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23.05.2019 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Stundenlöhne: In Frankfurt verdienen Associates doppelt so viel wie im Osten

Der durchschnittliche Bruttostundenlohn von Associates in deutschen Wirtschaftskanzleien ist in den vergangenen drei Jahren um über zehn Prozent gestiegen. Allerdings gibt es klare Gewinner und Verlierer: Während die Arbeit in den wichtigsten Anwaltsmetropolen immer lohnender wird, sind die Stundenlöhne in Nord- und Ostdeutschland abseits von Hamburg und Berlin sogar gesunken.

Der azur-Associate-Umfrage 2018 zufolge verdiente der Durchschnitts-Associate zuletzt 43,60 Euro brutto pro Arbeitsstunde. 2015 waren es noch 39,19 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 11,3 Prozent. Die angestellten Anwälte profitieren damit von der immer schwierigeren Bewerbersituation, auf die viele Kanzleien in den vergangenen Jahren mit immer höheren Gehältern für Berufseinsteiger und fortgeschrittene Associates reagierten.

Zugleich war die Arbeitsbelastung insgesamt leicht rückläufig. Zwar meldeten die Associates aus einigen besonders stark ausgelasteten Praxen neue Stundenrekorde, doch der Marktdurchschnitt sank seit 2015 laut azur-Umfrage von 54,2 auf 53,6 Wochenstunden. Am meisten arbeiten Associates demnach in Frankfurt (55,6 Stunden), am wenigsten in Bayern außerhalb Münchens (48,0 Stunden).

Mehrarbeit lohnt sich

Wie schon in den Vorjahren zeigte sich aber auch in der azur-Umfrage 2018 wieder, dass sich Mehrarbeit finanziell lohnt. Weil nicht nur die Arbeitszeiten, sondern auch die üblichen Gehälter in Frankfurt inzwischen spürbar höher liegen als in allen anderen Städten, sind die Anwälte aus der Finanzmetropole auch beim Stundenlohn deutlich vorn. Hier verdienen Associates genau 12 Prozent mehr pro Stunde als noch vor drei Jahren. Mit etwas Abstand folgen dahinter Düsseldorf und München, die 2017 noch fast gleichauf mit Frankfurt waren.

Noch ein Stück dahinter liegen Köln, Hamburg, Berlin und Stuttgart. Dort bringt eine Arbeitsstunde für den Durchschnitts-Associate teils ein Fünftel weniger als in Frankfurt. Seit 2015 haben die Stundenlöhne aber auch in diesen Städten um 7,8 bis 10,6 Prozent zugelegt.

Verlierer der Entwicklung in den letzten Jahren sind dagegen die Associates in Nord- und Ostdeutschland abseits der Metropolen Hamburg und Berlin. Zwar hält sich ihr Arbeitspensum laut azur-Umfrage mit 48,5 bis 49 Wochenstunden im Vergleich zu anderen Regionen in Grenzen. Dafür lag ihr Stundenlohn 2018 im Mittel sogar niedriger als 2015.

Inhouse-Stundenlöhne stagnieren

Der rechnerische Stundenlohn der Inhouse-Juristen hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Laut Associate-Umfrage lag er 2015 und 2016 mit 39,17 bzw. 40,53 Euro praktisch gleichauf mit dem in Kanzleien üblichen Salär. 2018 verdienten die Inhouse-Teilnehmer an der azur-Umfrage im Schnitt 40,60 Euro pro Stunde, also knapp sieben Prozent weniger als in Kanzleien.

Um den Stundenlohn zu ermitteln, stützte sich die azur-Redaktion auf zwei Angaben der Umfrageteilnehmer: die durchschnittliche Arbeitszeit in Wochenstunden, die auf das ganze Jahr hochgerechnet wurde, und das Bruttojahresfestgehalt. Bonuszahlungen und Nebenleistungen blieben unberücksichtigt. Angenommen wurden 28 voll genutzte Tage Jahresurlaub.

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