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07.03.2019 | Autor/in: azur Redaktion

McDermott Will & Emery – azur100 Top-Arbeitgeber 2019 – Platz 15

Das sagt die azur-Redaktion

Top-Mandate und gute Stimmung. Die McDermott-Associates sind mit ihrem Arbeitgeber insgesamt sehr zufrieden und vergeben dafür fast die Höchstnote in der azur-Umfrage. Überdurchschnittlich zufrieden sind sie demnach auch mit dem Niveau ihrer Mandate. Kein Wunder, berät die Kanzlei doch regelmäßig bei Top-Deals in der Immobilienbranche. So haben Anwälte etwa den Karstadt-Eigentümer bei der Zusammenlegung der Geschäfte mit Kaufhof begleitet: Bei der Fusion ging es neben gesellschaftsrechtlichen Fragen vor allem auch um Immobilien. Und nicht nur in dieser Hinsicht ist McDermott gut aufgestellt: Auch für die Internationalität sowie jegliche Form von Gleichbehandlung verteilen ihre Associates in der aktuellen azur-Umfrage sehr gute Noten. „Tolle internationale Fälle in familiärer Atmosphäre“, urteilt ein Teilnehmer. Mit dem Betriebsklima sind die Associates ebenfalls sehr zufrieden und loben etwa die „sehr angenehme und kollegiale Arbeitsatmosphäre“.

Luft nach oben bei der Weiterbildung. Weniger euphorisch sind sie, was ihre Weiterbildung betrifft – der einzige Punkt, bei dem sie ihren Arbeitgeber in der azur-Umfrage auch in diesem Jahr unterdurchschnittlich bewerten. Inhaltlich bildet McDermott den Marktstandard ab: Neben fachlichen Seminaren und der Begleitung durch einen Mentor gibt es praxisspezifische Seminare. Für die deutschen Inhalte bekommt die Kanzlei, wie viele andere, Unterstützung von Bucerius Education. Insgesamt ist vielen Umfrageteilnehmern die Ausbildung aber zu sehr auf den US-Markt ausgerichtet. Während sie die gelebte Internationalität in ihrer täglichen Arbeit schätzen, zu der auch ein bis zu zwölfmonatiger Aufenthalt in einem Auslandsbüro gehört, wünschen sie für ihre Weiterbildung „mehr auf Deutschland zugeschnittene Fortbildungen“.

Referendare und Praktikanten sind nah dran. Auch das Angebot für den juristischen Nachwuchs ist Marktstandard. Klausurenkurse, Aktenvortragstraining und Referendarabende gehören dazu. Das kanzleiinterne Repetitorium, das ein OLG-Richter betreut, hat die Kanzlei zuletzt um straf- und öffentlich-rechtliche Inhalte ausgeweitet. Bei Referendaren und Praktikanten kommt das Konzept gut an. Sie loben in der azur-­Bewerberumfrage die „Kollegialität“ und „wertschätzende Behandlung“ sowie die „direkte Anbindung an die Partner und Einbindung in die Mandatsarbeit“. Das bestätigen auch die Associates in der azur-Umfrage. Sie finden, dass die Aufgaben den Jungjuristen „einen Mehrwert für die spätere Berufswahl oder für das Examen bringen“.

Alternativmodell macht Schule. Zwar geben wie bei vielen Kanzleien auch mehrere McDermott-Associates in der azur-Umfrage als Grund für einen potenziellen Jobwechsel „mehr Freizeit“ an, ihre Work-Life-Balance bewerten sie trotzdem überdurchschnittlich gut – und das, obwohl sie laut azur-Umfrage mit durchschnittlich rund 55 Wochenstunden etwas mehr als Associates in Kanzleien im Marktdurchschnitt arbeiten. Grundsätzlich loben sie die „flexiblen Arbeitszeiten“ und die Einführung neuer Arbeitszeitmodelle. Seit vergangenem Jahr gibt es auch bei McDermott ein Modell mit festem Stundenkontingent. Gegen entsprechende finanzielle Abstriche können Anwälte zwischen 35 und 38,5 Stunden pro Woche arbeiten. Mittlerweile nutzen sechs Associates dieses Modell. Besonders beliebt ist es bei Berufseinsteigern, aber auch zwei erfahrenere Anwälte arbeiten mit fixer Stundenzahl. Anders als etwa bei Linklaters schließt das Alternativmodell eine Partnerschaft nicht per se aus.

Mehr Personal für mehr Planbarkeit. Die Associates schätzen dieses Modell als Pluspunkt bei der Vereinbarkeit von Karriere und Familie und vergeben in der azur-Umfrage hierfür leicht überdurchschnittliche Noten. Wünsche haben sie dennoch: Um Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen, und für ein ausgewogenes Verhältnis von Beruf und Freizeit, fordern fast alle Teilnehmer der azur-Umfrage mehr Personal, „um die Auslastung in den Teams zu verbessern“. Sollte das Modell mit festem Stundenlimit weiterhin gut angenommen werden und auch Anwälten mit Familie den Weg in die Partnerschaft ebnen, könnte sich das mittelfristig auch positiv auf den Frauenanteil in der Kanzlei auswirken, denn der ist bei McDermott, wie in fast allen Kanzleien, jenseits der Associate-Ebene noch sehr

„McDermott fördert Vernetzung und Zusammenhalt durch regelmäßige Retreats“

„Teamspirit wird bei uns groß geschrieben“

„Die hohe Internationalität und der enge Austausch unter den Büros führt zu einer hohen gelebten ­Diversity“

„Mehr Personal zur besseren Verteilung der ­Arbeitslast einstellen“

„Mehr Feedback insbesondere der Vollpartner würde bei der Entwicklung helfen“

„Gutes Betriebsklima, spannende Kanzlei“

„Funktionierendes Team, neue Arbeitszeitmodelle machen Eindruck“

„Stimmung ist sehr standortabhängig“

▪ Repetitorium durch einen Richter am Landgericht inklusive Klausurkorrektur und individuellen ­Besprechungen

▪ Externer Repetitor für die Vorbereitung auf die mündliche Examensprüfung

▪ Ausbildung mit Dozenten der Bucerius Education mit Akzenten auf Soft Skills

▪ Bilanzseminare zum Bilanzbuchhalter

▪ Auslandsstationen zwischen drei und zwölf ­Monaten für jeden Associate

▪ McDermott ist eine der wenigen Kanzleien, die ­Associates ein fixes Stundenvolumen mit festem Feierabend anbietet

▪ Internationales LGBT-Netzwerk

Berufsanfänger sollten in beiden Examina zusammen mindestens 18 Punkte haben. Ausnahmen macht die Kanzlei für Referendare oder wissenschaftliche Mitarbeiter, die sich über einen längeren Zeitraum bewiesen haben. Eine Promotion oder ein ausländischer Abschluss wirken sich bei der Auswahl der Bewerber positiv aus, sie sind aber keine Voraussetzung.

Wie in vielen anderen Kanzleien durchlaufen Bewerber bei McDermott zwei Bewerbungsrunden. Im ersten Gespräch ist der personalverantwortliche Partner sowie der Partner dabei, der Verstärkung für seinen Fachbereich sucht. Im Anschluss geht es zu einem gemeinsamen Mittagessen mit Associates aus dem Fachbereich. Auf Basis des Erstgesprächs wird in der Regel bereits ein Angebot gemacht. In Einzelfällen erfolgt ein vertiefendes Zweitgespräch auf Wunsch der Kanzlei oder des Bewerbers. Die Gespräche werden auf Deutsch geführt. 

Standorte in Deutschland: Düsseldorf, Frankfurt, Köln und München

Umsatz in Deutschland 2017/18: 51,3 Millionen Euro

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2017/18: 523.000 Euro

Internationale Präsenz: Aus Chicago stammende Kanzlei, die 18 Büros in Nordamerika, Europa und Asien unterhält. In Schanghai besteht zudem eine strategische Allianz.

Aktuelle Entwicklungen: Die Kanzlei verfolgt ihren Expansionskurs in Deutschland konsequent weiter – mit klarer Strategie. Zuletzt gewann sie vor allem im Kartellrecht und im Gesundheitssektor an Profil. Anders als viele andere US-Kanzleien, die vor allem das Netzwerkgeschäft vor Ort betreuen, hat McDermott in Deutschland von Anfang an einen ­eigenen Mandantenstamm aufgebaut: Für die österreichische Signa ist sie bei großen Transaktionen als Beraterin quasi gesetzt. Jüngstes Beispiel ist der Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof, den die Anwälte begleitet haben.

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Anwälte in Deutschland: 20 Vollpartner, 27 Non-Equity-Partner, 16 Counsel, 49 Associates und 4 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 27,6%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: 3 (davon eine Frau)

Neueinstellungen Volljuristen 2019: 12 bis 15

Neueinstellungen weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) 2019: 1 bis 2

Referendarplätze 2019: 10         

Praktikumsplätze 2019: 10

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 16 Euro/h (vor dem 1. Examen), 200 Euro/Arbeitstag (nach dem 1. Examen), 300 Euro/Arbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: 800 Euro/Wochenarbeitstag; max. 4.000 Euro/Monat

Associates

  1. Jahr: 115.000 bis 125.000 Euro plus Bonus
  2. Jahr: 120.000 bis 130.000 Euro plus Bonus
  3. Jahr: 125.000 bis 135.000 Euro plus Bonus
  4. Jahr: 135.000 bis 145.000 Euro plus Bonus
  5. Jahr: 145.000 Euro plus Bonus
  6. Jahr: keine Angaben

Alternatives Karrieremodell

  1. Jahr: 68.000 bis 75.000 Euro
  2. und 3. Jahr: keine Angaben

weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) im 1. Jahr: keine Angaben

Frühestens im fünften Jahr steigen Associates zum sogenannten Income-Partner auf. Ab dem siebten Jahr steht die Entscheidung zum Vollpartner an. Im Einzelfall gibt es zudem den Status des dauerhaft angestellten Counsel. Das auf feste Arbeitszeiten festgelegte Modell, das McDermott im Sommer 2017 eingeführt hat, schließt die Vollpartnerschaft nicht per se aus. Aktuell nutzen sechs Anwälte dieses Modell. Zu Beginn des Jahres 2019 hat die US-Kanzlei vier ­Income-Partner in Deutschland ernannt, was in anderen Einheiten dem Status eines Salary-Partners entspricht. Die Ernennungen werden von einem Komitee in den USA getroffen. Die Associates sind in der azur-Umfrage mit ihren Aufstiegschancen sowohl innerhalb als auch abseits der Partnerschaft überdurchschnittlich zufrieden und loben das „gute Mentoring durch die Partner“ und die „Freiheit, eigene Geschäftsmodelle zu entwickeln“.

Die redaktionellen Arbeitgeberbewertungen geben den Stand der Druckausgabe von azur100 2019 wieder (Erscheinungstermin: 14. März 2019) und werden nicht laufend aktualisiert.
Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.