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23.01.2020 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Covington-Interview: Zuwachs in Frankfurt fest eingeplant

 

Seit zwei Jahren ist die US-Kanzlei Covington & Burling in Deutschland vertreten. Das Frankfurter Büro eröffneten Anwälte der Kanzlei Heymann & Partner, die sich komplett Covington anschloss. Ein Interview mit Managing-Partner Dr. Henning Bloss über den gewandelten Mandantenstamm und den Aufbau der deutschen Praxis.

Henning Bloss

Henning Bloss

Im April 2018 hat Covington & Burling in Deutschland eröffnet, seitdem kamen mehrere Quereinsteiger hinzu. Läuft der Markteinstieg nach Plan?
Dr. Henning Bloss:
 Ja, absolut. Mit dem Team von Heymann & Partner haben wir von Anfang an Corporate-, Private-Equity- und Finance-Transaktionen abgedeckt, dazu die Bereiche Datenschutz und IT, die alle für Covington von großer Bedeutung sind. Das gilt auch für Life Sciences, Kartellrecht und White Collar, wo wir uns später mit Partnern aus Brüssel und Neuzugängen verstärkt haben.

Welche Rolle spielt der deutsche Markt für die Gesamtkanzlei?
Wer international oben mitspielen will, kommt auf Dauer nicht ohne eine Präsenz in Deutschland aus. Die Outbound-Projekte für deutsche Mandanten sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Strategie – das gilt insbesondere für ihre Aktivitäten in USA, aber auch in China, wo Covington bereits seit längerer Zeit stark vertreten ist. Ebenso bleibt die deutsche Wirtschaft trotz des etwas widrigen globalen Wirtschaftsumfelds stark, und viele der internationalen Mandanten von Covington sind daran interessiert, den deutschen Markt zu erschließen, sei es in den Bereichen Technologie, Life Sciences, Finanzdienstleistungen oder anderen Branchen.

Wie weit ist dieser Aufbauprozess inzwischen fortgeschritten?
Im Technologiesektor sind wir schon gut aufgestellt, in den Bereichen Life Sciences und White Collar werden wir uns weiter verstärken. Zudem werden wir kurzfristig eine Lücke im Bankaufsichtsrecht schließen.

Andere US-Kanzleien haben die Schnittstelle von Kartellrecht und Prozessführung für sich entdeckt…
…die natürlich auch für uns sehr interessant ist, gerade in Zusammenarbeit mit unserem Brüsseler Büro. Wir sind in Gesprächen mit interessanten Kandidaten.

Wie groß wollen Sie in Deutschland werden?
Mit 30 bis 35 Berufsträgern würden wir uns sehr wohl fühlen, aktuell sind wir 17. Das bedeutet also noch Zuwachs in Frankfurt – aber auch nur dort. Weitere Standorte sind nicht geplant.

Ihr Mandantenstamm dürfte sich seit Heymann-Zeiten deutlich gewandelt haben.
Ja, das hat er natürlich; erfreulicherweise haben wir aber alle unsere Bestandsmandanten auch behalten. Als Teil von Covington kommen wir nun für deutlich größere Mandanten in Frage, und wir haben das Gefühl, viele Konzerne freuen sich über eine neue Alternative, auch wenn sie schon sehr eng mit ihren Stammkanzleien zusammenarbeiten.

Bei welchen Mandaten hat sich die Vernetzung mit den internationalen Covington-Büros bereits bewährt?
Für den New Yorker Börsengang von BioNTech wäre das deutsche Team allein nicht mandatiert worden, aber bei der Auswahl von Covington spielte die deutsche Präsenz schon eine maßgebliche Rolle. Dasselbe gilt für die Beratung anderer deutscher Konzerne in den USA bei Venture-Capital-Investments oder der Aufarbeitung möglicher Compliance-Verstöße, und natürlich für die CFIUS-Beratung von Merck KGaA beim Kauf von Versum.