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09.12.2019 | Autor/in: azur Redaktion

Legal Tech für Referendare: Baden-Württemberg macht´s vor.

Im November startete am Landgericht Heidelberg ein Pilotprojekt mit dem Namen ‚Legal Tech für Referendare‘. Damit reagiert das Gericht auf eine Ergänzung, die das Land Baden-Württemberg Anfang des Jahres in die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Juristen eingefügt hatte. Denn obwohl die Rechtsberatungsbranche immer digitaler wird, ist es die juristische Ausbildung bisher kaum. Doch das ändert sich gerade. 

In einem eintägigen Workshop schult das Landgericht Heidelberg nun die angehenden Anwälte zu Themen wie ‚Künstliche Intelligenz und Recht‘, ‚Legal Tech in der Praxis‘ und ‚Legal Design Thinking‘. Mit der Zusatzqualifikation sollen Referendare noch vor ihrem Berufsstart fit für einen Arbeitsalltag in Zeiten der Digitalisierung werden. Damit legt das Land Baden-Württemberg in der digitalen Ausbildung von Referendaren vor. Denn das Landgericht Heidelberg ist eines der ersten Gerichte in Deutschland, das sich der praxisnahen Ausbildung von Referendaren rund um das Zukunftsthema widmet.

Die Vorlage dafür gab das Justizministerium des Landes Baden-Württemberg selbst. Erst im Frühjahr diesen Jahres hatte es die Prüfungs- und Juristenausbildungsordnung um den Zusatz „Die Ausbildung berücksichtigt auch die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung“ ergänzt. Konkrete Hinweise, wie der Komplex in die Ausbildung zu integrieren ist, gab es jedoch nicht. Das Landgericht Heidelberg setzte die Vorgabe nun in diesem Workshop um. 

Eine Reform der juristischen Ausbildung stand zuletzt immer wieder zur Diskussion. Die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle, inbesondere auch in Bezug auf ein elektronisches Staatsexamen. Zwar schreiben Referendare ihr Examen in der Regel noch mit der Hand. Die Diskussion um die sogenannte E-Klausur ist aber noch nicht beendet. Vorreiter ist das Land Sachsen-Anhalt. Seit April dieses Jahres können hier in einem Pilotprojekt  Referendare erstmalig wählen, ob sie den schriftlichen Teil des zweiten Examens auf dem Laptop tippen oder mit der Hand schreiben. Die Aufgabenstellung und das Konzeptpapier gibt es dabei weiterhin in Papierform. Die Bearbeitung erfolgt dann aber auf einem Laptop. Vorab können alle Kandidaten, die sich für die elektronische Klausur interessieren, eine elektronische Probeklausur anfertigen. (Chiara Jordan, Helena Hauser)