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12.03.2019 | Autor/in: azur Redaktion

Glade Michel Wirtz – azur100 Top-Arbeitgeber 2019 – Platz 47

Das sagt die azur-Redaktion

Gut gelaunt am Hochreck. In Sachen Arbeitsatmosphäre macht Glade Michel Wirtz so schnell niemand etwas vor. Schon seit Jahren bewerten die Associates ihre Kanzlei in der azur-Umfrage mit Noten über dem Marktdurchschnitt, nicht nur beim Betriebsklima, sondern auch insgesamt als Arbeitgeber. Auch aktuell loben sie den „fairen Umgang“ und die „offene Kommunikation“. Im Kreis ihrer „menschlich und juristisch herausragenden“ Kollegen fühlen sich die Junganwälte ebenso wohl wie mit dem Niveau ihrer Arbeit. Letzteres bestätigen auch viele Wettbewerber, denn über die Jahre hat sich die Boutique im Kartell- und Gesellschaftsrecht einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Oft gewinnt GMW Mandate, die auch größere Wettbewerber gerne hätten, zuletzt die Federführung beim Umbau des Daimler-Konzerns.

Dauerbaustelle Arbeitsbelastung. Einen Punkt kritisieren die Anwälte allerdings bereits seit Jahren: ihre Arbeitsbelastung. Leider habe sich mittlerweile eine Facetime-Kultur entwickelt, und sowohl Arbeitsbelastung als auch die wenigen Urlaubstage stünden mit dem nach außen vermittelten Bild einer Wohlfühlkanzlei kaum in Einklang, kritisiert ein Teilnehmer in der azur-Associate-Umfrage. Tatsächlich ist GMW mit 25 Urlaubstagen im Marktvergleich relativ geizig. Mit ihren rund 54 Wochenstunden arbeiten ihre Associates laut azur-Umfrage allerdings genau so viel wie die meisten Anwälte in anderen Kanzleien. Dass einzelne Umfrageteilnehmer explizit die „nicht vorhandene Facetime“ und „freie Wochenenden“ loben, lässt vermuten, dass die Arbeitsbelastung auch davon abhängt, in welchem Team ein Associate arbeitet.

Weiterbildung ist selbstverständlich. Mit dem Weiterbildungsprogramm sind die GMW-Anwälte seit Jahren sehr zufrieden. Doch darauf ruht sich die Kanzlei nicht aus, sondern ergänzt das für eine Boutique ohnehin um­­­­­­­fang­­­­­reiche Angebot regelmäßig, zuletzt um einen Kurs zu Präsentationstechniken. Zum Angebot gehören interne und externe Fortbildungen sowie regelmäßiges Feedback, das die Junganwälte in der azur-Associ­ate-Umfrage sehr zu schätzen wissen. Auf fachlicher Ebene kooperiert GMW außerdem mit der Kanzlei Honert, mit deren Associates sich die GMW-Anwälte regelmäßig zu gesellschaftsrechtlichen Themen austauschen. Zudem loben sie die „enge Anbindung an den Partner“ und die „schnelle Übertragung von Verantwortung in der Mandatsarbeit“. Lediglich in Bezug auf ihre Partnerperspektiven wünschen sie sich „noch mehr Transparenz“ und „klarere Vorgaben“.

Spitzenbetreuung für Referendare und Praktikanten. Über intensive Betreuung kann sich bei GMW auch der juristische Nachwuchs freuen, denn auch hier legt die Kanzlei mehr Engagement an den Tag als so manche größere Kanzlei. Es gibt ein Mentorensystem, zudem können Praktikanten und Referendare an Weiterbildungen der Associates teilnehmen. Auch die JurDay-Veranstaltungen stehen ihnen offen, bei denen GMW mit Kanzleien wie SZA und Oppenländer kooperiert und ihren Nachwuchsjuristen gemeinsame Workshops anbietet. Für Referendare kommen weitere Angebote zur Examensvorbereitung durch Kaiser-Wochenendseminare und Aktenvortragstrainings hinzu.

Geld ist fast alles. Auch wenn weiche Faktoren wie die Work-Life-Ba­lance an Bedeutung gewinnen, bleibt der monetäre Aspekt nicht außen vor. Und so hat auch GMW zuletzt die Gehälter auf ein nach Ansicht ihrer Associates „marktübliches Niveau“ angehoben, was fast alle Teilnehmer der azur-Umfrage als Verbesserung hervorheben: Die Kanzlei zahlt jetzt ein Einstiegsgehalt von 110.000 Euro. Luft nach oben bleibt beim Frauenanteil: Schon auf Associate-Ebene liegt dieser deutlich unter 50 Prozent – andere Kanzleien können wenigstens auf den unteren Karrierestufen mit vielen weiblichen Associates aufwarten. Unter den neun Partnern schließlich findet sich nur eine Frau. Dabei sind die Noten für Gleichbehandlung von Männern und Frauen sehr gut, ebenso für die Vereinbarkeit von Karriere und Familie – was letztlich dafür spricht, dass GMW bemüht ist, auch für Frauen ein karrierefreundliches Umfeld zu schaffen. Die Associates loben die „hohe Flexibilität“ ihres Arbeitgebers. Wer pünktlich Feierabend machen will, der kann seit 2016 das Alternativmodell mit fixer Stundenzahl nutzen, das gleichzeitig aber eine Partnerschaft ausschließt. Bislang nutzt es allerdings nur ein Counsel.

„Frühe und starke Einbindung auch in hochkarätige Mandate“

„Sehr gutes Arbeitsklima, jederzeit offener Umgang miteinander“

„Realistische Partnerchancen, früher Mandantenkontakt, hohe Eigenständigkeit“

„Klare Kommunikation zu Teilzeit wäre wünschenswert“

„Mehr Flexibilität, weniger Facetime“

„Mehr Transparenz bezüglich Partnertrack“

„Super Teamzusammenhalt“

„Spannende Fälle, gute Aufstiegschancen“

„Sie bekommen Mandate, von denen viele Groß­kanzleien träumen“

▪ Kooperation mit Alpmann Schmidt zur Klausurenvorbereitung

▪ Kaiser-Klausurenkurs und Aktenvortragstraining

▪ Enge Einbindung in die Mandatsarbeit

▪ Associates lernen als Mentoren für Praktikanten früh, selbst Personalverantwortung zu übernehmen.

▪ Wahrnehmungs- sowie verhandlungspsychologische Seminare

▪ Individuelle Lösungen zu flexiblen Arbeitszeit­modellen

Bei der Auswahl ihrer Associates ist GMW sehr streng: Doppel-VB und Promotion sind obligatorisch. Ein LL.M. ist gern gesehen, aber kein Muss. Die Anwälte nehmen sich viel Zeit und geben Bewerbern zum Beispiel durch einen ,Practice Day‘ in der Kanzlei die Gelegenheit, ­Arbeitsalltag und Kanzleikultur einmal hautnah mitzuerleben. Dieser kann auch schon vor einem offiziellen Bewerbungsgespräch absolviert werden.

Nach einem Bewerbungsgespräch besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die Associates in lockerer Runde zu treffen. Der Anschlusstermin folgt keinem konkreten Schema. Wichtig ist der Kanzlei, dass Bewerber möglichst alle Anwälte einmal kennenlernen, weil die Einstellungsentscheidung alle Partner treffen – unter Einbeziehung des Votums der Counsel und Associates. 

Standort in Deutschland: Düsseldorf

Umsatz in Deutschland 2017: azur liegen keine Informationen vor.

Internationale Präsenz: GMW betreibt kein eigenes Auslandsbüro, arbeitet aber eng mit befreundeten Kanzleien zusammen.

Aktuelle Entwicklungen: Die Boutique für Gesellschafts- und Kartellrecht genießt einen sehr guten Ruf im Markt. Die Aufspaltung des Daimler-Konzerns zählt derzeit zu den wichtigsten gesellschaftsrechtlichen Projekten im deutschen Markt. Dass die Wahl für die Steuerung des Projekts auf GMW fiel, war der endgültige Ritterschlag für die Kanzlei und unterstrich noch einmal, in welcher Liga die Boutique mittlerweile spielt. Auch ihre Kartellrechtspraxis hat sich einen Namen gemacht für heikle Fälle, die rechtliches Neuland betreffen, so zuletzt im OLG-Verfahren zum Wurstkartell.

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Anwälte in Deutschland: 8 Vollpartner, 1 Non-Equity-Partner, 4 Counsel und 13 Associates

Frauenanteil Anwälte: 19,2%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: 4 (davon eine Frau)

Neueinstellungen Volljuristen 2019: 4 bis 6

Neueinstellungen weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) 2019: keine Angaben

Referendarplätze 2019: 14         

Praktikumsplätze 2019: 8

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 500 Euro/Wochenarbeitstag (vor dem 1. Examen), 850 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), 1.000 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: 1.000 Euro/Wochenarbeitstag

Associates

  1. Jahr: 110.000 Euro
  2. Jahr: 115.000 Euro
  3. Jahr: 120.000 Euro
  4. Jahr: 125.000 Euro
  5. Jahr: 125.000 Euro plus Bonus bis 30.000 Euro
  6. Jahr: 130.000 Euro plus Bonus bis 35.000 Euro

weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) im 1. Jahr: keine Angaben

Nach vier Jahren können Associates zum Counsel aufsteigen, bis dahin gilt das Up-or-out-Prinzip. Zwei Jahre später winkt die Aufnahme in die Partnerschaft oder die Ernennung zum Managing-Counsel. Dieser Status entspricht dem Salary-Partner in anderen Kanzleien – er bringt Führungs- und Managementverantwortung mit sich, aber keine Beteiligung an der Sozietät. Anfang des Jahres 2016 haben die Partner zudem einen alternativen Karriereweg für ihre Anwälte verabschiedet: Wer keine Managementaufgaben wahrnehmen, aber trotzdem Teil der Kanzlei bleiben will, kann dauerhaft zum Principal Associate aufsteigen. Hier vereinbart die Kanzlei mit dem Mitarbeiter individuell abgestimmte feste Arbeitszeiten. Die Associates sind laut azur-Umfrage mit ihren Karrieremöglichkeiten inner- und außerhalb der Partnerschaft überdurchschnittlich zufrieden.

Die redaktionellen Arbeitgeberbewertungen geben den Stand der Druckausgabe von azur100 2019 wieder (Erscheinungstermin: 14. März 2019) und werden nicht laufend aktualisiert.
Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.