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12.03.2019 | Autor/in: azur Redaktion

Greenfort – azur100 Top-Arbeitgeber 2019 – Platz 46

Top-Kombination. Bei Greenfort ist die Welt noch in Ordnung. Die Frankfurter Kanzlei steht bei ihren Associates hoch im Kurs, weil sie dort eine „professionelle und gleichzeitig sehr kollegiale Arbeitsatmosphäre“ vorfinden. Dementsprechend gut sind auch die Noten für Arbeitsniveau und Betriebsklima, die die Mitarbeiter in der azur-­Associate-Umfrage vergeben. Sehr gut schneidet Greenfort traditionell bei Gleichbehandlungsthemen ab. Hier vergeben die Mitarbeiter bereits seit Jahren die Spitzennote. Weil sie auch sonst relativ wenig zu bemängeln haben, liegt die Gesamtzufriedenheit der Associates nah an der Marktspitze. Ein Teilnehmer der azur-Umfrage lobt die Kombination aus anspruchsvollen Mandaten und freundschaftlicher Atmosphäre als „schwer zu toppen“.

Individualität mit System. Hoch ist die Zufriedenheit mit der Weiterbildung, wo sich Greenfort für eine Kanzlei ihrer Größe tatsächlich stark engagiert. Bereits seit einigen Jahren hat sie ein ausführliches Trainingsprogramm für ihre Anwälte aufgesetzt. Nach einem festen System, das gleichzeitig aber Raum für die individuelle Entwicklung lässt, können die Associates interne und externe Weiterbildungskurse zu fachlichen Themen, Präsentationstechnik oder Legal English belegen. In der azur-Umfrage loben sie das „vielfältige Angebot“ und die Regelmäßigkeit, mit der sie die Fortbildungsmöglichkeiten nutzen können. Vereinzelt äußern sie den Wunsch nach „noch mehr Individualität bei der Karriere­planung“.

Praktikanten und Referendare lernen das wahre Leben kennen. Ein ähnlich hohes Engagement legt die Kanzlei bei der Ausbildung von angehenden Juristen an den Tag. Indiz dafür ist schon die Zahl an Referendars- und Praktikumsplätzen, die für eine Kanzlei dieser Größe weit überdurchschnittlich ist. Begleitet werden die Jungjuristen von je einem Mentor, der ihnen jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Großen Wert legt Greenfort auf die frühe Mitarbeit am Mandat. Referendare wie Praktikanten sollen den Kanzleialltag möglichst hautnah erleben und eine realistische Vorstellung vom Anwaltsberuf bekommen. Auch deshalb ist das Nachwuchsprogramm von Greenfort vor allem mit Inhalten bestückt, die sich um den Anwaltsalltag drehen und weniger um die Examensvorbereitung. Dazu zählt die Teilnahme an klassischen Fortbildungen zu juristischen Themen und Englischunterricht, aber auch die Mitarbeit in Teams, die sich mit Pressearbeit oder Recruiting befassen. Die Associates betonen in der azur-Umfrage mehrfach die „frühe ­eigenverantwortliche Arbeit der Referendare“.

Alles ist möglich. Weit über dem Marktdurchschnitt liegen die Noten für die Work-Life-Balance. Und auch das hat einen Grund: Denn was die Arbeitsorganisation betrifft, zeigt sich Greenfort sehr flexibel und ermöglicht ihren Mitarbeitern mehrere verschiedene – auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene – Arbeitsmodelle. Angefangen bei der überwiegenden Arbeit im Homeoffice zum Beispiel nach dem Wiedereinstieg nach der Elternzeit bis zur Arbeit in einer anderen deutschen Stadt oder gar im Ausland ist vieles machbar. Die Associates betonen in der azur-­Umfrage außerdem die „hohe Eigenverantwortung“ und loben, dass ihr Arbeitgeber auf eine „ausgewogene Gesamtbelastung in den Teams“ achtet. „Nachtschichten sind eine Ausnahme“, sagt ein Teilnehmer. Die Wochenarbeitszeit liegt bei Greenfort laut azur-Umfrage mit fast 52 ­Stunden leicht unter dem Marktdurchschnitt.

Frauenanteil? Geht so. All das trägt auch dazu bei, dass die Associates bei Greenfort der Ansicht sind, Karriere und Familie ließen sich in der Kanzlei grundsätzlich gut miteinander vereinbaren. Entsprechend deutlich über dem Mittelwert liegt die Note in der azur-Umfrage. An einem Punkt kommt Greenfort allerdings nicht recht voran: Der Frauenanteil auf Partnerebene ist wie bei zahlreichen Wettbewerbern nach wie vor sehr gering. Eine einzige Frau wurde in den vergangenen 14 Jahren zur Salary-Partnerin ernannt. In die Riege der sechs Vollpartner ist bisher noch keine vorgedrungen. Gemessen am hohen Engagement bei der Ausbildung und den Freiräumen, die die Kanzlei ihren Anwälten einräumt, ist das verwunderlich.

„Arbeit unter Freunden“

„Die Arbeitsatmosphäre ist sehr professionell, mit spannenden Mandaten und gleichzeitig sehr freundschaftlich“

„Flexibilität und Verständnis für alle Probleme rund ums Kind“

„Bessere Aufstiegschancen“

„Mehr Individualität bei der Karriereplanung“

„Angenehmes Klima“

„Immer hochkarätigere Mandate“

„Den Start-up-Spirit spürt man heute noch“

▪ Strukturiertes Programm für Referendare

▪ Neben dem Mentor stehen alle Anwälte als ­Ansprechpartner zur Verfügung

▪ Einblicke in Kanzleiorganisation und Notariat

▪ Ausbildungsplan verbindet strukturiertes Programm mit individueller Gestaltung

▪ Wöchentlicher Englischunterricht

▪ Halbjährliche Feedbackgespräche

▪ Relativ hoher Anteil an Anwälten mit Migrationshintergrund

▪ Associates loben regelmäßig die gelebte Vielfalt in der Kanzlei

An Bewerber stellt Greenfort hohe Anforderungen. Zwar ist zweimal Vollbefriedigend nicht zwingend, aber die Noten sollten auch nicht deutlich darunter liegen. Auch eine Promotion oder ein LL.M. ist gerne gesehen – vor allem, wenn Letzterer im Ausland absolviert wurde, denn Englischkenntnisse sind für die Arbeit in der Sozietät unverzichtbar. Greenfort setzt von Anfang an auf langfristige Arbeitsbeziehungen. So wählt die Sozietät bereits bei Referendaren nur die Kandidaten aus, mit denen sich alle Berufsträger auch nach dem zweiten Staatsexamen eine weitere Zusammenarbeit vorstellen können. Dementsprechend intensiv fällt der Bewerbungsprozess aus. In den mindestens zwei Gesprächen lernt der Kandidat alle Anwälte der Kanzlei kennen – entweder im formalen Bewerbungsgespräch oder im Zuge eines gemeinsamen Essens. Auf Wunsch der Bewerber können diese auch einen Schnupperarbeitstag in der Kanzlei absolvieren. 

Standort in Deutschland: Frankfurt

Umsatz in Deutschland 2017: azur liegen keine Informationen vor.

Internationale Präsenz: Die Kanzlei pflegt ein internationales Netzwerk mit Kanzleien aus zahlreichen Ländern, insbesondere Schweden, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Spanien, Italien, Polen und den USA. ­Eigene Auslandsbüros hat Greenfort nicht.

Aktuelle Entwicklungen: Zu den Kernbereichen von Greenfort zählen ­Gesellschaftsrecht, Prozessführung und Arbeitsrecht. Ihre stabilen Mandatsbeziehungen gehen nicht nur auf die Partnerriege zurück: Greenfort versteht es, auch Associates langfristig an die Kanzlei zu binden und sie beim Aufbau eigener Mandatsbeziehungen zu unterstützen. Zuletzt beriet Greenfort unter anderem den Entsorger Remondis beim Kauf des ­Dualen Systems von einer britischen Investorengruppe. Die M&A-Praxis ist regelmäßig auch mit internationalen Transaktionen befasst, etwa für den US-Investor Argand, den sie beim Kauf eines deutschen Mittelständlers beriet.

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Anwälte in Deutschland: 6 Vollpartner, 2 Non-Equity-Partner, 3 Counsel, 11 Associates und 2 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 33,3%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: 1

Neueinstellungen Volljuristen 2019: 2 bis 5

Referendarplätze 2019: 8            

Praktikumsplätze 2019: 15

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 12 Euro/h (vor dem 1. Examen), 18,75 Euro/h (nach dem 1. Examen)

Referendare: 150 Euro/Arbeitstag; max. 2.700 Euro/Monat

Associates

  1. Jahr: 102.000 Euro
  2. Jahr: 105.000 Euro
  3. Jahr: 110.000 Euro
  4. Jahr: 115.000 Euro
  5. Jahr: 120.000 Euro plus Bonus bis 50.000 Euro
  6. Jahr: 120.000 Euro plus Bonus bis 50.000 Euro

weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) im 1. Jahr: keine An­gaben

Berufseinsteiger können frühestens nach fünf Jahren Partner werden. Seit der Gründung 2005 hat Greenfort zwei Anwälte aus den eigenen Reihen zu Assoziierten Partnern ernannt, zuletzt eine Arbeitsrechtlerin Anfang 2017. Allerdings legt die Kanzlei großen Wert auf flache Hierarchien, und auch nach außen präsentieren sich Partner und Associates gleichermaßen ohne Nennung des Status. Die Associates zeigen sich in der azur-Umfrage mit ihren Karrierechancen sowohl innerhalb als auch jenseits der Partnerschaft sehr zufrieden. Die Vergütung der Partner folgt einem konsequenten Lockstep-System, der Gewinn wird also entsprechend der Dauer der Kanzleizugehörigkeit aufgeteilt.

Die Arbeitgeberporträts geben den Stand der Druckausgabe von azur100 2019 wieder (Erscheinungstermin: 14. März 2019) und werden nicht laufend aktualisiert.
Wie kommen die Bewertungen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.