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13.03.2019 | Autor/in: azur Redaktion

Jones Day – azur100 Top-Arbeitgeber 2019 – Patentrecht

Das sagt die azur-Redaktion

Arbeitsbelastung gesunken. Die US-Kanzlei Jones Day ist zwar vor allem für transatlantische Transaktionen bekannt, aber auch im Patentrecht schon lange eine feste Größe. Zuletzt sind die Associates auch wieder in ihre eigenen Fachbereiche zurückgekehrt – nachdem nahezu die gesamte Kanzlei in den vergangenen Jahren intensiv in die Aufarbeitung der Dieselgate-Affäre von Mandantin VW eingebunden war. Gleichzeitig haben sich die Arbeitszeiten normalisiert: In der azur-Associate-Umfrage geben die Teilnehmer im Durchschnitt 52 Wochenstunden an, deutlich weniger als im Vorjahr und sogar etwas weniger als das Marktmittel. „Für eine Großkanzlei moderate und flexible Arbeitszeiten”, lobt ein ­Associate. Andere heben die Angebote der Kanzlei zu Homeoffice- und Teilzeitarbeit hervor. Doch es gibt auch viele kritische Stimmen, sodass die Bewertung der Work-Life-Balance und der Vereinbarkeit von Karriere und Familie in der azur-Umfrage insgesamt nicht gut ausfällt.

Nachwuchs im Blick. Zukünftig will Jones Day etwas mehr Praktikanten und Referendare einstellen und hat dafür an deren Ausbildung gefeilt. Angehenden Juristen stellt die Kanzlei einen erfahrenen Anwalt zur Seite, außerdem gibt es jetzt individuelle Ausbildungspläne, die gleich zu Anfang der Station die Ausbildungsinhalte und -ziele festhalten. Praktikanten und Referendare sind eng in die alltägliche Mandatspraxis eingebunden. Zudem können sie an fachlichen Veranstaltungen sowie den deutschen und europäischen Anwaltstrainings teilnehmen. Ausgewählte Referendare können die Wahlstation in einem US-Büro absolvieren.

Weiterbildungsangebot im Aufbau. Auch die Weiterbildung der Associ­ates hat Jones Day jüngst neu aufgesetzt – nach den Rückmeldungen der azur-Associate-Umfrage ein nötiger Schritt: Zuletzt vergaben die Teilnehmer für die Weiterbildung deutlich unterdurchschnittliche Noten. Bei Jones Day kombiniert ein kanzleiinternes Programm fachliche Fortbildung und Soft Skills. Partner und of Counsel halten regelmäßig in ­einem der drei deutschen Büros Vorträge speziell zum deutschen Recht, die per Videokonferenz in die anderen zwei Büros übertragen werden. Schulungen zum internationalen Recht aus den europäischen Büros von Jones Day stehen im Intranet. Neu sind Seminare zu englischsprachigen Verhandlungssituationen sowie zu interkultureller Kommunikation. Die Associates fordern in der azur-Umfrage „mehr Schulungen direkt vor Ort und weniger Onlineseminare“. Diese Wünsche will die Kanzlei erfüllen und bietet zukünftig verschiedene Präsenzveranstaltungen mit externen Trainern, etwa zu Soft Skills oder Business-Development an.

Karriereperspektiven: bitte mehr Transparenz. Associates haben früh Mandantenkontakt und arbeiten schnell selbstständig. Wer Partner werden möchte, baut bei Jones Day entsprechend früh sein eigenes Geschäft auf. Mit ihren Partnerchancen und Karrierealternativen sind die Associates allerdings laut azur-Umfrage eher unzufrieden. Auch was die Kommunikation über die Aufstiegschancen betrifft, fühlen sich einige nicht genug abgeholt. Ein Teilnehmer wünscht sich für den Weg nach oben etwa „handfeste Kriterien, an denen man sich orientieren kann“. Dafür gibt es gute Noten für die Gleichbehandlung unabhängig von Geschlecht und mehr weibliche Rollenvorbilder als anderswo: Der Frauenanteil auf Vollpartnerebene beträgt immerhin 25 Prozent.

Standorte in Deutschland: Düsseldorf, Frankfurt und München

Internationale Präsenz: International integrierte Sozietät mit eigenen Büros vor allem in den USA, Europa, Asien, aber auch in Nahost, Lateinamerika und Australien.

Anwälte in Deutschland: 44 Vollpartner, 9 Counsel, 36 Associates und 10 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 24,2%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: keine Angaben

Neueinstellungen Volljuristen 2019: 7 bis 11

Referendarplätze 2019: 12 bis 18           Praktikumsplätze 2019: 25

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 900 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen)

Referendare: 900 Euro/Wochenarbeitstag; max. 4.500 Euro/Monat

Associates

  1. Jahr: 100.000 bis 135.000 Euro
  2. und 3. Jahr: keine Angaben

Die redaktionellen Arbeitgeberbewertungen geben den Stand der Druckausgabe von azur100 2019 wieder (Erscheinungstermin: 14. März 2019) und werden nicht laufend aktualisiert.
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