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12.03.2019 | Autor/in: azur Redaktion

Watson Farley & Williams – azur100 Top-Arbeitgeber 2019 – Platz 48

Das sagt die azur-Redaktion

Gute Stimmung, hohes Niveau. Das Markenzeichen von Watson Farley & Williams ist ihre klare Fokussierung auf Sektoren wie Energie, Infrastruktur und Schifffahrt. Doch die Kanzlei auf diese Bereiche zu reduzieren, wäre zu kurz gegriffen. Das finden auch die eigenen Associates: „Wir verfügen über eine exzellente PE- und M&A- Praxis und müssen uns im Markt vor niemandem verstecken“, schreibt ein WFW-Associate in der azur-Umfrage. Diese Überzeugung bestätigt auch die überdurchschnittliche Note, die die Anwälte für das Niveau ihrer ­Arbeitsinhalte vergeben. Auch bei Gleichbehandlungsthemen und dem Betriebsklima schneidet die Kanzlei in der azur-Umfrage ziemlich gut ab, was zur hohen Gesamtzufriedenheit beiträgt. Die Associates heben gleich mehrmals die „angenehme Arbeitsatmosphäre“ hervor.

Bildungsoffensive zahlt sich aus. Besser als zuletzt schneidet WFW in der azur-Associate-Umfrage bei der Weiterbildung ab und erreicht nun sogar überdurchschnittliche Noten. Kein Wunder, feilt doch die Kanzlei regelmäßig an ihrem Angebot. Gerade die stärkere Strukturierung der Ausbildung, die nun deutlicher auf die Berufserfahrung der Teilnehmer zugeschnitten ist, kommt gut an. Neu eingeführte persönliche Coachings loben die Associates ebenfalls als spürbare Verbesserung. Auch im Marktvergleich kann sich das Ausbildungsangebot sehen lassen. Berufseinsteiger lernen etwa in der hauseigenen Akademie einmal im Monat Grundsätzliches zu wirtschaftsrechtlichen Themen. Zudem kommen die Praxisgruppen monatlich zum fachlichen Austausch zusammen, und WFW fördert die Teilnahme an externen Seminaren. Die Anwälte heben in der azur-Associate-Umfrage insbesondere die „fachbezogenen und gut strukturierten Inhalte“ sowie das „intensive Mentoring“ hervor.

Mehr Transparenz, nicht nur beim Gehalt. Daneben hat die Kanzlei auch weitere Rückmeldungen ihrer Anwälte berücksichtigt. Deshalb gibt es nun vierteljährlich Feedback zur persönlichen Entwicklung der Associates. Mithilfe eines Onlinetools halten Associates und Partner die wichtigsten Punkte ihrer Zusammenarbeit fest. In der Regel findet auf Basis dieser Informationen dann ein Gespräch statt, das den Associates auch ein Gefühl für ihren wirtschaftlichen Erfolg vermitteln soll, denn WFW hat ihr Vergütungssystem zuletzt umgestellt. Der jährliche Bonus liegt bei maximal zehn Prozent des Grundgehalts. Neben dem wirtschaftlichen Erfolg der Kanzlei spielen Umsatz und Leistung des jeweiligen Associates eine Rolle, aber auch das Engagement bei Themen wie Recruitment oder Knowledge-Management. Der Großteil der Associates lobt das neue System in der azur-Umfrage als „transparenter als zuvor“.

Keine Beschäftigungstherapie für Referendare. Den juristischen Nachwuchs betreuen jeweils ein Associate und ein Partner als Mentor. Im Mittelpunkt steht die praktische Ausbildung am Mandat. Darüber hinaus können Praktikanten und Referendare die Angebote nutzen, die zum Fortbildungsprogramm der Associates zählen. Das Angebot bildet ziemlich exakt den Marktstandard ab. Damit sind die ehemaligen Referendare oder Praktikanten sehr zufrieden und loben in der azur-Bewerberumfrage die „Aufgabenzuweisung, die je nach Ausbildungsstand“ erfolgt. Außerdem heben sie die „entspannte Arbeitsatmosphäre insbesondere in Hamburg“ hervor und schätzen es, dass sich die Associates auch außerhalb der Arbeitszeit um den Nachwuchs kümmern. Wer sich als Referendar bewährt, hat außerdem die Möglichkeit, schon in der Anwaltsstation bis zu drei Monate in einem der Auslandsbüros von WFW zu verbringen.

Hoch die Hände, Wochenende. Nach wie vor sehr zufrieden sind die ­Associates mit ihrer Work-Life-Balance, für die sie gute Noten vergeben. Als wesentlichen Grund dafür geben die Teilnehmer der azur-Umfrage die flexible Einteilung der eigenen Arbeitszeit an, die ihnen ihr Arbeitgeber zugesteht. Sie loben die „sehr fairen Arbeitszeiten“, und „in der Regel freien Wochenenden“. Mit nicht mal 52 Wochenstunden arbeiten die WFW-Associates laut azur-Umfrage etwas weniger als der Marktdurchschnitt. Flexibilität und humane Arbeitszeiten tragen mit dazu bei, dass die Associates ihre Kanzlei auch beim Thema Karriere und Familie positiv ­beurteilen. So freuen sie sich etwa über die Möglichkeit, ein mobiles ­Eltern-Kind-Büro zu nutzen, das in jedem beliebigen Büro mit wenigen Handgriffen eingerichtet werden kann.

„Super Betriebsklima und gutes Teamwork“

„Eine bessere Work-Life-Balance im Großkanzlei-Umfeld wird man kaum finden“

„Erhebliche Unterstützung auf dem Weg zum ­Partner“

„Umgang mit Partnern extrem unterschiedlich: teils sehr angenehm, teils unangenehm im sozialen Umgang und Ton“

„Wir bräuchten ein echtes Counsel-Modell als ­Alternative zur Partnerkarriere“

„Unterschätzte Kanzlei mit tollen Mandaten“

„Gut im Markt positioniert“

„Hohe Arbeitslast im Transaktionsbereich; sehr ­spezialisiert, kaum Aufstiegschancen“

▪ Möglichkeit, einen Teil der Station im Ausland zu absolvieren

▪ Strukturiertes, international ausgerichtetes ­Aus­bildungsprogramm

▪ Secondments in anderen WFW-Büros weltweit

keine herausragenden Angebote

Bewerber sollten zwei vollbefriedigende Examina vorweisen. Wer Zusatzqualifikationen wie einen ausländischen LL.M. oder einen Doktortitel mitbringt oder als Referendar einen guten Eindruck hinterlassen hat, hat auch Chancen, wenn die Notenziele nicht ganz erreicht wurden. Im direkten Vergleich mit der Promotion genießt der LL.M. einen höheren Stellenwert.

Bei WFW gibt es in der Regel zwei Gesprächsrunden. Das Erstgespräch führen zwei Partner der Praxisgruppe mit dem Bewerber, in dem sie Anforderungen, Entwicklungsmöglichkeiten und Ziele eruieren. Im zweiten Gespräch können solche Themen noch vertieft werden. Außerdem hat der Bewerber die Möglichkeit, Associates aus dem Fachbereich in ungezwungener Atmosphäre, zum Beispiel beim Mittagessen, kennenzulernen. 

Standorte in Deutschland: Frankfurt, Hamburg und München

Umsatz in Deutschland 2017/18: 27,7 Millionen Euro

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2017/18: 357.000 Euro

Internationale Präsenz: Mehr als 400 Anwälte arbeiten weltweit in 13 Büros in zehn Ländern. Dazu gehören China, die USA und Großbritannien.

Aktuelle Entwicklungen: Watson Farley hat sich früher als andere Kanzleien auf bestimmte Sektoren fokussiert. Innerhalb dieser Branchen, zu denen Energie, Schifffahrt und Transport zählen, baut sie ihre Beratung weiter aus. Ein wichtiges Mandat war zuletzt die Beratung von Tank & Rast bei mehreren Transaktionen. Aber auch die Erweiterung der Branchenkompetenz hat sie im Auge. So holte sie 2018 einen Flugzeugfinanzierungsspezialisten, der sowohl die Sektorgruppe Transport als auch den Finanzierungsbereich verstärkt.

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Anwälte in Deutschland: 34 Vollpartner, 38 Associates und 2 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 25,7%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: 5 (davon 2 Frauen)

Neueinstellungen Volljuristen 2019: 8 bis 18

Neueinstellungen weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) 2019: 2 bis 4

Referendarplätze 2019: 14         

Praktikumsplätze 2019: 20

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 500 bis 750 Euro/Wochen­arbeitstag

Referendare: 600 Euro/Wochenarbeitstag; max. 3.000 Euro/Monat

Associates

  1. Jahr: 100.000 Euro plus Bonus bis 10.000 Euro*
  2. Jahr: 106.000 Euro plus Bonus bis 10.600 Euro*
  3. Jahr: 112.000 Euro plus Bonus bis 11.200 Euro*
  4. Jahr: 118.000 Euro plus Bonus bis 11.800 Euro*
  5. Jahr: 124.000 Euro plus Bonus bis 12.400 Euro*
  6. Jahr: 130.000 Euro plus Bonus bis 13.000 Euro*

weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) im 1. Jahr: 45.000 bis 80.000 Euro plus Bonus bis 8.000 Euro*

*Bonus von azur berechnet

WFW hat die Karrierestufen ihrer Anwälte zuletzt stärker durchstrukturiert. Den Status des Senior Associates erreichen die angestellten Anwälte quasi automatisch, frühestens nach dem vierten Jahr. Ab dem sechsten Jahr ernennt die Kanzlei dann Managing Associates, die sie auf den Sprung in die Partnerschaft vorbereitet. Das geschieht zum einen durch fachliche Fortbildungen, zum anderen über Mentoring durch einen Partner der Praxisgruppe. Gerade die „tolle Unterstützung der Partner“ heben die Associates in der azur-Umfrage mehrfach hervor, lassen vereinzelt allerdings durchblicken, dass das Engagement letztlich personenabhängig ist. Mit ihren Partnerchancen sind die WFW-Anwälte laut azur-Umfrage überdurchschnittlich zufrieden. Weniger glücklich sind sie über die Aussichten auf dem alternativen Weg. Obwohl die Associates dies regelmäßig in der azur-Umfrage bemängeln, denkt die Kanzlei bisher nicht über die Einführung eines Counsel-Status nach.

Die redaktionellen Arbeitgeberbewertungen geben den Stand der Druckausgabe von azur100 2019 wieder (Erscheinungstermin: 14. März 2019) und werden nicht laufend aktualisiert.
Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.