso soll ein fehlender Internetzugang Betrugsversuche unterbinden.  

Die Digitalisierung des Staatsexamens biete laut der Hamburger Justizbehörde für die Teilnehmer den Vorteil, dass sie ihre Prüfung am PC angenehmer schreiben und nachträglich bearbeiten können. Auch erleichtere das einheitliche Schriftbild nach der Abgabe den Prüfern die Korrektur der Texte. Zusätzlich reduzieren die digital geschriebenen Arbeiten den Aufwand der Prüfungsämter. Denn diese müssen die oft mehr als 40 Seiten umfassenden, in Papierform abgegebenen Klausuren verwalten.

Studenten und Prüfer können mit dem Start entscheiden, ob sie handschriftlich oder digital arbeiten wollen. Zusätzlich soll auch die Anmeldung  sowie die Einsicht der Ergebnisse auf digitalem Weg möglich werden.