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07.03.2019 | Autor/in: azur Redaktion

Greenberg Traurig – azur100 Top-Arbeitgeber 2019 – Platz 21

Das sagt die azur-Redaktion

Gute Ausbilderin. Greenberg Traurig ist breit engagiert in Sachen Ausbildung, und das kommt an: Seien es Praktikanten, Referendare oder die eigenen Associates auf den unterschied­lichen Karrierestufen – sie alle bewerten die Weiterbildungsangebote in den azur-Umfragen überdurchschnittlich gut. Das Programm für die deutschen Associates hatte die Kanzlei bereits vor zwei Jahren neu strukturiert und durch Seminare der Bucerius Law School erweitert. Vor allem diese Kooperation heben die GT-Anwälte in der azur-Associate-Umfrage positiv hervor. Insgesamt setzt sich das Angebot aus internen und externen Kursen zu fachlichen Themen und Soft Skills, einer Trainingsreihe zu M&A-Bascis sowie Secondments im Ausland zusammen. Daneben hat jeder Associate einen Mentor – unabhängig vom thematischen Schwerpunkt –, der als Ansprechpartner in der Kanzlei fungiert und ihn oder sie nahtlos in den Kanzleialltag einbinden soll. Für technisch interessierte Associates bietet die kanzleieigene App Greta eine Spielwiese – Mitgestalten ausdrücklich erwünscht.

Nah dran an der Mandatsarbeit. Praktikanten und Referendare bindet GT intensiv ins Alltagsgeschäft ein und stellt auch ihnen einen Mentor an die Seite. Zudem bietet GT den angehenden Juristen ein Abendprogramm, das Vorträge zu Themen wie Gesellschaftsrecht mit einem zwanglosen Zusammenkommen verbindet. Referendare, die bereits die Anwaltsstation bei GT absolviert haben, können die Wahlstation in einem der Auslandsbüros, zum Beispiel in New York, Miami oder London, absolvieren. In Deutschland können die Referendare an kanzleieigenen Trainings für Berufseinsteiger teilnehmen. Damit bietet GT dem Juristennachwuchs ein solides Ausbildungsangebot. Ein ehemaliger Praktikant lobt in der azur-Bewerberumfrage die GT-Anwälte als „sehr engagiert, sehr hilfsbereit, sehr genau“ und die Aufgaben als „vielfältig, international, verantwortungsvoll“. Ein Referendar hebt den „vertieften Einblick in die Materie“ hervor und schwärmt von der „lockeren Atmosphäre und dem freundlichen Umgang miteinander“.

Work hard, play hard? Laut azur-Umfrage arbeiten die GT-Associates mit 57 Wochenstunden rund drei Stunden mehr als ihre Kollegen in anderen Kanzleien im Marktdurchschnitt. Dennoch verteilen sie – anders als noch im Vorjahr – relativ gute Noten für ihre Arbeitsbelastung und Work-Life-Balance. Während einige Associates „flexible Teilzeitmodelle“ und die „große Rücksicht auf Kollegen mit Familie“ hervorheben, wünschen sich andere „flächendeckende Erlaubnis von Homeoffice“ und „mehr Akzeptanz dafür, dass man, wenn man früher kommt, auch früher gehen kann“.

GT wird weiblicher. Im letzten Jahr hat GT vier neue Vollpartner ernannt, darunter waren drei Frauen. Das kann sich im Marktvergleich durchaus sehen lassen, denn damit ist der Frauenanteil auf Partnerebene auf 28 Prozent gestiegen – eine gute Quote. Gestiegen ist auch die Anzahl der in Teilzeit beschäftigten Vollpartner: von zwei im vergangenen Jahr auf bereits vier in diesem Jahr. Die Associates bewerten die Vereinbarkeit von Familie und Karriere in der azur-Umfrage gut. Sehr zufrieden sind sie auch mit der Chancengleichheit von Männern und Frauen. „Tolle weibliche Vorbilder in der Partnerschaft, die junge Kolleginnen und Kollegen fördern“, lobt ein Associate in der azur-Umfrage. Ein anderer wünscht sich hingegen „Homeoffice stärker ausbauen“ und hätte am liebsten noch „eine kanzleieigene Kita“.

Diversity wird gelebt. GT braucht – laut eigenen Angaben – keine ­Statistiken, um unter Beweis zu stellen, dass sie Diversity leben. Eine Umfrage über sexuelle Orientierung, die Herkunft der Großeltern oder den Grad der Behinderung unter den Mitarbeitern wird nicht erhoben. Diese zu Marketingzwecken zu erheben, sei nicht zielführend, heißt es vonseiten des Managements. Die Associates beschweren sich jedenfalls nicht über mangelnde Diversity, sondern geben in der azur-Umfrage in puncto Gleichbehandlung unabhängig von Herkunft oder sexueller Orientierung überdurchschnittlich gute Noten. Auch die Arbeitsatmosphäre bewerten die GT-Associates sehr positiv: „Sehr nettes Team mit toller Arbeits­atmosphäre“, ist nur ein Lob von vielen in der azur-Umfrage.

Hier geht’s zur Eigendarstellung des Arbeitgebers

„Für eine Großkanzlei im M&A das Beste, was man kriegen kann“

„Sehr nettes Team mit toller Arbeitsatmosphäre“

„Sympathisch, engagiert und auf strategischem Wachstumskurs“

„Feedbackkultur kaum vorhanden“

„Bitte mehr Associates einstellen, um Arbeitsmenge etwas zu senken“

„Fokus ist noch zu stark auf Wachstum gerichtet“

„Waren früher mal cool, heute sind sie schon sehr etabliert“

„Atmosphäre unterschiedlich und abhängig vom ­jeweiligen Team“

„Sehr hohe Arbeitsbelastung“

▪ Referendare können Wahlstationen im Ausland ­machen

▪ Starke Einbindung in die Mandatsarbeit

▪ Ausbildungsprogramme gestaffelt nach Seniorität

▪ Secondments in Auslandsbüros möglich

▪ Kooperation mit Bucerius Law School

▪ Flexible Arbeitszeit- und Arbeitsplatzmodelle

▪ Drei neue Partnerinnen (von insgesamt vier ­Ernennungen)

Ein Doppelprädikat, ein LL.M.-Abschluss, ein Doktor­titel: Diese Voraussetzungen wären ideal für eine erfolgreiche Bewerbung bei Greenberg. Grundlegende ­betriebswirtschaftliche Kenntnisse können ebenfalls hilfreich sein. Dennoch entscheidet die Kanzlei im Einzelfall, und auch Bewerber mit einer geringeren Qualifikation können ihr Ziel erreichen. Auslandserfahrung und berufsbezogene englischsprachige Kenntnisse sind jedoch zwingend erforderlich. Die Bewerber durchlaufen einen sorgfältigen Auswahlprozess, bei dem sie die Möglichkeit haben, unterschiedliche Partner und auch Associates, die ebenfalls in den Entscheidungsprozess eingebunden sind, kennenzulernen. Wichtig ist der Kanzlei, dass die Chemie zwischen Bewerber und Team stimmt. 

Standort in Deutschland: Berlin

Umsatz in Deutschland 2017: 29 Millionen Euro

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2017: 547.000 Euro

Internationale Präsenz: Die Kanzlei hat 29 Standorte in den USA, drei in Europa und weitere fünf weltweit sowie eine strategische Allianz mit der Kanzlei Santa Maria in Mailand.

Aktuelle Entwicklungen: Das deutsche Team wechselte vor drei Jahren von Olswang zu GT und entfaltet nun nach und nach seine volle Schlagkraft. Die Begleitung von hochvolumigen Transaktionen beweist, dass sich GT von ihrem Ruf als Spezialistin für die Immobilien- und Medienbranche emanzipiert hat. Dort spielt sie aber weiter im oberen Markt­segment mit. GT versteht es, ihre Paradedisziplinen mit­einander zu ­verknüpfen, was sie in der Vergangenheit bereits durch innovative Beratungsansätze etwa zur Kabelversorgung von großen Wohn­immobilienanlagen bewiesen hat.

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Anwälte in Deutschland: 18 Vollpartner, 2 Counsel, 40 Associates und 1 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 32,8%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: keine

Neueinstellungen Volljuristen 2019: 10 bis 20

Referendarplätze 2019: 15         

Praktikumsplätze 2019: 5

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 700 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), 850 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 2. ­Examen)

Referendare: bis zu 700 Euro/Wochenarbeitstag

Associates

  1. Jahr: 110.000 bis 120.000 Euro plus Bonus
  2. Jahr: keine Angaben
  3. Jahr: keine Angaben
  4. Jahr: keine Angaben
  5. Jahr: keine Angaben
  6. Jahr: keine Angaben

Im fünften Berufsjahr steigt man bei GT zum Senior Associate auf. Frühestens ab dem sechsten Jahr ist der Sprung in die Partnerschaft möglich. Auf dieses Karriereziel fühlen sich die Associates gut vorbreitetet. In der azur-Umfrage loben sie „den Mandantenkontakt schon beim Berufseinstieg“, „die Möglichkeit zum Aufbau eines eigenen Netzwerks“ und „die sehr ernst genommene Feedbackkultur“. Wer sich die Partnerschaft nicht als Karriereziel vorstellen kann, hat bei GT die Möglichkeit als Counsel zu arbeiten, ein Up-or-out-Prinzip hat die Kanzlei nicht. 2018 hat GT vier Vollpartner ernannt. Die ­Associates sind laut azur-Umfrage mit ihren Karriereperspektiven bei GT sehr zufrieden und vergeben sowohl für die Partnerchancen als auch alternativen Karrieremöglichkeiten überdurchschnittliche ­Noten.

Die redaktionellen Arbeitgeberbewertungen geben den Stand der Druckausgabe von azur100 2019 wieder (Erscheinungstermin: 14. März 2019) und werden nicht laufend aktualisiert.
Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.