azur100
12.03.2019 | Autor/in: azur Redaktion

Morrison & Foerster – azur100 Top-Arbeitgeber 2019 – Osten

Das sagt die azur-Redaktion

Sunny side of life. Die US-Kanzlei ist seit 2013 in Deutschland vertreten – mit einem Büro in Berlin, das vor allem für internationale Mandate aus dem Medien- und Technologiesektor bekannt ist. Ihre Wurzeln hat Morrison & Foerster in San Francisco – und der kalifornische Spirit strahlt offenbar bis nach Berlin: Die Associates vergeben in der azur-Umfrage für das Betriebsklima überdurchschnittliche Noten und sind mit der Gleichbehandlung von Männern und Frauen und der Diversität deutlich zufriedener als ihre Kollegen aus anderen Kanzleien. „Sehr nette Leute, sehr lockere Atmosphäre“, so fasst es einer zusammen.

Samstags gehört Vati mir. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten – einigen Associates wird die Arbeit zu viel. Satte 60 Wochenstunden verbringen die Junganwälte laut azur-Umfrage im Büro – rund sechs mehr als der Durchschnitt. Die Kanzlei gibt ab Berufseinstieg eine Mindestanzahl an abrechenbaren Stunden vor, die anfangs bei moderaten 1.450 liegt, sich in den Folgejahren allerdings auf 1.800 steigert. Zwar versüßt MoFo den Berufseinstieg mit 110.000 Euro – das schafft in puncto Gehalt Zufriedenheit, doch was die Arbeitsbelastung angeht, so stürzt die Note ab. Ein Teilnehmer der azur-Umfrage schlägt gar vor: „Stundenvorgaben lockern, gern gegen weniger Gehalt.“ Immerhin zeigt sich die Kanzlei bei Teilzeitangeboten flexibel, die bis in die Salary-Partnerschaft hinein in Anspruch genommen werden. Auch Wochenendarbeit gibt es laut azur-Umfrage „nur in Ausnahmefällen“.

Weiterbildung in Berlin und im www. Praktikanten und Referendare bindet MoFo von Anfang an ein. Letztere können vom Weiterbildungsangebot für Associates profitieren: Hier kooperiert MoFo wie viele andere Kanzleien mit der Bucerius Education, was auch in der azur-Umfrage gut ankommt. Das Paket umfasst drei Präsenzveranstaltungen zu juristischen und Soft-Skills-Themen. Zudem können die deutschen Juristen das internationale Weiterbildungsangebot der Kanzlei per Videokonferenz und online nutzen sowie an externen Seminaren teilnehmen. Überzeugt sind die Associates davon aber offensichtlich nicht: Die Zufriedenheitsnote in puncto Weiterbildung ist nach einem Hoch im Vorjahr wieder auf ein eher unterdurchschnittliches Niveau abgerutscht.

Absolutely international. Auch die Karriereaussichten beurteilen MoFo-Anwälte in der azur-Umfrage deutlich schlechter als ihre Kollegen in anderen Kanzleien. Ein Teilnehmer an der azur-Umfrage vermisst die „klare Kommunikation von Meilensteinen auf dem Weg zur Partnerschaft“. Diese steht bei MoFo nach frühestens acht Jahren an und führt über die Zwischenstufe des Senior Associate und Counsel. In den vergangenen zwei Jahren hat MoFo keine Vollpartner, aber immerhin jeweils einen ­Salary-Partner ernannt. Bislang ist keine Frau Vollpartnerin – auf Salary-Partnerebene sind allerdings etliche Anwältinnen vertreten. Wie für US-Kanzleien üblich, bietet auch MoFo diverse Frauennetzwerke zur Karriereförderung. In der Zeit bis zur Partnerschaft kann die Kanzlei mit ihrer Internationalität punkten: Drei- bis sechsmonatige Secondments in ausländischen Büros und internationale Workshops sind Alltag und bescheren der Kanzlei überdurchschnittliche Noten für Internationalität.

Standort in Deutschland: Berlin

Internationale Präsenz: Die US-Kanzlei beschäftigt weltweit mehr als 1.000 Anwälte. Mit 16 Standorten ist sie in den USA, Europa und Asien präsent.

Anwälte in Deutschland: 6 Vollpartner, 5 Non-Equity-Partner, 3 Counsel, 23 Associates und 3 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 32,5%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: keine

Neueinstellungen Volljuristen 2019: 3 bis 6

Referendarplätze 2019: 14          Praktikumsplätze 2019: 3

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 750 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), 1.000 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: 800 Euro/Wochenarbeitstag

Associates

  1. Jahr: 110.000 Euro plus Bonus von 6.000 bis 18.000 Euro
  2. Jahr: 115.000 Euro plus Bonus von 6.000 bis 18.000 Euro
  3. Jahr: 125.000 Euro plus Bonus von 6.000 bis 18.000 Euro

Die redaktionellen Arbeitgeberbewertungen geben den Stand der Druckausgabe von azur100 2019 wieder (Erscheinungstermin: 14. März 2019) und werden nicht laufend aktualisiert.
Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.