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11.03.2019 | Autor/in: azur Redaktion

Oppenhoff & Partner – azur100 Top-Arbeitgeber 2019 – Platz 26

Das sagt die azur-Redaktion
 

Anwalt für einen Sommer. Das langjährig bewährte Praktikantenprogramm von Oppenhoff & Partner ist umfassend: Jeden Sommer können 15 angehende Anwälte zwei Fachbereiche kennenlernen und an verschiedenen Workshops teilnehmen – von Legal-English-Kursen über M&A-Workshops bis hin zu tagesaktuellen Themen. Außerdem dürfen sie mit einer echten Oppenhoff-Mandantin, zuletzt dem Heiztechnik-Konzern Vaillant, einen Fall bearbeiten. Am Ende präsentieren sie ­ihre Ergebnisse im Unternehmen – wie echte Anwälte bei einem Pitch. Kaum ein anderer Wettbewerber dieses Zuschnitts bietet mehr. „Hervorragend“, „man bekommt einen perfekten Eindruck von der Arbeit eines Wirtschaftsanwalts“, loben ehemalige Praktikanten.

Examenskoffer inklusive. Referendare lernen in einem strukturierten Ausbildungsprogramm nicht nur alles über Rechts- und Branchen­themen, sondern können sich auch intensiv auf ihr Examen vorbereiten, ­etwa mit Aktenvorträgen. Kürzlich hat Oppenhoff noch mal nachgelegt: Zwei OLG-Richter bieten ganztägige Examens-Crashkurse an, etwa zum Zivilprozess- und Verwaltungsrecht. Wem das Examen bevorsteht, der kann sich zudem einen mit Prüfungsliteratur gefüllten Examenskoffer ausleihen. Die Teilnahme an Gerichtsterminen sowie regelmäßige Legal-English-Kurse, Präsentationstraining und ein Update in Bilanzanalyse runden das Paket ab. Referendare, die ins Ausland wollen, vermittelt Oppenhoff an befreundete Kanzleien, z.B. in New York und London, wo zuletzt ein Referendar war. Im Marktvergleich bietet Oppenhoff den ­Referendaren ein recht umfassendes Programm.

Zwei Anwälte, ein Job. Junge Anwälte arbeiten im Durchschnitt knapp 54 Stunden pro Woche – im Marktvergleich gängig, vor allem aber für Eltern oft eine Herausforderung. Wieso sich also nicht einen Job teilen? Seit knapp einem Jahr arbeiten zwei Anwältinnen aus dem M&A-Team, die beide Mutter sind, auf einer Stelle und beraten aktuelle Mandate ­zusammen. Dafür stimmen sie ihre Arbeitszeiten so ab, dass etwa eine von 9 bis 16, die andere von 13 bis 20 Uhr da ist. Mit dem Modell macht ­Oppenhoff einen großen Schritt in Richtung Familienfreundlichkeit und setzt vor allem in der Kanzleiwelt Maßstäbe. Beim Thema Karriere und Familie sind die Oppenhoff-Associates laut azur-Umfrage auch überdurchschnittlich zufrieden – fast alle geben Bestnoten. Sie loben die „flexiblen Arbeitszeiten“ und das „Eltern-Kind-Büro“. Ähnlich zufrieden sind sie mit ihrer Arbeitsbelastung und dem Betriebsklima „Wahnsinnig kollegiale Atmosphäre“, lobt ein Associate in der azur-Umfrage.

Weiterbildung auf hohem Niveau. Das ausgefeilte Programm für Asso­ciates hat Oppenhoff zuletzt noch erweitert: In einem ganztägigen Knigge-Seminar erfährt der Nachwuchs, wie man sich bei Geschäftsessen und bei Meetings am besten präsentiert. In monatlichen Tutorials in der Kanzlei lernen die Junganwälte alles zu fachlichen und anwaltlichen Themen. Daneben helfen interne und externe Seminare etwa zu Verhandlungsmanagement oder Vortragstraining, aber auch zu ‚BWL für Juristen‘, sich auf die Partnerschaft vorzubereiten. Unterstützung holt sich Oppenhoff dafür – wie viele andere Wettbewerber inzwischen auch – von der Bucerius Law School. Associates loben das „großzügig Fortbildungsbudget für externe Veranstaltungen“. Da wundert es nicht, dass der Nachwuchs in puncto Ausbildung fast nur Bestnoten verteilt.

Zufriedener Partnernachwuchs. Oppenhoff ernennt regelmäßig Partner. Ihre Partnerchancen beurteilen die Associates in der azur-Umfrage deshalb überdurchschnittlich gut. Einziger Wermutstropfen bleibt die Frauenquote in der Partnerschaft – mit nur zwei Frauen ist hier noch viel Luft nach oben. Um den Nachwuchs möglichst gut vorzubereiten, gibt sich die Kanzlei viel Mühe: In einer Veranstaltungsreihe erklären erfahrene Partner, wie man eigenes Geschäft aufbaut. Seit Neuestem gibt es ein Curriculum, in dem die Voraussetzungen für den nächsten Karriere­sprung festgelegt sind. Ihre Karriereschritte besprechen die Associates mit dem für sie zuständigen Partner. „Sehr gutes und konstruktives Feedback“, findet ein Junganwalt. Ihr theoretisches Wissen können Associates seit Kurzem auch praktisch beim Pitch-Training anwenden: Bei einem zweitägigen ‚Associate Retreat‘ präsentieren sie ihre Idee für den Fall inklusive Teamzusammenstellung und Preisstruktur den Partnern.

„Super Arbeitsklima, tolles Teamwork!“

„Gute Aufstiegschancen und viel Mandanten­kontakt“

„Flache Hierarchien und gute Teilzeitmodelle“

„Manche Partner sehen Teilzeit und Karriere noch als exotisch an“

„Beim Thema Legal Tech ist noch Luft nach oben!“

„Breitere Akzeptanz für mobiles Arbeiten wäre schön“

„Angenehmer Arbeitgeber, aber sehr abhängig vom einzelnen Partner“

„Expandierende Kanzlei mit gutem Gehalt und ­klaren Kompetenzen“

„Verhältnismäßig gute Karrierechancen und ­angemessene Arbeitszeiten“

▪ Sechswöchiges Sommerpraktikum mit Workshops und Bearbeitung eines fiktiven Falls mit einer echten Mandantin

▪ Regelmäßige Tutorials zu Rechtsthemen, Seminare zur Examensvorbereitung, Aktenvortragstraining

▪ OLG-Richter halten Crashkurse zu Zivilprozessrecht und Verwaltungsrecht

▪ Monatliche Vorträge zu Rechts- und Branchen­themen, wöchentlicher Legal-English-Kurs und Soft-Skill-Seminare

▪ Kursreihe „BWL für Juristen“

▪ Geschäftsentwicklungsseminare und Pitch-Training mit erfahrenen Partnern

▪ Job-Sharing-Modell

Am leichtesten gelingt der Einstieg bei Oppenhoff mit deutlich überdurchschnittlichen Examensergebnissen. Bringt ein Bewerber aber besondere Zusatzqualifikationen wie Auslandserfahrung und interessante Sprachkenntnisse mit, ist die Kanzlei nicht ganz so streng. Wer sich schon als Referendar bei Oppenhoff bewährt hat, hat gute Chancen, später auch als Anwalt anzufangen. Bewerber bekommen meist innerhalb von einer Woche eine Rückmeldung. Das Erstgespräch führt ein erfahrener Partner und ein jüngerer Kollege. Im Anschluss gibt es ein Mittagessen und die Möglichkeit, sich mit Associates auszutauschen. 

Standorte in Deutschland: Frankfurt, Hamburg und Köln

Umsatz in Deutschland 2017: 26,6 Millionen Euro

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2017: 466.000 Euro

Internationale Präsenz: Die Kanzlei hat sich bewusst gegen ein Best-Friend-Prinzip oder ein festes Netzwerk entschieden und hat kein Auslandsbüro, pflegt aber ein loses internationales Netzwerk befreundeter Kanzleien.

Aktuelle Entwicklungen: Köln bleibt der wichtigste Standort der Kanzlei, allerdings baute sie 2018 deutlich aus: Im Frühjahr eröffnete sie nach Köln und Frankfurt ihren dritten Standort in Hamburg. Dieser soll perspektivisch so wie Köln ein Full-Service-Angebot bieten. In Frankfurt ist sie transaktionsfokussierter und baute diesen Schwerpunkt im Sommer weiter aus, als eine Private-Equity-Partnerin ins dortige Büro einstieg.

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Anwälte in Deutschland: 25 Vollpartner, 17 Non-Equity-Partner, 32 Associates und 2 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 34,2%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: 1

Neueinstellungen Volljuristen 2019: 10 bis 15

Neueinstellungen weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) 2019: keine

Referendarplätze 2019: 25         

Prakikumsplätze 2019: 15

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 600 Euro/Wochenarbeitstag (vor dem 1. Examen), 700 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), 800 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: 700 Euro/Wochenarbeitstag

Associates

  1. Jahr: 100.000 Euro
  2. Jahr: 107.500 Euro
  3. Jahr: 115.000 Euro
  4. Jahr: 120.000 Euro plus Bonus
  5. Jahr: 120.000 Euro plus Bonus
  6. Jahr: 120.000 Euro plus Bonus

weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) im 1. Jahr: 100.000 bis 120.000 Euro plus Bonus ab dem 4. Berufsjahr

Auf dem Weg zur Vollpartnerschaft baut die Kanzlei eine Zwischenstufe ein: Ab dem vierten Berufsjahr werden Associates zu Junior-Partnern, frühestens drei Jahre später steht die Partnerschaft an. Zudem gibt es die Position des Salary-Partners. Regelmäßig werden geeignete Kandidaten zu Vollpartnern ernannt. Einen Vollpartner und vier Salary-Partner ernannte Oppenhoff im vergangenen Jahr aus den eigenen Reihen. Die Vergütung der Partner erfolgt nach einem modifizierten Lockstep-System. Die Lockstep-Komponente nach ­Dauer der Zugehörigkeit zur Kanzlei macht 65 Prozent der Vergütung aus, der restliche Teil wird leistungsbezogen ausgeschüttet. Nach diesem System erhalten auch Associates ab dem vierten Berufsjahr ihren variablen Bonus.

Die redaktionellen Arbeitgeberbewertungen geben den Stand der Druckausgabe von azur100 2019 wieder (Erscheinungstermin: 14. März 2019) und werden nicht laufend aktualisiert.
Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.